So bewahrst du Fotoabzüge für die nächsten Jahrzehnte auf
Die richtige Schachtel, sicherer Kunststoff und ein ruhiger Platz zu Hause: So bleiben Abzüge, alte Fotos und Negative über viele Jahre schön.

Fotos gehen zu Hause selten auf einen Schlag verloren. Meist passiert es langsam, Jahr für Jahr, in einem Schuhkarton auf dem Dachboden, mit einem Gummiband drumherum oder in einem braunen Umschlag. Mit ein paar guten Entscheidungen bei Material und Ort bleiben Abzüge jahrzehntelang schön. Ein Museumsdepot brauchst du dafür nicht, wohl aber eine gute Schachtel, die richtigen Hüllen und ein ruhiges Plätzchen zu Hause.
Was Fotos schadet
Wärme, Feuchtigkeit und Licht tun ihr Werk, aber auch das Material, in dem Fotos liegen, spielt eine Rolle. Normaler Karton, braune Umschläge und Zeitungspapier enthalten Säuren und Lignin, einen Stoff aus Holz, der Papier mit der Zeit gelb und brüchig macht. Diese Stoffe gehen langsam auf die Fotos über.
Kunststoff kann genauso schädlich sein. Weiche Hüllen aus PVC enthalten Weichmacher, die mit der Zeit austreten. Dadurch können Abzüge sich verfärben oder kleben. Auch Kleber, Klebeband und selbstklebende Albumseiten geben Stoffe ab, die Fotos angreifen.
Schau über das Wort „säurefrei“ hinaus
Auf Verpackungen stehen Begriffe wie säurefrei, fotosicher und Archivqualität. Geschützt sind diese Begriffe nicht. Säurefrei ist außerdem nicht dasselbe wie ligninfrei: Papier kann das eine sein, ohne das andere zu sein. Achte also darauf, dass beides angegeben ist.
Wenn du mehr Sicherheit willst, such nach dem PAT, dem Photographic Activity Test. Dieser internationale Test (ISO 18916) prüft, ob ein Material chemisch mit Fotos reagiert. Ein Produkt, das den Test besteht, kannst du als fotosicher betrachten. Bei Papier und Schachteln begegnen dir manchmal auch Normen: ISO 9706 für alterungsbeständiges Papier und ISO 16245 für Schachteln und Mappen für Dokumente aus Papier. Diese beziehen sich auf Papier; für Fotos ist der PAT die wichtigste Ergänzung.
Schachteln und Umschläge, die etwas taugen
Für ein normales Familienarchiv reichen ein paar gute Grundlagen.
- Eine stabile Archivschachtel aus säurefreiem und ligninfreiem Karton. Nimm eine geschlossene Schachtel ohne Griffe, Löcher oder Lüftungsschlitze, damit Staub und Licht draußen bleiben. Es gibt sie unter anderem in A4 und A3.
- Fotoboxen im Abzugsformat, zum Beispiel für 10 × 15 cm, die du mit Trennblättern aus Karton oder Karteikarten unterteilen kannst. Schreib auf jedes Trennblatt Jahr, Monat und Thema, dann findest du später alles wieder.
- Umschläge oder Mäppchen aus säurefreiem Papier für einzelne und wertvolle Fotos.
Nimm lieber eine Schachtel aus Karton als eine Aufbewahrungsbox aus Kunststoff. Und achte darauf, dass Hüllen und Mäppchen genau in die Schachtel passen, damit nichts verrutschen kann.
Welcher Kunststoff sicher ist
Drei Kunststoffe eignen sich, um Fotos lange darin aufzubewahren: Polypropylen (PP), Polyester (auch bekannt als Mylar) und Polyethylen (PE). Finger weg von PVC, auch Vinyl genannt. Steht nicht drauf, woraus eine Hülle besteht, dann nimm sie nicht.
Kunststoff hat eine Schwachstelle: Bei hoher Luftfeuchtigkeit, über etwa 60 Prozent, können Fotos daran festkleben. Stehen deine Fotos an einem Ort, der manchmal feucht wird, nimm lieber Umschläge aus Papier. Fotos, die du selbst mit einem Tintenstrahldrucker gedruckt hast, lässt du erst 24 Stunden trocknen, bevor sie in eine Hülle kommen.
