Digitale Scrapbook-Seiten drucken und ein Fotobuch erstellen
Deine digitalen Seiten sind fertig, und du willst sie in den Händen halten. So wählst du Format und Auflösung, und so vermeidest du unscharfe Fotos, matte Farben und eine Naht in deinem Spread.

Auf dem Bildschirm sehen deine digitalen Seiten wunderschön aus. Aber erst wenn du sie in den Händen hältst, fühlen sie sich wirklich wie ein Buch an. Das Drucken klappt oft gut, manchmal ist das Ergebnis aber enttäuschend: ein unscharfes Foto, matte Farben oder ein Rand, der fehlt. Mit ein paar Entscheidungen vorab verhinderst du das.
Wähl dein Format, bevor du anfängst
Die wichtigste Entscheidung triffst du nicht beim Drucken, sondern wenn du deine erste Seite gestaltest. Das Format deiner Datei muss dazu passen, wie du sie drucken willst.
Der Standard beim Scrapbooking ist eine quadratische Seite von 30,5 × 30,5 cm (12 × 12 Inch). Arbeitest du damit, hast du die größte Auswahl: Die meisten Papiere und Elemente aus digitalen Kits (Pakete mit Hintergründen, Verzierungen und Buchstaben) sind dafür gemacht, und kleiner drucken kannst du später immer noch. Andere gängige Formate sind 20 × 20 cm, 25 × 25 cm und A4.
Ein paar Dinge, auf die du achten solltest:
- Wähl ein Format für ein ganzes Album. Wechselst du, wirkt das Buch unruhig.
- Willst du ein Fotobuch erstellen lassen, schau zuerst, welche Formate der Anbieter hat, und fang erst danach an.
- Ein kleineres quadratisches Format ist günstig und handlich, wird aber schnell voll. Es passt am besten zu einfachen Seiten mit einem bis vier Fotos.
- A4 passt in jeden Drucker zu Hause, ist aber hochkant statt quadratisch.
Wie viele Pixel du brauchst
Für einen Druck, den du aus der Nähe anschaust, sind 300 Pixel pro Inch der übliche Wert. Das nennt man ppi oder dpi; für diesen Zweck bedeutet beides dasselbe. Für eine Seite von 30,5 × 30,5 cm sind das 3600 × 3600 Pixel.
Zum Vergleich:
- A4 (21 × 29,7 cm): etwa 2480 × 3508 Pixel
- ein Foto von 10 × 15 cm: etwa 1181 × 1772 Pixel
- eine Doppelseite von 61 × 30,5 cm: 7200 × 3600 Pixel
Stell das ein, wenn du eine neue Datei anlegst, bevor du Fotos darauf setzt. Nachträgliches Vergrößern fügt keine Details hinzu.
Was wirklich zählt, ist die Anzahl der Pixel, nicht die Zahl, die bei dpi steht. Eine Datei mit der Angabe 72 dpi kann sich gut drucken lassen, wenn sie genug Pixel hat. Umgekehrt wird eine kleine Datei nicht schärfer, wenn du 300 dpi daraus machst. Schau also auf die Abmessungen in Pixeln: unter Windows über Eigenschaften, auf dem Mac über Informationen.
Bewahr außerdem immer die Originaldatei auf. Fotos, die du über eine Messenger-App verschickt oder bekommen hast, sind oft stark verkleinert. Dasselbe gilt für Bilder von Websites und Screenshots: Die sind für einen Bildschirm gemacht, nicht für Papier. Verschick Fotos lieber per E-Mail in Originalgröße oder über einen Dienst für große Dateien.
Die Meldung „niedrige Auflösung“
Programme und Fotobuchanbieter warnen dich, wenn ein Foto oder Element zu wenige Pixel für die Stelle hat, an der du es platzierst. Oft siehst du ein gelbes oder rotes Dreieck oder eine Meldung, dass du zu weit hineingezoomt hast. Das Programm rechnet aus, wie groß du das Bild gemacht hast, und merkt, dass zu wenige Pixel pro Zentimeter übrig bleiben.
Nimm diese Meldung ernst. Auf dem Bildschirm siehst du den Unterschied nicht, weil ein Bildschirm alles klein und klar zeigt. Auf Papier wird das Bild gestreckt, und du siehst Klötzchen oder unscharfe Kanten.
Was du tun kannst:
- Such die Originaldatei in voller Größe.
