Getrocknete Blumen und Blätter im Journal oder Album
Ein Veilchen aus dem Garten oder ein Blatt vom Spaziergang: So presst du Natur, befestigst sie, ohne dass sie bricht, und schützt deine Fotos.

Ein Veilchen aus dem Garten, ein Blatt vom Waldspaziergang, die kleine Blüte aus dem Brautstrauß. Natur auf einer Seite gibt etwas, das Papier nicht kann: Sie ist echt. Sie ist aber auch empfindlich. Mit ein paar Gewohnheiten bleibt sie schön, und der Rest deines Buchs leidet nicht darunter.
Welche Blumen und Blätter sich eignen
Flach ist dein bester Freund. Blumen mit dünnen, offenen Blütenblättern trocknen sauber und liegen später flach auf der Seite. Denk an Veilchen, Vergissmeinnicht, Butterblumen, Gänseblümchen, kleine Anemonen, feine Gräser, Farnblätter und einzelne Blütenblätter.
Dicke Blütenköpfe wie Rosen, Pfingstrosen oder eine ganze Tulpe sind schwieriger. Sie trocknen ungleichmäßig, halten lange Feuchtigkeit und wölben dein Buch. Zupf sie auseinander und presse die Blütenblätter einzeln, oder nimm eine Knospe statt der vollen Blüte.
Pflück an einem trockenen Tag, wenn der Tau weg ist und die Blüte gerade aufgegangen ist. Eine nasse oder schon verblühte Blume wird braun und schlaff. Und pflück in der Natur nur, was du pflücken darfst: In Naturschutzgebieten und an Wegrändern wachsen manchmal geschützte Arten. Dein eigener Garten, ein Strauß vom Markt oder ein Blumenstrauß, den du geschenkt bekommen hast, ist immer sicher.
Blumen in einem Buch pressen
Die einfachste Methode ist auch die beste. Du brauchst ein dickes, schweres Buch, das du eine Weile entbehren kannst, und Papier, das Feuchtigkeit aufnimmt.
- Leg ein Blatt Löschpapier, Küchenpapier oder ungestrichenes Druckerpapier auf eine Seite des Buchs. Backpapier geht auch und klebt nicht an der Blume, nimmt aber keine Feuchtigkeit auf.
- Leg die Blumen darauf, ohne dass sie sich berühren. Leg die Blütenblätter so, wie du sie später sehen willst, jetzt geht das noch.
- Leg ein zweites Blatt Papier darüber und schließ das Buch.
- Stell noch etwas Schweres obendrauf: ein paar andere Bücher oder ein Bügeleisen, das nicht eingeschaltet ist.
- Lass es als Richtwert ein bis drei Wochen an einem trockenen Ort liegen, bis die Blumen sich wie Papier anfühlen. Wechsle das Papier nach ein paar Tagen, wenn es sich feucht anfühlt.
Das Papier ist wichtig. Ohne Zwischenlage zieht die Feuchtigkeit in die Seiten des Buchs, und die können Flecken bekommen. Nimm also kein Buch, das dir lieb ist.
Wer öfter presst, kann eine Blumenpresse bauen oder kaufen: zwei Brettchen mit Schrauben an den Ecken und Lagen aus Karton und Löschpapier dazwischen. Das Prinzip ist dasselbe, nur gleichmäßiger und schneller. Es gibt auch Methoden mit der Mikrowelle oder dem Bügeleisen. Die sind schnell, aber die Gefahr, dass deine Blume verbrennt oder sich verfärbt, ist größer. Probier es zuerst mit einer Blume, an der du nicht hängst.
Ist sie wirklich trocken?
Genau hier geht oft etwas schief. Eine Blume, die außen trocken wirkt, kann im Inneren noch Feuchtigkeit enthalten. Das merkst du erst, wenn sie ein paar Wochen in deinem Album steckt.
Eine gut getrocknete Blume fühlt sich wie Papier an, biegt sich nicht mehr schlaff durch und fühlt sich auf der Haut nicht kühl an. Bist du unsicher, lass sie noch eine Woche liegen. Das kostet nichts, während eine zu früh eingeklebte Blume dich eine Seite kosten kann.
Bleibt die Farbe erhalten?