Mehr über Hüllen und Fototaschen in Alben steht in einem eigenen Artikel.
Der beste Platz zu Hause
Fotos mögen es kühl, trocken, dunkel und vor allem gleichbleibend. Archive gehen von einer Luftfeuchtigkeit zwischen etwa 30 und 50 Prozent und einer Temperatur von höchstens rund 21 Grad aus; kühler ist besser, solange es nicht feucht wird. Wichtiger als der genaue Wert ist, dass er nicht ständig schwankt. Ein einfaches Hygrometer zeigt dir, wie feucht es irgendwo ist.
Wo du Fotos besser nicht aufbewahrst:
- auf dem Dachboden, wo es im Sommer heiß und im Winter kalt ist
- im Keller oder Kriechkeller, wo Feuchtigkeit, Schimmel und Wasserschäden drohen
- in der Garage, im Schuppen oder in einem Lagerraum, wegen der Schwankungen und Schädlinge
- auf der Fensterbank oder anderswo in der Sonne, wo Farben verblassen
- über oder neben der Heizung, und lieber auch nicht an einer kalten Außenwand
- in einem frisch gestrichenen Zimmer oder einem nagelneuen Schrank, wegen der Dämpfe von Farbe, Kleber und Baumaterialien
Ein Schrank in einem beheizten Wohn- oder Schlafzimmer ist meist am besten. Stell die Schachteln nicht auf den Boden, damit sie trocken bleiben, falls doch einmal Wasser auf den Boden kommt.
Liegend oder stehend
Beides geht, solange die Fotos gut gestützt werden. Stehend klappt prima in einer Schachtel, die gerade voll genug ist, mit stabilen Trennblättern dazwischen, damit nichts schief rutscht oder sich verzieht. In einer halbleeren Schachtel kippen Fotos um und biegen sich. Leg sie dann lieber flach hin.
Große Abzüge, Fotos auf altem, brüchigem Karton und alles, was schon etwas empfindlich ist, bewahrst du immer liegend auf. Große und schwere Alben und Scrapbooks liegen ebenfalls besser flach, in einer eigenen Schachtel oder auf einem Regalbrett.
Was du dazwischenlegst
Wertvolle Fotos bekommen am besten jeweils eine eigene Hülle oder einen eigenen Umschlag. Bewahrst du Abzüge gestapelt auf, leg ein neutrales Zwischenblatt dazwischen, zum Beispiel säurefreies Seidenpapier. Das verhindert Reibung und Kratzer, vor allem bei matten Abzügen mit empfindlicher Oberfläche.
Bei alten Fotos achtest du auf eine Sache mehr. Viel säurefreies Papier ist mit Kalk gepuffert, um Säuren zu neutralisieren. Für die meisten modernen Abzüge ist das in Ordnung, aber frühe Fotos, alte Farbabzüge und Cyanotypien können gerade darunter leiden. Nimm für diese Fotos ungepuffertes Papier mit neutralem pH-Wert oder eine Hülle aus Polyester oder Polypropylen.
Was nicht dazwischen gehört: Zeitungspapier, normales Druckerpapier, Zettel mit Klebeband, Gummibänder, Büroklammern und Heftklammern.
Alte einzelne Fotos
Am sichersten liegen alte einzelne Fotos in einer eigenen Hülle aus Polypropylen oder Polyester oder in einem Umschlag aus ungepuffertem Papier, in einer geschlossenen Archivschachtel. Lass sie in der Reihenfolge, in der du sie gefunden hast. Die wirkt vielleicht zufällig, hatte aber oft eine Bedeutung für die Person, die sie aufbewahrt hat.
Nimm alte Fotos nur in die Hand, wenn es nötig ist, mit sauberen, trockenen Händen und an den Rändern. Finger hinterlassen Fett und Säuren auf der Bildoberfläche, also fass die Vorderseite nicht an. Stütz das ganze Foto und heb es nicht an einer Ecke hoch. Ein Foto, das eingerollt oder gefaltet ist, drückst du nie mit Gewalt flach.