- Mach das Foto auf deiner Seite kleiner. Bei einer kleineren Größe reicht die Auflösung dann aus.
- Prüf nach dem Verschieben oder Umbenennen von Dateien, ob dein Programm das Foto noch findet. Geht die Verknüpfung verloren, nimmt es manchmal eine kleine Vorschau, und der Druck wird körnig.
- Ein Programm, das Bilder mit künstlicher Intelligenz vergrößert, kann ein Foto retten, aber Gesichter werden manchmal unnatürlich glatt. Nutz es nur, wenn es nicht anders geht.
Kleine Schrift ist besonders empfindlich. Machst du eine verkleinerte Version, um sie online zu zeigen, wird kleine Schrift darin schnell unleserlich. Das ist kein Problem, solange du zum Drucken die vollständige Datei nimmst. Gib verkleinerten Versionen deshalb einen anderen Namen.
Zu Hause drucken, Einzelabzüge oder ein Fotobuch
Es gibt drei Wege, deine Seiten aufs Papier zu bringen. Jeder hat seine eigenen Vorteile.
Ein Fotobuch passt zu einer abgeschlossenen Geschichte: einem Urlaub, einem Jahr oder einer Familiengeschichte. Du bringst deine Seiten in die richtige Reihenfolge, schickst sie an einen Fotobuchanbieter und bekommst ein gebundenes Buch zurück. Es sieht ordentlich aus, ist aber auch fest: Du kannst später nichts mehr hinzufügen oder verschieben.
Einzelabzüge in einem Album mit Hüllen geben dir Freiheit. Du kannst Seiten hinzufügen, austauschen und umsortieren, so lange du willst, ohne Deadline. Das passt zu einem Album, das mitwächst, etwa einem Jahr mit deinen Kindern. Such Hüllen, die zu deinem Format passen, und wähl sicheren Kunststoff wie Polypropylen.
Zu Hause drucken ist ideal für kleinere Formate und für hybrides Arbeiten: Du druckst Papiere und Elemente aus und arbeitest dann mit Schere und Kleber weiter. Nimm für Fotos und Hintergründe Fotopapier oder festes Papier, und wähl im Druckfenster die richtige Papiersorte und die höchste Qualität. Viele Drucker zu Hause können nicht randlos drucken, rechne also mit einem weißen Rand von ein paar Millimetern.
Bist du unsicher, fang klein an: eine Seite, ein Druck, eine Hülle.
Eine 30 × 30-Seite drucken, wenn du nur A4 hast
Eine Seite von 30,5 cm passt nicht auf ein A4-Blatt mit 21 cm Breite. Du hast ein paar Möglichkeiten:
- Verkleinere die Seite. Du bekommst dann ein Quadrat von etwa 20 × 20 cm. Alles wird kleiner, aber die Proportionen bleiben stimmig. Das funktioniert für ein kleineres Album oder ein Journal.
- Lass die Seiten woanders drucken. Fotoservices und Copyshops können größer drucken als dein Drucker zu Hause. Frag vorher, welche Formate sie anbieten und wie sie deine Datei bekommen möchten.
- Teil die Seite auf zwei Blätter auf. Das geht, aber plan dann vorher, wo die Naht hinkommt, zum Beispiel an eine ruhige Stelle im Hintergrund.
- Arbeite künftig in A4. Viele digitale Papiere gibt es auch in einer A4-Version.
Achte beim Drucken auf die Skalierung. Wähl „Tatsächliche Größe“ oder „100 Prozent“ und nicht „An Seite anpassen“. Sonst skaliert der Drucker nach eigenem Ermessen, und deine Maße stimmen nicht mehr. Bei „Füllen“ kann der Drucker dagegen Ränder deines quadratischen Designs abschneiden. Schau dir immer die Druckvorschau an und prüf Ränder und Ausrichtung.
Warum Farben auf Papier anders aussehen
Ein Bildschirm leuchtet selbst und mischt Farben aus Rot, Grün und Blau (RGB). Ein Drucker arbeitet mit Tinte auf Papier, meist Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK). Papier leuchtet nicht, es wirft das Licht zurück. Deshalb sind Drucke oft dunkler und weniger leuchtend als das, was du auf dem Bildschirm gesehen hast. Vor allem helle, kräftige Farben sind auf Papier schwierig.
