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Material · 7 Min. Lesezeit

Welcher Stift für dein Scrapbook und Journal?

Ein Stift, der nicht verblasst, nicht verschmiert und sicher neben deinen Fotos ist: worauf du achtest, welche Arten es gibt und wie du auf Fotos, Tape und dunklem Papier schreibst.

Eine Hand zeichnet mit einem schwarzen Fineliner mit Pigmenttinte einen Kugelfisch auf Papier mit blauer Aquarelllasur
Foto: DΛVΞ GΛRCIΛ · Pexels

Du hast eine schöne Seite gestaltet, mit Fotos, Papier und ein paar Verzierungen. Dann kommt das Schreiben, und da geht öfter etwas schief, als du denkst. Tinte, die nach ein paar Jahren braun wird, ein Fleck unter deiner Hand, Buchstaben, die auf der Rückseite durchscheinen. Mit dem richtigen Stift verhinderst du das. Hier liest du, worauf du achtest und welchen Stift du wofür nimmst.

Was ein guter Stift können muss

Was du aufschreibst, soll in dreißig Jahren noch lesbar sein. Deshalb achtest du auf ein paar Eigenschaften. Du findest sie meist auf dem Stift oder der Verpackung.

  • Pigmenttinte. Pigment besteht aus winzigen Farbteilchen, die auf und im Papier bleiben. Es bleicht viel langsamer aus als Farbstofftinte (Dye), die ins Papier einzieht und im Licht verblassen kann.
  • Lichtecht oder fade resistant. Die Farbe bleibt, auch wenn die Seite oft offen liegt.
  • Wasserfest oder waterproof. Ein Tropfen Tee oder ein feuchter Finger lässt den Text nicht verlaufen.
  • Säurefrei oder acid free, manchmal auch archival oder photo safe. Die Tinte greift das Papier und deine Fotos nicht an.
  • Schnell trocknend. Dann verwischst du nicht so leicht etwas.

Schwarz ist die sicherste Wahl für Text, der lange halten soll. Farbe ist schön für Akzente, aber gerade farbige Tinte ist oft weniger lichtecht.

Fineliner: die sichere Basis

Ein Fineliner ist ein Stift mit einer feinen Filzspitze. Fürs Journaling, also das Schreiben in deinem Scrapbook, ist ein Fineliner mit Pigmenttinte das Arbeitspferd. Es gibt sie in Strichstärken von etwa 0,05 bis 0,8 mm. Für normalen Text sind 0,3 bis 0,5 mm angenehm, dazu ein dünnerer für Details und ein dickerer für einen Titel.

Drück nicht zu fest auf. Eine Filzspitze nutzt sich ab und wird breiter, wenn du dich darauf stützt, und gibt dann schneller Tinte ab. Setz die Kappe immer gleich wieder auf, denn ein Fineliner trocknet schnell aus.

Auch beim Zeichnen ist ein wasserfester Fineliner praktisch. Willst du erst mit Aquarellfarbe oder Tinte kolorieren und danach Linien ziehen, oder genau umgekehrt, dann verläuft eine wasserfeste Linie nicht.

Gelstifte

Ein Gelstift schreibt geschmeidig und oft etwas satter als ein Fineliner. Es gibt Gelstifte mit Pigmenttinte, die gut für dein Album geeignet sind. Schau also kurz nach, ob pigment, archival oder acid free draufsteht.

Die Tinte eines Gelstifts liegt mehr auf dem Papier. Deshalb dauert es länger, bis sie trocken ist. Auf glattem Papier kann das gut eine Minute sein. Genau dann wischst du mit der Hand durch deinen Text. Nimm dir also kurz Zeit, bevor du weitermachst.

Die eigentliche Stärke von Gelstiften liegt in den Akzenten:

  • Ein weißer Gelstift für Lichtreflexe in Augen, Sterne am Nachthimmel oder Pünktchen auf den Wangen einer gestempelten Figur.
  • Ein weißer oder silberner Gelstift für gezeichnete Nähte: kurze Striche am Rand einer Fläche, als wäre sie festgenäht.
  • Metallic-Gelstifte in Gold und Silber für Ränder und kleine Details.

