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Ideen · 6 Min. Lesezeit

Scrapbooking mit Kindern

Schneiden, kleben und erzählen, was passiert ist: Kinder sind von Natur aus Scrapper. So fangt ihr gemeinsam an, mit Material, das sicher ist, und einem Buch, das wirklich ihnen gehört.

Kinderhände schneiden und malen am Tisch zwischen Buntpapier, einer Weltkarte und einer Schneidematte
Foto: Vanessa Loring · Pexels

Kinder schneiden, kleben und sammeln schon, bevor sie das Wort Scrapbook kennen. Eine Zugfahrkarte, ein schönes Blatt, ein Bild vom Tag: Das alles muss irgendwo aufbewahrt werden. Gemeinsames Scrappen gibt dem einen Platz. Außerdem ist es ein Hobby, bei dem du und dein Kind am selben Tisch an derselben Art von Arbeit sitzt, jeder auf seinem eigenen Niveau.

Ab welchem Alter geht das

Eigentlich ab dem Moment, in dem ein Kind etwas auf Papier drücken kann. Kleinkinder mit etwa zwei Jahren können Sticker kleben, mit dicken Wachsmalstiften malen und ein Stück Papier auf eine Klebestelle legen. Mit einer Kinderschere können Kinder ab etwa drei Jahren unter Aufsicht die ersten Schnitte machen.

Bis etwa fünf Jahre hältst du es einfach und kurz. Schneiden und Kleben klappt noch nicht von allein, und nach einer Viertelstunde ist die Konzentration oft aufgebraucht. Teilt euch die Arbeit: Du schneidest die Fotos zurecht, dein Kind sucht aus, wo sie hinkommen, und klebt sie fest.

Ab etwa sechs Jahren können Kinder selbst schneiden, ein paar Wörter schreiben und eine Seite gestalten. Ältere Kinder wollen oft selbst bestimmen, wie es aussieht, und erfinden manchmal schon ganze Geschichten zu ihren Fotos. Das Alter ist nur ein Richtwert; du merkst schnell selbst, was dein Kind schafft.

Sicherer Kleber, Scheren und Material

Für kleine Kinder funktioniert ein Klebestift am besten. Er ist sauber, trocknet schnell und lässt sich leicht wegwischen. Weißer Bastelkleber ist praktisch für schwerere Dinge wie Karton oder Knöpfe, macht dünneres Papier aber schnell nass und wellig. Doppelseitiges Klebeband ist eher etwas für ältere Kinder, weil es sich schwer wieder lösen lässt, wenn es falsch sitzt.

Vorsicht mit wertvollen Fotos. Kinderkleber ist meist auswaschbar und nicht immer säurefrei und kann ein Foto mit der Zeit angreifen. Gib Kindern deshalb Abzüge oder Kopien zum Arbeiten und bewahre die Originale außer Reichweite auf. Ein Foto, das schief oder mit Fingerabdruck im Buch landet, ist dann keine Katastrophe.

Bei Scheren nimmst du für kleine Kinder eine Kinderschere mit runder Spitze. Cutter und Papierschneider sind für Erwachsene. Bleib in der Nähe, solange geschnitten wird, und räum die Scheren danach weg.

Ein paar andere Dinge, auf die du achten solltest:

  • Kleinteile wie Pailletten, Knöpfchen und Strasssteine gehören nicht in die Hände von Kindern unter drei Jahren, weil sie verschluckt werden können.
  • Heftklammern auf der Rückseite einer Seite kannst du abkleben, damit niemand daran hängen bleibt.
  • Eine Heißklebepistole ist nichts für Kinderhände.
  • Deck den Tisch mit einer abwischbaren Decke oder alter Zeitung ab und halte ein feuchtes Tuch für Kleber und Glitzer bereit.

Das Tuch brauchst du ganz sicher bei Konfetti und Glitzer. Kinder lieben es, aber rechne damit, dass du es noch Monate später zwischen den Sofakissen findest.

Ein eigenes Album

Kinder, die an deinem Album mitarbeiten, merken schnell, dass sie nicht alles dürfen. Ein eigenes Buch löst das. Darin bestimmen sie, was hineinkommt, auch wenn das ein Foto von einem Müllauto ist oder eine Seite voller Sticker ohne Foto.

Wähl etwas Stabiles, das einiges aushält. Ein Skizzenbuch mit dickem Papier oder ein Ringordner mit losen Kartonblättern funktioniert gut. Ein Ringordner hat den Vorteil, dass eine misslungene Seite herausgenommen werden kann und neue leicht dazukommen.

Gib deinem Kind eine eigene Schachtel mit ein paar Fotos, Papier, Stickern und dem, was es selbst gesammelt hat: Eintrittskarten, Servietten, eine Tüte vom Bäcker. Etiketten von Kleidung oder eine Schleife von einem Geschenk machen sich auch gut. Vereinbart, dass du nur hilfst, wenn dein Kind darum bittet. Das Buch wird vielleicht nicht schön nach deinen Maßstäben, aber es gehört wirklich ihm.

Ein Urlaubstagebuch ist ein guter erster Schritt. Nimm eine Mappe mit losen Blättern, einen Klebestift, eine Schere, ein paar Filzstifte und einen Umschlag für die Eintrittskarten mit. Eine Zeichnung oder drei kurze Sätze pro Tag reichen. Ein fester Zeitpunkt, zum Beispiel nach dem Essen, hilft beim Durchhalten. Mach keinen Druck: Ein ausgelassener Tag gehört dazu.