Auch dein Bildschirm selbst spielt mit. Ist die Helligkeit hoch eingestellt, wirken deine Seiten heller, als sie sind. Was hilft:
- Stell deinen Bildschirm nicht auf die höchste Helligkeit, wenn du Farben beurteilst.
- Mach zuerst einen Probedruck, am besten von einer Seite mit hellen Farben und kleinen Details.
- Druckt dein Drucker immer zu dunkel, erhöh in deinem Design Helligkeit und Sättigung ein kleines bisschen.
- Schau dir den Probedruck in dem Licht an, in dem du das Album auch lesen wirst.
Bei einem Fotobuch kannst du oft zuerst ein kleines Heft oder einen einzelnen Druck bestellen. Gerade bei einem großen Projekt lohnt sich das.
Eine Doppelseite ohne Naht
Hast du einen Spread gestaltet, also zwei Seiten, die als Ganzes über das Buch laufen? In einem normal gebundenen Fotobuch verschwindet die Mitte teilweise im Buchrücken. Ein Gesicht oder ein Titel genau in der Mitte geht dann verloren.
Die Lösung ist ein Fotobuch mit Layflat-Bindung. Dabei liegt das Buch ganz flach offen, und der Druck läuft ohne Unterbrechung über beide Seiten. Das kostet meist etwas mehr, aber bei Spreads ist es der Unterschied zwischen schön und knapp daneben.
So bereitest du es vor:
- Gestalte den Spread als eine Datei mit doppelter Seitenbreite oder als zwei Seiten, die genau aneinander anschließen. Frag nach, wie dein Anbieter ihn haben möchte.
- Halte Wichtiges wie Gesichter und Text aus der Mitte heraus und weit genug weg von den Rändern.
- Lass deinen Hintergrund über den Beschnittrand hinauslaufen. Druckereien schneiden ein kleines Stück vom Rand ab, deshalb kann ein Design, das genau am Rand endet, einen weißen Streifen ergeben.
Bei Einzelabzügen in einem Album hast du immer eine Naht zwischen den beiden Blättern. Leg sie dicht aneinander und wähl ein Design, bei dem eine schmale Naht nicht stört.
Bevor du auf Bestellen klickst
Geh diese Punkte noch einmal durch:
- Passt das Format zu dem, was die Druckerei oder dein Drucker kann?
- Haben deine Seiten 300 ppi in Originalgröße, und gibt es keine Meldungen über niedrige Auflösung mehr?
- Hast du ein JPG in hoher Qualität oder ein PDF bereitgelegt? Ein PDF kann mehrere Seiten enthalten und erhält die Qualität gut, wenn du es in hoher Qualität exportierst.
- Steht nichts Wichtiges zu nah am Rand oder in der Mitte eines Spreads?
- Hast du dir einen Probedruck angeschaut?
Speicher danach deine Arbeitsdateien und die Druckversionen an zwei Orten. Dann kannst du später jederzeit ein neues Exemplar machen lassen.
Fragen zu diesem Thema
Wie viele Pixel braucht eine digitale Scrapbook-Seite zum Drucken?
Etwa 300 Pixel pro Inch. Für eine Seite von 30,5 × 30,5 cm sind das 3600 × 3600 Pixel, und nachträgliches Vergrößern fügt keine Details hinzu.
Wie drucke ich eine 30 × 30 cm große Seite mit einem A4-Drucker?
Verkleinere die Seite auf etwa 20 × 20 cm, lass sie bei einem Fotoservice oder Copyshop drucken oder teil sie auf zwei Blätter auf. Wähl beim Drucken „Tatsächliche Größe“ oder „100 Prozent“ und nicht „An Seite anpassen“.
Warum sehen gedruckte Farben anders aus als auf dem Bildschirm?
Ein Bildschirm leuchtet selbst und mischt Rot, Grün und Blau, ein Drucker arbeitet mit Tinte auf Papier. Deshalb sind Drucke oft dunkler und weniger leuchtend, vor allem bei hellen Farben. Ein Probedruck zeigt dir das vorab.
Wie bekomme ich eine Doppelseite ohne Naht im Fotobuch?
Wähl ein Fotobuch mit Layflat-Bindung, in dem der Druck ohne Unterbrechung über beide Seiten läuft. Halte Gesichter und Text aus der Mitte heraus und lass den Hintergrund über den Beschnittrand hinauslaufen.


