Hybrid Scrapbooking: digital drucken, auf Papier vollenden
Dein Drucker als zusätzlicher Papierstapel: So kombinierst du digitale Papiere, Labels und Buchstaben mit Kleber, Schere und echten Embellishments.

Du siehst ein digitales Kit voller schöner Papiere und Labels, aber du magst Kleber, Schere und etwas, das du anfassen kannst. Dann musst du dich nicht entscheiden. Beim Hybrid Scrapbooking druckst du aus, was digital beginnt, und vollendest es mit ganz normalem Papier. Dein Drucker wird so zu einem zusätzlichen Papierstapel, der nie leer wird.
Was ist Hybrid Scrapbooking?
Hybrid Scrapbooking ist jede Kombination aus Digitalem und Papier auf einer Seite. Das funktioniert in beide Richtungen. Du kannst eine ganze Seite am Computer gestalten, ausdrucken und danach Knöpfe, Band und Nähte hinzufügen. Oder du arbeitest ganz normal auf Papier und druckst nur ein paar einzelne Dinge aus: ein Label, einen Titel, einen Rahmen.
Die meisten Scrapper fangen mit Letzterem an. Du tippst dein Journaling, also deine Geschichte zu den Fotos, und druckst es auf ein Stück Cardstock (festen, einfarbigen Karton). Streng genommen arbeitest du dann schon hybrid.
Was es dir bringt, ist vor allem Freiheit. Ein digitales Kit, also ein Set aus zusammenpassenden Papieren und Elementen zum Herunterladen, kannst du endlos wiederverwenden. Ist ein Buchstabe aufgebraucht, druckst du ihn einfach noch einmal, du machst ein Label genau so groß wie die Lücke auf deiner Seite, und du passt eine Farbe an, damit sie zu deinen Fotos passt. Gleichzeitig behält deine Seite, was einer rein digitalen Seite fehlt: Relief, Struktur und deine eigene Handschrift.
Was in einem digitalen Kit steckt
Es hilft zu wissen, welche Dateien du bekommst, denn du verwendest sie alle unterschiedlich.
- Papiere sind meistens JPG-Dateien. Sie füllen eine ganze Fläche, ohne durchsichtige Stellen.
- Elemente, einzelne Buchstaben (Alphas) und Doodles sind meistens PNG-Dateien mit transparentem Hintergrund. Dadurch kannst du sie übereinander und auf ein Papier legen.
- Journaling-Karten kommen oft als JPG und zusätzlich als druckfertiges PDF, mit einem ganzen Bogen Karten auf einmal.
- Templates, also fertige Seitenaufteilungen, liegen in Ebenen vor, zum Beispiel in einer PSD- oder TIFF-Datei.
Achte auf die Auflösung. Dateien mit 300 dpi werden scharf gedruckt. Etwas, das für den Bildschirm gemacht ist, wird beim Drucken schnell unscharf.
Digitale Papiere und Elemente drucken und ausschneiden
Sammle zuerst alles, was du brauchst, auf einem Blatt. Setz deinen Titel, ein paar Labels und ein Stück Papier zusammen in ein A4-Dokument. So verschwendest du kein halbes Blatt für ein kleines Element. Druckst du nur die Buchstaben deines Titels, legst du sie in eine eigene Datei statt das ganze Alphabet.
Ein paar Tricks, die den Unterschied machen:
- Behalte beim Verkleinern oder Vergrößern die Proportionen bei. In den meisten Programmen geht das mit gedrückter Umschalttaste; so vermeidest du verzerrte Fotos und Buchstaben.
- Druckst du ein PDF, wähle die tatsächliche Größe und nicht „An Seite anpassen“. Sonst skaliert der Drucker alles, und deine Maße stimmen nicht mehr.
- Setz ein Element zweimal aufs Blatt, direkt nebeneinander. Dann hast du Ersatz, falls du dich verschneidest, oder eine zweite Lage zum Aufkleben.
- Wähle für Elemente, die du ausschneiden willst, eine dicke Kontur. Dünne Linien und verschnörkelte Buchstaben reißen schnell.
Beim Fussy Cutting, also dem genauen Ausschneiden entlang des Rands einer Form, fängst du mit den kleinsten Stücken innen an. Schneide mit kleinen Schnitten und dreh das Papier statt der Schere. Reißt doch etwas ein, kleb es mit einem Klebestift auf deine Seite: zuerst das Stück, bei dem der weiße Kern des Papiers sichtbar ist, und das andere Stück darüber. Meistens sieht man den Riss dann nicht mehr.