Brushpens

Ein Brushpen hat eine flexible Spitze, die einem Pinsel ähnelt. Fester Druck ergibt eine dicke Linie, leichter Druck eine dünne. Damit gestaltest du handgeletterte Titel und Wörter.

Achtung: Viele Brushpens arbeiten mit Farbstofftinte auf Wasserbasis. Die lassen sich schön mischen, sind aber weniger lichtecht. Nimm sie lieber für Titel und Verzierungen als für den Text, den du wirklich bewahren willst. Es gibt auch Brushpens mit Pigmenttinte. Suchst du einen Brushpen für etwas, das lange halten soll, dann wähl so einen.

Weiße und metallische Stifte für dunkles Papier

Auf schwarzem, dunkelblauem Papier oder Kraftpapier siehst du normale Tinte kaum. Dafür brauchst du einen deckenden Stift.

  • Ein weißer Gelstift ist am schönsten für kleinen Text und Details. Er deckt bei den meisten dunklen Farben gut genug.
  • Ein deckender Lackstift, also ein Marker mit Acrylfarbe oder einer anderen deckenden Farbe, ist besser für größere Buchstaben und für Untergründe, auf denen der weiße Gelstift zu blass bleibt.
  • Metallic-Gelstifte und Lackstifte sehen auf Schwarz wunderschön aus.

Ein paar Dinge solltest du wissen. Deckende Tinte ist dick und braucht wirklich Zeit zum Trocknen. Auf dünnem Papier kann sie durchdrücken. Geh zweimal über eine Linie, wenn dein Weiß nicht kräftig genug ist, aber warte, bis die erste Schicht trocken ist. Und schüttel einen Lackstift gut und drück die Spitze erst ein paarmal auf einem Schmierzettel an, bevor du auf deiner Seite anfängst.

Ein weißer Stift ist auch ein Rettungsanker. Ist ein Embossing (geschmolzenes Pulver als Relief) nicht ganz gelungen, kannst du die Linien mit einem weißen Gelstift noch sauber nachziehen.

Auf Washi Tape und glänzendem Papier schreiben

Washi Tape (dünnes, leicht durchscheinendes Klebeband aus Papier) und glänzendes Papier nehmen Tinte schlecht auf. Ein normaler Fineliner perlt auf glattem Tape oft ab oder verschmiert, auf mattem Tape klappt ein Fineliner mit Pigmenttinte meistens.

  • Nimm einen Gelstift, einen schnell trocknenden Permanentmarker oder einen deckenden Lackstift. Die bleiben auf der Oberfläche liegen.
  • Lass es lange trocknen. Auf Tape kann das gut zehn Minuten dauern. Danach hält es meistens gut.
  • Wähl für Text auf Tape ein ruhiges Muster oder eine einfarbige Rolle. Auf einem unruhigen Muster ist dein Text kaum zu lesen.
  • Ein heller Stift auf dunklem Tape funktioniert gut, wenn er deckend ist.

Auf Plastik, etwa einer Fotohülle oder einem durchsichtigen Tütchen, trocknet viel Tinte überhaupt nicht. Schreib dort lieber auf ein Etikett oder Kärtchen, das du draufklebst.

Ein praktischer Trick: Kleb einen Streifen Tape auf deine Seite oder stempel ein paar Streifen und schreib darauf mit einem weißen Gelstift. So hast du einen ordentlichen Streifen für einen kurzen Satz.

Auf die Rückseite von Fotos schreiben

Hinten auf ein Foto zu schreiben, wer darauf ist, wo und wann, ist später Gold wert. Es kann dein Foto aber auch beschädigen.

Moderne Abzüge von einem Fotoservice haben meist eine Kunststoffschicht auf der Rückseite. Normale Tinte trocknet darauf schlecht und kann auf das Foto darunter abfärben. Nimm deshalb einen Stift, der als fotosicher verkauft wird, mit Tinte, die auf dieser glatten Oberfläche trocknet.

