Fotos mattieren und zuschneiden, ohne es zu bereuen
Ein schmaler Papierrand hinter deinem Foto und ein paar Zentimeter weniger Himmel darüber. So schneidest du ein Foto zu und mattierst es, damit es wirklich auffällt, und das lässt du besser ganz.

Legst du ein Foto direkt auf ein Designpapier, geht es manchmal halb darin unter. Legst du zuerst ein Stück einfarbiges Papier darunter, das ein kleines bisschen größer ist, kommt es plötzlich zur Geltung. Dieses Stück Papier nennt man Matte. Es ist eines der ersten Dinge, die Scrapper lernen, und eines der Dinge, die sie danach nie mehr weglassen.
Was ist Mattieren und warum macht man das?
Mattieren heißt, dass du ein Foto auf ein Stück Papier klebst, das etwas größer ist als das Foto selbst. Rundherum bleibt ein Rand sichtbar, wie das Passepartout in einem Bilderrahmen.
Dieser Rand bewirkt mehrere Dinge auf einmal:
- Er trennt das Foto von einem unruhigen Hintergrund, sodass der Blick nicht darüber hinweggleitet.
- Er macht ein einzelnes Foto zum Mittelpunkt der Seite.
- Er kann eine Farbe aus dem Foto wiederholen und so Foto und Papier miteinander verbinden.
- Er gibt eine zusätzliche Ebene Tiefe, vor allem wenn du das mattierte Foto auf Foam Tape setzt.
Willst du mehr Betonung, machst du eine doppelte Matte: Das mattierte Foto kommt noch einmal auf ein größeres Stück Papier, oft in einer anderen Farbe. Drei Lagen gehen auch, aber heb dir das für dein wichtigstes Foto auf. Wenn jedes Foto eine dreifache Matte hat, fällt nichts mehr auf.
Wie breit machst du den Rand?
Es gibt keine richtige oder falsche Breite, aber einen Unterschied in der Wirkung.
- Ein schmaler Rand von 2 bis 3 mm ist fein und ruhig. Er trennt das Foto vom Hintergrund, ohne selbst aufzufallen.
- Ein Rand von etwa 5 mm ist deutlich sichtbar und gibt einen kräftigen Rahmen.
- Ein breiter Rand von 1 cm oder mehr wirkt weicher und nostalgischer, wie ein kleiner Bilderrahmen. Er bietet auch Platz für ein Datum oder ein Wort.
Die Rechnung ist einfach, geht aber oft schief: Den Rand siehst du auf zwei Seiten. Willst du 3 mm rundherum, ist die Matte 6 mm breiter und 6 mm höher als das Foto. Ein Foto von 10 x 15 cm bekommt also eine Matte von 10,6 x 15,6 cm. Für 5 mm rundherum rechnest du 1 cm dazu.
Bei einer doppelten Matte funktioniert es genauso. Mach den zweiten Rand meist etwas breiter oder deutlich schmaler als den ersten, dann sieht es nach einer bewussten Entscheidung aus. Zwei Ränder in genau derselben Breite wirken schnell steif.
Ein klassischer Trick: Mach den unteren Rand etwas breiter als die anderen drei. Dann sackt das Foto optisch nicht ab, und du hast Platz für eine kurze Bildunterschrift.
Bist du unsicher, leg das Foto lose auf ein paar Papierstücke in verschiedenen Größen und schau, welches sich am besten anfühlt. Erst danach schneidest du.
Welche Farbe wählst du für die Matte?
Am einfachsten nimmst du eine Farbe aus dem Foto selbst. Die blaue Jacke deines Kindes, das Grün des Waldes, das Rot eines Sonnenschirms. Eine Matte in dieser Farbe greift das Detail wieder auf und verbindet das Foto mit dem Rest der Seite.
Außerdem gibt es drei Farben, die fast immer passen:
- Weiß wirkt ruhig und frisch. Es erinnert an den weißen Rand eines alten Papierabzugs.
- Schwarz oder sehr dunkle Töne geben den stärksten Kontrast und lassen die Farben im Foto kräftiger wirken.
- Kraftpapier, also braunes Packpapier, ist warm und neutral und passt zu fast allem.
Soll sich das Foto vom Hintergrund abheben, wähle eine Matte, die sich deutlich vom Papier darunter unterscheidet. Eine Matte in fast demselben Ton wie der Hintergrund verschwindet und bringt wenig.
Eine Matte muss nicht einfarbig sein. Ein ruhiges Designpapier, ein Papierdeckchen (Doily), ein gerissenes Stück braunes Papier oder sogar ein Stoffrest gehen auch. Bleib dann aber bei einer einzigen unruhigen Ebene. Eine unruhige Matte unter einem unruhigen Foto auf einem unruhigen Hintergrund wird zum Suchbild.
Leg verschiedene Farben lose unter das Foto, bevor du dich entscheidest. Den Unterschied siehst du erst, wenn es wirklich davorliegt.
Zuschneiden: Was lässt du weg und was nicht?
Zuschneiden hilft dir, das Wichtigste aus dem Foto herauszuholen. Ein Stück leerer Himmel, eine Mülltonne am Rand, ein fremder Fuß, der ins Bild ragt: weg damit, und dein Foto wird stärker.
Ein paar Fragen, die du dir stellen kannst:
- Worum geht es in diesem Foto? Schneide so, dass das im Mittelpunkt steht.