Hast du einen Schneideplotter, kann er das Schneiden übernehmen. Viele Plotter können ein PNG nachzeichnen und dann entlang des Rands schneiden, und manche lesen Passermarken auf deinem Ausdruck, damit sie genau an der richtigen Stelle schneiden. Nötig ist das nicht. Für gerade Stücke geht es mit Papierschneider, Lineal und Bastelmesser oft schneller.
Willst du mehr Tiefe? Druck eine Blume oder ein Label zwei- oder dreimal, schneide jedes Mal einen anderen Teil aus und kleb die Lagen mit Foam Tape übereinander. Auch ein bisschen Stempelfarbe an den Rändern nimmt einem Ausdruck das Flache.
Brauchst du Photoshop?
Nein. Ein ganz normales Textverarbeitungsprogramm reicht für den Anfang. Du fügst ein JPG oder PNG ein, machst es größer oder kleiner, setzt ein paar nebeneinander und druckst. In vielen Textprogrammen kannst du sogar die Farbe eines Bildes anpassen. Das Einzige, was dir fehlt, ist das Arbeiten mit Ebenen.
Willst du einen Schritt weiter gehen, gibt es Programme, die mit Ebenen arbeiten. Es gibt kostenlose und kostenpflichtige, zum Beispiel GIMP, Photopea (das im Browser läuft) und Photoshop Elements. Auch Canva eignet sich, um ein Blatt voller Elemente vorzubereiten. Probier, wo es geht, zuerst eine Testversion aus, und schau beim Kauf, was die Lizenz umfasst.
Willst du auch ganze Seiten digital gestalten, hilft ein Programm mit Ebenen wirklich. Jeder Bestandteil liegt dann einzeln und lässt sich später noch verschieben oder austauschen.
Welches Papier du in den Drucker legst
Für Journaling und Labels reicht normales weißes Druckerpapier, aber für alles, was auf deiner Seite liegen bleiben soll, nimmst du besser etwas Festeres. Etwa 200 g/m² mit einer glatten, matten Seite ergibt kräftige Farben und ist stabil genug zum Kleben. Mattes Fotopapier oder Präsentationspapier in ungefähr dieser Stärke funktioniert auch gut.
Du kannst auch auf Designpapier drucken. Ein helles, ruhiges Muster hinter einer Gruppe Fotos sieht schön aus, und selbst ein körniges oder etwas unscharfes Foto wirkt dann besser. Wähle das Muster nicht zu unruhig oder zu dunkel, sonst gehen deine Fotos darin unter.
Auf Karton drucken ohne Papierstau
Dickes Papier staut sich, weil es die Kurve im Drucker nicht gut schafft. Ein paar Gewohnheiten ersparen dir den meisten Ärger.
- Schau im Handbuch nach, wie dickes Papier dein Drucker verträgt. Das steht dort meistens in Gramm pro Quadratmeter.
- Nutze den manuellen Einzug oder den hinteren Einzug, wenn dein Drucker einen hat. Dort läuft das Papier gerader durch das Gerät.
- Leg immer nur ein Blatt ein. Ein kleiner Stapel Karton klebt aneinander und wird schief eingezogen.
- Wähle im Druckfenster eine dickere Papiersorte, etwa mattes Fotopapier oder Karton. Der Drucker passt dann seine Geschwindigkeit und die Tintenmenge an.
- Sorg dafür, dass das Blatt genau das richtige Format hat, mit geraden, glatten Kanten. Eine ausgefranste oder umgeknickte Ecke staut sich als Erstes.
- Lass den Ausdruck kurz trocknen, bevor du hineinschneidest oder etwas daraufklebst, vor allem bei viel Farbe.
Willst du auf ein Blatt drucken, das der Drucker nicht schluckt, zum Beispiel sehr dicken Karton oder ein schon gestempeltes Label? Dann druck auf normales Papier, schneide es aus und kleb es auf deinen Karton. Auf ein fertiges Label druckst du auch, indem du zuerst auf ein normales Blatt druckst, das Label mit wiederablösbarem Kleber genau über diesen Text klebst und das Blatt noch einmal durch den Drucker schickst.