  • Schreib leicht, ohne zu drücken. Ein harter Kugelschreiber drückt einen Abdruck durch, den du auf der Vorderseite siehst.
  • Schreib am Rand, nicht mitten hinter ein Gesicht.
  • Leg das Foto auf eine harte, glatte Unterlage.
  • Lass die Tinte gut trocknen, bevor du Fotos aufeinanderlegst.

Bei älteren Fotos auf mattem Papier kannst du auch einen weichen Bleistift nehmen, ganz leicht. Auf glänzenden Kunststofffotos hält Bleistift oft nicht. Bist du dir bei einem kostbaren alten Foto unsicher, dann schreib nicht auf das Foto selbst, sondern auf ein Kärtchen oder auf die Seite daneben.

Flecken und Durchdrücken vermeiden

Die meisten Flecken entstehen durch Eile. Ein paar Gewohnheiten helfen:

  1. Teste jeden neuen Stift auf einem Rest vom selben Papier. Schreib ein paar Wörter, warte kurz und wisch mit dem Finger darüber. So weißt du, wie lange er trocknen muss.
  2. Leg beim Schreiben ein Blatt Papier unter deine Hand. Linkshänderin oder Linkshänder? Dann ist ein schnell trocknender Stift besonders angenehm.
  3. Leg ein Schmierblatt hinter deine Seite, wenn du mit nasser oder dicker Tinte arbeitest. Alkoholmarker und Lackstifte drücken oft durch.
  4. Schreib möglichst, bevor du alles festklebst. Ein loses Kärtchen kannst du neu machen, wenn etwas schiefgeht.
  5. Nimm auf Papier keinen normalen Permanentmarker für Text, der bleiben soll. Der drückt oft durchs Papier und ist nicht immer lichtecht.
  6. Geh mit einem Brushpen oder Lackstift nicht über Tinte, die noch nass ist.

Hast du Angst, dass deine Handschrift hässlich ist? Schreib etwas langsamer oder in Druckbuchstaben. Deine eigene Handschrift gehört dazu. Später erkennt jemand deine Schrift wieder, und genau das macht eine Seite persönlich.

Ein kleines Stifte-Etui für den Anfang

Du brauchst nicht viel. Damit ist fast alles abgedeckt:

  • zwei schwarze Fineliner mit Pigmenttinte, ein dünner und ein etwas dickerer
  • ein weißer Gelstift
  • ein gold- oder silberfarbener Gelstift
  • eventuell ein fotosicherer Stift für die Rückseite von Fotos

Damit kannst du auf weißem und dunklem Papier schreiben, auf Tape und auf deinen Fotos. Erweitere erst, wenn du merkst, dass dir etwas fehlt.

Fragen zu diesem Thema

Welcher Stift ist am besten fürs Journaling im Scrapbook?

Ein schwarzer Fineliner mit Pigmenttinte ist die sicherste Basis. Pigmenttinte ist meist lichtecht, wasserfest und säurefrei und bleibt über Jahre lesbar. Eine Strichstärke von 0,3 bis 0,5 mm ist angenehm für normalen Text.

Was ist der Unterschied zwischen Pigmenttinte und Farbstofftinte?

Pigment besteht aus winzigen Farbteilchen, die auf und im Papier bleiben, und bleicht viel langsamer aus. Farbstofftinte (Dye) zieht ins Papier ein und kann im Licht verblassen.

Womit schreibt man auf dunklem Papier?

Nimm einen weißen Gelstift für kleinen Text und Details, einen deckenden Lackstift für größere Buchstaben oder einen Metallic-Gelstift. Lass die Tinte gut trocknen, denn deckende Tinte ist dick.

Wie beschriftet man die Rückseite von Fotos?

Nimm einen Stift, der als fotosicher verkauft wird, schreib leicht und am Rand und lass die Tinte gut trocknen. Bei einem kostbaren alten Foto schreibst du lieber auf ein Kärtchen oder auf die Seite daneben.

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