Ehrliche Antwort: nicht ganz. Jede getrocknete Blume verändert ihre Farbe. Manche werden heller, andere dunkler oder etwas bräunlicher. Blau, Lila und Gelb halten in der Regel am längsten. Rot wird oft dunkel, Weiß und Rosa können vergilben oder braun werden.
Ein paar Dinge helfen aber:
- Schnell trocknen. Je schneller die Feuchtigkeit raus ist, desto mehr Farbe bleibt. Wechsle das Papier rechtzeitig.
- Dunkel aufbewahren. Licht ist der größte Feind der Farbe. Ein Album, das geschlossen im Schrank steht, bleibt länger schön als ein Journal, das offen auf der Fensterbank liegt.
- Akzeptieren. Der sanfte, verblasste Look passt gerade gut zu einer Vintage- oder Naturseite. Viele Scrapper finden ihn schöner als die kräftige frische Farbe.
Willst du die ursprüngliche Farbe unbedingt festhalten, mach ein Foto von der frischen Blume und kleb es daneben.
Befestigen, ohne dass sie brechen oder verrutschen
Getrocknete Blumen sind spröde. Jedes Mal, wenn du das Buch auf- und zuklappst, reiben sie an der gegenüberliegenden Seite. Wähl deshalb eine Methode, die zu deinem Buch passt.
- Eine dünne Schicht Kleber. Streich den Kleber auf die Seite, nicht auf die Blume, und leg die Blume vorsichtig hinein. Ein Kleber, der klar auftrocknet, funktioniert am besten. Dicke Kleckse hinterlassen Flecken.
- Transparentes Klebeband. Ein Streifen über dem Stiel hält eine Blume an ihrem Platz, ohne dass du sie ganz einkleben musst. Washi Tape (dünnes japanisches Klebeband aus Papier) geht auch, schön, wenn man das Tape ruhig sehen soll.
- Ein Fensterchen. Schneid einen Kreis oder ein Rechteck aus deiner Seite, kleb auf beiden Seiten transparentes Klebeband oder Folie über das Loch und leg die Blume dazwischen. So kannst du sie von zwei Seiten anschauen. Zeichne die Schnittlinie mit Bleistift, nicht mit Kuli, damit du sie wegradieren kannst, ohne das Papier zu beschädigen.
- Selbstklebende Folie oder Laminieren. Leg die Blumen auf die Klebeseite eines Stücks Bucheinbandfolie und leg ein zweites Stück darüber, mit einem Rand von etwa ein bis zwei Zentimetern. Dann können sie nicht mehr verrutschen und brechen kaum. Ein laminiertes Blümchen in einem ausgeschnittenen Fenster ist auch eine schöne Lösung für eine Karte.
- Eine Schicht Lack oder Decoupage-Kleber darüber. Das festigt die Blume und gibt ihr einen glänzenden, fast laminierten Look. Das funktioniert gut auf einem Lesezeichen oder einem Umschlag, ist aber endgültig.
- Ein Briefumschlag oder Tütchen. Für die wirklich zerbrechlichen Dinge, wie ein Rosenblatt aus einem Strauß, ist ein kleiner Umschlag aus Pergamin oder ein durchsichtiges Tütchen in deinem Album am sichersten. Du kannst es herausnehmen und anschauen, ohne dass es an anderen Seiten scheuert.
Ein Tipp, der viel ausmacht: Leg ein Blatt Löschpapier oder dünnes Transparentpapier gegenüber der Seite mit den Blumen. Dann reiben sie nicht an der nächsten Doppelseite.
Naturmaterial und Säure
Blumen und Blätter sind kein Archivmaterial. Pflanzenreste enthalten Säuren und Lignin, den Stoff, der auch Papier vergilben lässt. Mit den Jahren können sie sich verfärben und Flecken auf dem Papier darunter hinterlassen.
Für dein Journal ist das meistens kein Problem. Es gehört zum Charakter. Bei einem Album mit Fotos ist es klug, etwas Abstand zu halten.
- Lass Blumen keine Fotos berühren. Kleb sie neben das Foto, nicht darauf oder darunter.
- Setz sie am besten auf ein eigenes Stück Cardstock (festes, dickes Papier), das als Puffer dient.
- Leg harte oder spitze Dinge wie Muscheln oder Zweiglein so hin, dass sie die Fotos nicht zerkratzen können, wenn du das Album zuklappst.
