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Aufbewahren · 6 Min. Lesezeit

Festgeklebte Fotos sicher aus einem alten Album lösen

Fotos, die an Klebstoff, Karton oder Folie festsitzen, bekommst du oft doch los, wenn du ruhig arbeitest und weißt, wann du aufhören solltest.

Aufgeschlagenes altes Fotoalbum: links ein vergilbtes, fast verblasstes Porträt, rechts ein Sepiafoto einer Familie
Foto: Colin Fearing · Pexels

Du blätterst durch das Album deines Opas und möchtest das eine Foto von ihm als Jungen herausnehmen, um es einzurahmen oder eine Kopie machen zu lassen. Du ziehst vorsichtig an einer Ecke und spürst sofort Widerstand. Hör da auf. Mit ein paar einfachen Hilfsmitteln und vor allem Geduld bekommst du viele Fotos heil heraus, aber Ziehen ist nie der richtige Weg.

Zuerst die Seite festhalten

Bevor du irgendetwas löst, scannst oder fotografierst du die ganze Seite. Dann weißt du später genau, wie alles lag, welche Fotos zusammengehörten und was dazugeschrieben war. Und falls doch etwas schiefgeht, hast du zumindest ein gutes Bild des Fotos, wie es vorher war.

Schreib auch auf, was rund um das Foto auf der Seite steht. Ein Name oder eine Jahreszahl in weißem Stift auf schwarzem Karton gehört zu diesem Foto, und diese Information geht verloren, sobald das Foto lose auf dem Tisch liegt.

Muss es überhaupt raus?

Die ehrliche Antwort: oft nicht. Ein Album ist mehr als eine Sammlung von Fotos. Die Reihenfolge, die Beschriftungen und die Auswahl der Person, die es gemacht hat, erzählen auch eine Geschichte. Museen und Archive lassen alte Alben und Scrapbooks deshalb meistens ganz und arbeiten mit Kopien.

Willst du ein Foto vergrößern, teilen oder in einem neuen Scrapbook verwenden, reicht ein guter Scan fast immer aus. Du kannst ihn ausdrucken und so oft verwenden, wie du willst, während das Original sicher an seinem Platz bleibt.

Es gibt aber gute Gründe, ein Foto doch zu lösen:

  • Das Album fällt auseinander und die Seiten werden immer brüchiger.
  • Die Fotos stecken in einem selbstklebenden Album und fangen an, sich zu verfärben.
  • Auf der Rückseite steht vielleicht etwas, das du lesen möchtest.
  • Das Foto sitzt schief oder halb lose und nimmt bei jedem Umblättern mehr Schaden.

Wenn du unsicher bist, lass es drin. Was du heute nicht löst, kannst du später immer noch lösen.

Zahnseide, Spatel und Geduld

Für Fotos, die mit Klebstoff, Klebeband oder alten Fotoecken auf Papier oder Karton sitzen, brauchst du nicht viel:

  • Ungewachste, flache Zahnseide.
  • Einen dünnen, glatten Spatel. Ein Mikrospatel, wie ihn Restauratorinnen und Restauratoren verwenden, ist ideal; ein flaches Falzbein oder ein dünnes Palettmesser geht auch. Kein scharfes Messer.
  • Saubere, trockene Hände. Berühr das Bild so wenig wie möglich, denn Fett und Feuchtigkeit von deinen Fingern hinterlassen Spuren.

Fang an einer Ecke an, an der das Foto schon ein bisschen lose ist. Schieb die Zahnseide dahinter, halte sie an beiden Enden straff und führe sie mit einer sanften Sägebewegung weiter unter das Foto. Arbeite in kleinen Abschnitten und heb das Foto nicht an; lass die Zahnseide die Arbeit machen.

Klappt das nicht, schieb den Spatel ganz flach unter den Rand und arbeite dich Millimeter für Millimeter weiter. Spürst du, dass sich das Foto biegt oder das Papier der Rückseite mitkommt, mach an einer anderen Stelle weiter oder hör auf.

Nimm dir Zeit. Ein Foto, das nach zehn Minuten noch festsitzt, sitzt auch morgen noch fest. Ruhiges Arbeiten verhindert die meisten Schäden.

Fotos unter Folie

Am schwierigsten sind die selbstklebenden Alben aus den Siebziger- und Achtzigerjahren, auch Magnetalben genannt. Die Fotos liegen dort auf einem Karton mit Klebestreifen, darüber eine Folie. Nach Jahren ist der Klebstoff oft gelb und hart geworden oder gerade klebrig, und auch die Folie kann am Foto festkleben.

So gehst du vor:

  1. Zieh die Folie langsam zurück, vom Buchrücken zum äußeren Rand. Geht es schwer oder klebt sie am Foto, hör bei diesem Foto auf.
  2. Versuch, die Zahnseide unter dem Foto hindurchzuziehen, von einer Ecke zur gegenüberliegenden Seite.
  3. Gibt der Klebstoff nicht nach, kannst du den Karton auf der Rückseite ganz kurz und vorsichtig mit einem Föhn auf der niedrigsten Stufe erwärmen. Lauwarmer Klebstoff löst sich manchmal leichter. Halte den Föhn auf Abstand, erwärme nicht die Vorderseite des Fotos und lass diesen Schritt lieber weg, wenn du unsicher bist.
  4. Verwende keine Lösungsmittel auf dem Foto selbst. Es gibt Mittel zum Lösen von Klebstoff für den Bastelbedarf, aber die sind für Papier gedacht und können die Bildschicht eines Fotos angreifen. Teste sie nie an einem Foto, das dir wichtig ist.