Was sie dabei lernen

Scrappen ist mehr als Beschäftigung. Schneiden, Reißen, Falten und kleine Dinge genau platzieren trainiert die Feinmotorik: die kleinen Bewegungen von Händen und Fingern, die sie auch brauchen, um einen Stift zu halten. Außerdem können sie dabei lernen, länger bei einer Aufgabe zu bleiben.

Mindestens genauso wertvoll ist das Erzählen. Eine Seite zu gestalten heißt auszuwählen, was wichtig war, und es in eine Reihenfolge zu bringen. Frag bei jedem Foto, was passiert ist, wer dabei war und was am schönsten war. Schreib die Antworten wörtlich auf oder lass dein Kind das selbst machen, sobald es schreiben kann. Ein Satz wie „Die Ente hat mein Brot aufgegessen und dann musste ich weinen“ ist in zwanzig Jahren Gold wert.

Leg den Schwerpunkt auf das Machen, nicht auf das Ergebnis. Wenn ein Kind frustriert ist, weil es nicht so klappt, wie es wollte, sucht gemeinsam nach einer Lösung. Ein schief geschnittenes Foto kann einen neuen Rahmen bekommen, aus einem Fleck kann eine Blume werden.

Kindermaterial getrennt aufbewahren

Wer selbst scrappt, kennt das: Dein schönstes Designpapier ist plötzlich in Schnipsel geschnitten, und deine teure Stempelfarbe klebt auf der Tischdecke. Halte deshalb eine eigene Kiste oder Schublade mit Material bereit, das Kinder frei benutzen dürfen.

Da kann hinein:

  • Papier- und Kartonreste aus deinem eigenen Vorrat
  • Sticker, die du selbst nicht mehr benutzt
  • ein Klebestift, eine Kinderschere und ein paar Filzstifte
  • Buntpapier, Seidenpapier und ein Locher
  • gesammelte Karten, Etiketten, Bandreste und Knöpfe (für ältere Kinder)

Bewahre deine eigenen Sachen an einem Ort auf, an den Kinder nicht selbst herankommen. Dann musst du beim Scrappen nicht ständig Nein sagen, und dein Kind weiß genau, was erlaubt ist. Auch das Aufräumen geht leichter: Alles aus der Kinderkiste kommt zurück in die Kinderkiste.

Einfache Projekte für einen verregneten Nachmittag

Du musst kein ganzes Album planen. Ein paar Ideen für einen Nachmittag drinnen:

  1. Eine Seite über einen einzigen Tag. Druck drei oder vier Fotos von einem Ausflug aus, lass dein Kind sie aussuchen und aufkleben und schreibt gemeinsam ein paar Sätze dazu.
  2. Eine Handabdruck-Karte. Umfahre die Hand deines Kindes auf festem Papier, schneide sie aus und klebe sie auf eine Karte oder Seite. Macht das jedes Jahr, dann siehst du die Hände wachsen.
  3. Eine Papierkette. Schneide Streifen von etwa 1,5 × 20 cm, klebe sie zu ineinandergreifenden Ringen und nimm ein Stück davon als Rand für eine Seite.
  4. Konfetti mit dem Locher machen. Kinder lochen Buntpapier und streuen die Kreise auf eine Klebestelle. Gut für die kleinen Hände und ein Riesenspaß.
  5. Eine Seite über etwas, das sie sammeln: Muscheln, Steine, Kastanien. Mach ein Foto davon und klebe es ein, mit dem Fundort dazu.
  6. Eine „Das bin ich“-Seite mit Lieblingsessen, bestem Freund oder bester Freundin, Lieblingsfarbe und einem Selbstporträt. Wiederholt sie jedes Jahr.

Halte die Zeit kurz, besonders bei kleinen Kindern. Lieber zwanzig Minuten mit Freude als eine Stunde mit Tränen.

Bewahre auf, was sie machen

Kinderseiten sind oft voll und empfindlich, mit dicken Kleberschichten und Stickern, die sich lösen. Steck sie in eine Hülle oder bewahre sie flach in einer Schachtel auf. Willst du sie auch später noch zeigen können, ohne dass das Original leidet, dann scanne die schönsten Seiten. In Scrappd kannst du sie so auf ein eigenes Regal stellen, damit Oma und Opa mitschauen können.

Fragen zu diesem Thema

Ab welchem Alter können Kinder scrapbooken?

Kleinkinder mit etwa zwei Jahren können schon Sticker kleben und malen. Ab etwa sechs Jahren schneiden Kinder meist selbst und können eine Seite gestalten.

Welcher Kleber ist sicher für Scrapbooking mit Kindern?

Für kleine Kinder funktioniert ein Klebestift am besten: Er ist sauber, trocknet schnell und lässt sich leicht wegwischen. Gib Kindern Abzüge oder Kopien statt Originalfotos.

Wie gestaltet ein Kind ein eigenes Scrapbook?

Gib ihm ein stabiles Skizzenbuch oder einen Ringordner und eine eigene Schachtel mit Fotos, Papier und Stickern. Du hilfst nur, wenn das Kind darum bittet.

Welche einfachen Scrapbook-Projekte kann man mit Kindern machen?

Zum Beispiel eine Seite über einen einzigen Tag mit ein paar ausgedruckten Fotos, eine Handabdruck-Karte oder eine „Das bin ich“-Seite. Halte es kurz: lieber zwanzig Minuten mit Freude als eine Stunde mit Tränen.

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