- Nimm für den Rest der Seite säurefreies Papier und fotosicheren Kleber, wie du es immer tust.
Schimmel und Fäulnis vermeiden
Schimmel kommt fast immer von Feuchtigkeit: in der Blume selbst oder in dem Raum, in dem dein Buch steht.
- Kleb nur ein, was ganz trocken ist. Eine Blume, die noch Feuchtigkeit enthält, fängt in einem geschlossenen Buch an zu faulen oder zu schimmeln.
- Frische Blumen oder Beeren gehören nicht in ein Album. Dicke Stiele, Samenkapseln und fleischige Blätter auch nicht, es sei denn, sie sind gründlich getrocknet.
- Bewahr dein Buch an einem trockenen Ort mit gleichmäßiger Temperatur auf. Nicht in einem feuchten Keller oder auf einem kalten Dachboden.
- Schau ab und zu zwischen deine Seiten. Siehst du weiße oder grüne Flusen, nimm die Blume sofort heraus und lass die Seite lüften. Kleine Tierchen wie Bücherläuse mögen Pflanzenreste ebenfalls.
Lieber keine echte Blume? Scanne oder drucke sie
Manchmal ist eine echte Blume einfach keine gute Idee. In einem Album, das Generationen überdauern soll, bei Fotos, die du nicht riskieren willst, oder in einem Buch, das oft in die Hand genommen wird.
Leg die gepresste Blume dann auf die Glasplatte deines Scanners, mit einem weißen oder schwarzen Blatt darüber. Das Ergebnis ist überraschend detailreich: Du siehst jede Blattader. Den Scan kannst du auf schönes Papier drucken, ausschneiden und einkleben wie jedes andere Bild. Du kannst ihn auch verkleinern, wiederholen oder als Hintergrund verwenden.
Ein Foto der frischen Blume funktioniert genauso gut und hat den Vorteil, dass die Farbe stimmt. So hast du das Beste aus zwei Welten: die echte Blume sicher in einem Umschlag und das Bild frei auf der Seite.
Ein paar Ideen für den Anfang
- Eine Herbariumseite: eine Art pro Seite, mit Namen, Datum und Fundort in deiner eigenen Handschrift dazu.
- Eine Jahreszeitenseite mit dem, was du in einem Monat aus dem Garten oder von einem Spaziergang mitbringst.
- Die Blüte aus einem Hochzeits- oder Trauerstrauß in einem Fenster neben der Karte von diesem Tag.
- Selbstgemachtes Papier: Getrocknete Blütenblätter, zwischen zwei Lagen dünnes Teebeutelpapier geklebt, ergeben ein leicht durchscheinendes Blatt mit eigenem Charakter.
Fang mit ein paar Veilchen aus dem Garten und einem dicken Buch an. In ein paar Wochen weißt du genau, wie sie werden.
Fragen zu diesem Thema
Wie trocknet und presst man Blumen für ein Journal?
Leg die Blumen zwischen Löschpapier oder Küchenpapier in ein dickes, schweres Buch, ohne dass sie sich berühren, und stell noch etwas Schweres obendrauf. Als Richtwert dauert es ein bis drei Wochen; wechsle das Papier nach ein paar Tagen, wenn es sich feucht anfühlt.
Woran erkennt man, ob eine getrocknete Blume wirklich trocken ist?
Eine gut getrocknete Blume fühlt sich wie Papier an, biegt sich nicht mehr schlaff durch und fühlt sich auf der Haut nicht kühl an. Bist du unsicher, lass sie noch eine Woche liegen.
Wie klebt man getrocknete Blumen ein, ohne dass sie brechen?
Nimm eine dünne Schicht Kleber auf der Seite (nicht auf der Blume), einen Streifen transparentes Klebeband über dem Stiel oder ein Fensterchen mit Klebeband oder Folie auf beiden Seiten. Für sehr zerbrechliche Blumen ist ein Umschlag oder Tütchen am sichersten.
Können getrocknete Blumen Fotos beschädigen?
Ja. Pflanzenreste enthalten Säuren und Lignin und können sich nach Jahren verfärben und Flecken verursachen. Kleb Blumen deshalb neben Fotos und nicht darauf oder darunter, und setz sie am besten auf ein eigenes Stück Cardstock.