Sitzt ein Foto wirklich bombenfest, ist es klüger, es drinzulassen. Scanne die Seite ohne die Folie, wenn sie sich lösen lässt, oder mit Folie, wenn es nicht anders geht. Nimm die Seite danach aus dem Album und bewahre sie flach und separat auf. Lieber ein guter Scan von einem festsitzenden Foto als ein zerrissenes Foto.

Alte Zeitungsausschnitte

Ausschnitte sind empfindlicher als Fotos. Zeitungspapier enthält viel Lignin, einen Stoff aus Holz, und wird dadurch sauer, gelb und brüchig. Manchmal bricht es schon, wenn du es anhebst. Außerdem kann es auf das abfärben, was daneben liegt, sodass du braune Flecken auf Fotos siehst, die jahrelang daran lagen.

Bei Ausschnitten gilt deshalb erst recht: lieber drinlassen und einen Scan oder eine Kopie machen. Willst du den Inhalt aufbewahren, ist eine Kopie auf säurefreiem Papier oft haltbarer als das Original.

Muss ein Ausschnitt doch heraus, zum Beispiel weil er ein Foto verfärbt, arbeite mit dem Spatel und nie mit Zahnseide, denn die schneidet durch dünnes Papier. Stütz den Ausschnitt beim Lösen mit einem Blatt Papier und leg ihn sofort flach in eine Mappe. Bewahre Ausschnitte künftig nicht direkt an Fotos auf.

Wann hörst du auf?

Hör sofort auf, wenn du eines davon bemerkst:

  • Das Papier der Fotorückseite bleibt auf der Seite kleben.
  • Das Foto fängt an, sich zu wellen oder zu knicken.
  • Von der Bildschicht lösen sich Schüppchen.
  • Die Seite selbst reißt oder zerbröselt.
  • Du wirst gereizt oder hast es eilig.

Das Letzte ist kein Witz. Die meisten Schäden entstehen auf dem letzten Stück, wenn du fast fertig bist und doch kurz ziehst.

Geht es um ein Foto, das wirklich unersetzlich ist, um ein Album mit großem historischem Wert oder um Fotos mit Wasserschaden, frag eine Restauratorin oder einen Restaurator für Papier und Fotografie um Rat. Sie haben Werkzeuge und Wissen, mit denen du zu Hause nicht mithalten kannst, und können auch beurteilen, ob das Lösen überhaupt sinnvoll ist.

Wenn ein Foto doch reißt

Das passiert auch dem vorsichtigsten Scrapper. Keine Panik, und fang nicht an zu kleben.

  • Verwende kein Klebeband, auch kein sogenanntes unsichtbares Klebeband. Es verfärbt sich, hinterlässt Kleberreste und kann beim Entfernen die Bildschicht mitreißen.
  • Laminiere das Foto nicht.
  • Leg alle Stücke zusammen, mit der Bildseite nach oben, in einen säurefreien Papierumschlag oder eine Hülle aus Polypropylen, Polyethylen oder Polyester.
  • Scanne die Stücke so schnell wie möglich, nebeneinander und so passgenau wie möglich aneinandergelegt. Mit Bildbearbeitung kannst du den Riss danach oft fast unsichtbar machen.

Den reparierten Scan druckst du für dein Album oder einen Bilderrahmen aus. Das gerissene Original bewahrst du flach und separat auf. Eine Restauratorin oder ein Restaurator kann es später noch fachgerecht reparieren, wenn du das möchtest.

Danach

Bewahre gelöste Fotos flach auf, in säurefreien Umschlägen oder Hüllen aus Polypropylen, Polyethylen oder Polyester, und notiere dazu, aus welchem Album und von welcher Seite sie stammen. Möchtest du sie wieder in ein Album kleben, nimm Fotoecken statt Klebstoff. Dann muss sie nie wieder jemand mit Zahnseide lösen.

Fragen zu diesem Thema

Wie löse ich Fotos aus einem alten Klebealbum, ohne sie zu beschädigen?

Scanne zuerst die Seite. Schieb dann ruhig ungewachste Zahnseide oder einen dünnen Spatel unter eine Ecke des Fotos und arbeite dich Millimeter für Millimeter weiter. Sitzt es fest, zieh niemals daran.

Wie bekomme ich Fotos aus einem selbstklebenden Album oder Magnetalbum?

Zieh die Folie langsam zurück und versuch, die Zahnseide unter dem Foto hindurchzuziehen. Sitzt ein Foto bombenfest, lass es drin und scanne die Seite. Verwende keine Lösungsmittel auf dem Foto selbst.

Was tun, wenn ein festgeklebtes Foto reißt?

Kein Klebeband verwenden und nicht laminieren. Leg die Stücke mit der Bildseite nach oben in einen Umschlag oder eine Hülle und scanne sie so schnell wie möglich, damit du den Riss digital reparieren kannst.

Wann sollte man ein Foto besser im Album lassen?

Wenn das Papier der Rückseite auf der Seite kleben bleibt, sich das Foto wellt oder die Bildschicht abblättert. Bei unersetzlichen Fotos oder einem wertvollen Album fragst du eine Restauratorin oder einen Restaurator um Rat.

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