Kleben Fotos in einem alten Album fest, lass sie vorerst, wo sie sind. Darum geht es in zwei anderen Artikeln in diesem Blog. Möchtest du ein altes Foto aufhängen, rahme eine Kopie und bewahre das Original in der Schachtel auf.
Negative nach dem Scannen
Wirf Negative nicht weg, auch nicht, wenn alles gescannt ist. Ein Negativ enthält oft mehr Details, als ein erster Scan erfasst, und mit einem besseren Scanner oder einem neuen Abzug holst du später noch mehr heraus.
Bewahre sie in Negativbögen oder Negativhüllen aus Polypropylen, Polyethylen oder Polyester auf, jeden Streifen in einem eigenen Fach. Die alte Tüte vom Fotoladen ist dafür meist nicht gemacht. Schreib auf den Bogen, um welchen Film, welches Jahr und welches Thema es geht, und gib ihm dieselbe Nummer wie den zugehörigen Scans und Abzügen. Negative gehören an die gleiche Art von Ort wie Fotos: kühl, trocken und dunkel.
Sicher auf die Rückseite schreiben
Ein Name und eine Jahreszahl auf der Rückseite machen ein Foto für die nächste Generation viel wertvoller. Nimm einen weichen Bleistift, etwa B oder 2B, und drück nur leicht auf. Schreib an den Rand oder in eine Ecke, nicht in die Mitte der Rückseite, denn dort drückt es sich schnell zur Vorderseite durch. Leg das Foto mit der Bildseite nach unten auf eine saubere, glatte Unterlage.
Nimm keinen Kugelschreiber, wegen des Drucks, und keinen Filzstift oder Permanentmarker auf dem Foto selbst. Tinte kann durchschlagen oder auf das darunterliegende Foto abfärben. Hat dein Abzug eine glatte, etwas kunststoffartige Rückseite, auf der Bleistift nicht gut hält, schreib auf die Hülle, den Umschlag oder ein Kärtchen dazu. Willst du trotzdem auf das Foto selbst schreiben, nimm einen Stift, der ausdrücklich für Fotos gedacht ist, und lass die Tinte gut trocknen. Einen Permanentmarker verwendest du nur außen auf Hüllen und Mäppchen.
Was oft schiefgeht
- Einen Riss mit Klebeband reparieren oder ein Foto laminieren. Beides verfärbt das Foto und kann die Bildschicht beschädigen.
- Das einzige Original im Rahmen in die Sonne hängen.
- Nasse Fotos aufeinanderliegen lassen. Leg sie so schnell wie möglich mit der Bildseite nach oben in einen kühlen, luftigen Raum und leg nichts auf die nasse Oberfläche.
- Alles „mal eben“ in eine Schachtel auf den Dachboden stellen, wo sie dann jahrelang stehen bleibt.
Du musst nicht alles an einem Wochenende erledigen. Fang mit den Fotos an, die dir am meisten bedeuten, gib ihnen eine gute Hülle und eine gute Schachtel und stell sie an einen ruhigen Ort. Der Rest kommt von allein.
Fragen zu diesem Thema
Wie bewahrt man alte Fotos am besten auf?
Bewahre sie kühl, trocken und dunkel auf, in fotosicheren Hüllen oder Umschlägen in einer geschlossenen Archivschachtel. Ein Schrank in einem beheizten Wohnzimmer ist meist besser als Dachboden, Keller oder Garage.
Welcher Kunststoff ist sicher für Fotos?
Polypropylen (PP), Polyester (PET, auch Mylar genannt) und Polyethylen (PE). Finger weg von PVC, weil die Weichmacher Fotos angreifen können.
Reicht säurefreies Papier für Fotos?
Nein. Säurefrei ist nicht dasselbe wie ligninfrei, und der Begriff ist nicht geschützt. Such am besten ein Produkt, das den Photographic Activity Test (PAT, ISO 18916) besteht.
Wie beschriftet man die Rückseite eines Fotos sicher?
Nimm einen weichen Bleistift (B oder 2B), drück leicht auf und schreib an den Rand. Hält Bleistift auf einer glatten Rückseite nicht, schreib auf die Hülle oder ein Kärtchen dazu. Nimm keinen Kugelschreiber oder Permanentmarker auf dem Foto selbst.