- Was lenkt ab? Ränder mit Krimskrams, halb abgeschnittene Menschen, grelle Flecken.
- Was erzählt etwas? Die Tapete im Wohnzimmer deines Opas, das Auto von damals, das Ortsschild. Gerade solche Hintergründe sind in zwanzig Jahren oft das Schönste am Bild. Lass sie stehen.
Schneide lieber zu wenig als zu viel weg. Was ab ist, bekommst du nicht wieder.
Um zu sehen, wie ein Ausschnitt wirkt, schneidest du zwei L-förmige Winkel aus Karton. Leg sie auf das Foto und schieb sie hin und her, bis du einen Ausschnitt findest, der sich gut anfühlt. Zeichne dann mit Bleistift ganz leicht an der Innenkante entlang, oder miss ihn ab.
Für gerade Linien ist ein Papierschneider am angenehmsten. Mit einem Cutter und einem Metalllineal auf einer Schneidematte geht es auch. Eine Schere funktioniert, aber eine perfekt gerade Kante ist schwieriger. Kleb dein Foto am besten mit säurefreiem doppelseitigem Klebeband oder Fotoecken fest; mehr dazu liest du im Artikel über Kleber.
Originalfotos oder Kopien zuschneiden?
Hier sind sich erfahrene Scrapper einig: Schneide nicht in ein Original, das du nicht ersetzen kannst.
Alte Abzüge deiner Eltern oder Großeltern, das einzige Foto eines Hauses, das nicht mehr steht, ein Abzug, dessen Negativ längst verschwunden ist: Die lässt du ganz. Scanne sie oder lass sie scannen, und scrappe mit einem Ausdruck des Scans. Das Original bewahrst du getrennt und sicher auf.
Bei Fotos, die du selbst digital hast, ist es einfacher. Du kannst sie jederzeit neu drucken. Noch praktischer ist es, schon beim Drucken zuzuschneiden und das Format zu wählen, das auf deine Seite passt. Dann musst du mit der Schere gar nichts mehr machen.
Sofortbilder wie Polaroids schneidest du besser nicht durch. So ein Foto besteht aus mehreren Schichten, mit Resten der Entwicklerflüssigkeit im Rand. Bei einem Schnitt können sich die Schichten lösen oder die Flüssigkeit kann auslaufen. Willst du trotzdem eine andere Form, scanne es und arbeite mit einem Ausdruck.
Fotos in Formen schneiden
Ein Foto als Kreis, als Herz oder entlang der Umrisse deines Kindes ausgeschnitten: Das kann eine Seite verspielt machen. Es gab eine Zeit, in der das fast alle gemacht haben, und viele Scrapper schauen heute etwas wehmütig auf Alben voller ausgeschnittener Köpfchen ohne Hintergrund.
Wenn du es machen willst, helfen dir diese Regeln:
- Mach es nur mit Abzügen oder Kopien, nie mit Originalen.
- Wähle ein Foto, bei dem der Hintergrund wirklich nichts beiträgt.
- Bleib bei einem Formfoto pro Seite, neben normalen rechteckigen Fotos. Dann fällt es auf, und der Rest bleibt ruhig.
- Ein Kreis oder Oval funktioniert fast immer. Komplizierte Formen wie Sterne schlucken viel vom Foto.
- Schneidest du entlang einer Figur (das nennt man auch Silhouettenschnitt), lass einen schmalen weißen Rand stehen. Das sieht ordentlicher aus und verhindert, dass Haare und Finger halb wegfallen.
Eine Alternative ohne Risiko: Schneide die Form aus der Matte statt aus dem Foto. Ein rundes Fenster in einem Blatt Papier über einem rechteckigen Foto hat denselben Effekt, und das Foto bleibt ganz.
Fang mit einem Foto an
Nimm dein Lieblingsfoto aus dem letzten Monat. Schneide weg, was ablenkt, leg es auf drei verschiedene Papierstücke und wähle die Farbe, die am meisten aus dem Foto herausholt. Kleb es auf, mit einem Rand von ein paar Millimetern. Dieser eine kleine Rand bewirkt mehr, als du denkst.
Fragen zu diesem Thema
Wie breit sollte der Rand beim Mattieren sein?
Ein schmaler Rand von 2 bis 3 mm wirkt ruhig, 5 mm gibt einen deutlichen Rahmen und 1 cm oder mehr wirkt weicher und nostalgischer. Rechne den Rand doppelt: Für 3 mm rundherum ist die Matte 6 mm breiter und 6 mm höher als das Foto.
Welche Farbe passt als Matte zu einem Foto?
Nimm eine Farbe aus dem Foto selbst, oder wähle Weiß, Schwarz oder Kraftpapier als ruhige Basis. Wähle eine Matte, die sich deutlich vom Papier darunter unterscheidet, sonst verschwindet sie.
Darf man Fotos fürs Scrapbook zuschneiden?
Ja, wenn du mit einem Abzug oder einer Kopie arbeitest. Schneide weg, was ablenkt, aber lass stehen, was die Geschichte erzählt, etwa ein Schild oder die Tapete von früher. Schneide nie in ein Original, das du nicht ersetzen kannst.
Wozu braucht man eine Matte unter einem Foto?
Eine Matte trennt das Foto von einem unruhigen Hintergrund, macht es zum Mittelpunkt und kann eine Farbe aus dem Foto wiederholen. Auf Foam Tape gibt sie außerdem zusätzliche Tiefe.