Ein gutes Verhältnis zwischen Digitalem und Papier
Es gibt keine Regel. Manche Scrapper machen fast alles digital und fügen nur einen Knopf oder eine kleine Schleife hinzu. Andere arbeiten komplett auf Papier und drucken ab und zu einen Titel. Beides ist hybrid.
Was aber hilft: Lass das Digitale und das Echte einander ein bisschen berühren. Ein gedrucktes Label, das halb unter einem Stück Washi Tape steckt, eine Naht entlang eines Druckrands, ein handgeschriebenes Wort auf einer gedruckten Karte. Dann siehst du keinen einzelnen Ausdruck, der obendrauf liegt, sondern eine Seite. Gerade deine eigene Handschrift macht eine gedruckte Seite persönlich.
Bist du unsicher, fang mit einem gedruckten Element pro Seite an. Merkst du, dass es dir gefällt, kommt der Rest von allein.
Hintergründe in 30 × 30 ohne großen Drucker
Ein Drucker für zu Hause druckt meistens nicht größer als A4. Ein Blatt von 30,5 × 30,5 cm (12 × 12 Zoll) passt da nicht drauf. Trotzdem musst du deshalb keinen großen Drucker kaufen.
- Druck deinen Hintergrund auf A4, schneide ein Quadrat von 21 × 21 cm aus und leg es auf ein Blatt Designpapier oder Cardstock von 30,5 × 30,5 cm. Dann bleibt rundherum ein Rand von etwa 4,7 cm. Mit einem Bordürenstanzer oder einer Naht entlang des Rands sieht es aus, als wäre es genau so gedacht.
- Teil die Seite in Flächen auf. Zwei oder vier gedruckte Streifen nebeneinander, mit einem schmalen Rand dazwischen, ergeben zusammen einen ruhigen Hintergrund. Lass jeden Streifen ein paar Millimeter überlappen oder versteck die Naht unter einem Papierrand.
- Druck keinen Hintergrund, sondern nur ein Raster oder einen Rahmen, den du auf ein einfarbiges Blatt klebst. So ein Raster hilft auch beim Platzieren deiner Fotos.
- Willst du trotzdem einen vollständigen Druck in 30 × 30, kannst du die Datei bei einem Druckservice oder Fotogeschäft drucken lassen, das dieses Format anbietet.
Achte auf die Lizenz deines Kits
Ein gekauftes oder kostenloses Kit darfst du meistens für deine eigenen Seiten verwenden. Machst du Karten zum Verkaufen oder Verteilen, lies zuerst die Nutzungsbedingungen des Kits. Die sind je nach Designerin oder Designer unterschiedlich, manchmal sogar je nach Kit. Manche Designer bitten auch um eine Nennung, wenn du deine Seite zeigst.
Deine Seite festhalten
Eine hybride Seite hat Relief. Fotografiere sie deshalb mit Licht von der Seite, dann bleibt auch digital sichtbar, was du mit der Hand gemacht hast.
Fragen zu diesem Thema
Was ist Hybrid Scrapbooking?
Es ist jede Kombination aus Digitalem und Papier auf einer Seite. Du druckst aus, was digital beginnt, etwa Papiere, Labels, Titel und Journaling-Karten, und vollendest es mit Kleber, Schere und Faden.
Braucht man Photoshop für digitales Scrapbooking?
Nein. Ein normales Textverarbeitungsprogramm reicht, um Bilder einzufügen, zu vergrößern oder zu verkleinern und zu drucken. Willst du mit Ebenen arbeiten, gibt es kostenlose und kostenpflichtige Programme.
Wie druckt man auf Karton ohne Papierstau?
Schau im Handbuch nach, welches Papiergewicht dein Drucker verträgt, nutze den manuellen Einzug und leg immer nur ein Blatt ein. Wähle im Druckfenster eine dickere Papiersorte. Klappt es nicht, druck auf normales Papier und kleb es auf Karton.
Wie macht man einen Hintergrund in 30 × 30 cm ohne großen Drucker?
Druck auf A4 und leg den Ausdruck auf ein Blatt Designpapier oder Cardstock von 30,5 × 30,5 cm, eventuell mit Bordürenstanzer oder Naht. Du kannst die Seite auch in Streifen aufteilen oder die Datei bei einem Druckservice drucken lassen.


