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Techniken · 7 Min. Lesezeit

Sticker selber machen, mit oder ohne Drucker

Sticker genau in deinen Farben und mit deinen Zeichnungen: So machst du sie mit Stickerpapier, Washi Tape, Backpapier oder Klebeband, und so rechnest du aus, was sie kosten.

Rosa Karte mit Glitzerstickern in Herzen, Blümchen, Schneeflocken und Kreisen, daneben ein Fächer bunter Stifte
Foto: Boris Hamer · Pexels

Ein Sticker ist eigentlich nichts anderes als ein Bild mit Kleber auf der Rückseite und einem Trägerpapier zum Abziehen. Das kannst du gut selbst machen. Dann hast du genau die Farbe, die zu deiner Seite passt, das Wort, das du gesucht hast, oder eine Zeichnung von deinem eigenen Hund. Du brauchst dafür keinen Schneideplotter und nicht einmal einen Drucker.

Drei Wege, damit ein Sticker klebt

Es gibt drei Grundlagen, mit denen fast jeder selbstgemachte Sticker anfängt.

  • Stickerpapier. Das ist Papier mit Klebeschicht und Trägerpapier, in Bögen, die du bedrucken oder beschreiben kannst. Es gibt mattes, glänzendes und transparentes Stickerpapier, und es gibt Sorten für Tintenstrahl- und für Laserdrucker. Schau auf der Verpackung nach, welches zu deinem Drucker passt, sonst trocknet die Tinte nicht richtig.
  • Doppelseitige Klebefolie. Diese Bögen haben auf beiden Seiten Kleber und zwei Trägerpapiere. Du klebst eine Zeichnung, ein Stück Designpapier oder einen Ausschnitt aus einer Zeitschrift darauf und schneidest das Ganze aus. So wird jedes Stück Papier zum Sticker. Breites doppelseitiges Klebeband funktioniert für kleine Stücke auch.
  • Klebeband und Backpapier. Washi Tape, das dünne bedruckte Papierklebeband, und Klebeband haften auf Backpapier, lassen sich später aber leicht wieder lösen. Das Backpapier ist dann dein Trägerpapier. Das Silikonpapier von einem aufgebrauchten Stickerbogen tut dasselbe.

Auf Zeichenpapier zu zeichnen und es danach auf doppelseitige Folie zu kleben, gibt oft das schönste Ergebnis. Du zeichnest dann auf Papier, das du kennst, und der Kleber kommt erst später.

Drucken und von Hand ausschneiden

Wer einen Drucker hat, kann einen ganzen Bogen auf einmal machen. So geht’s:

  1. Gestalte deine Sticker auf einem A4-Blatt. Zeichne von Hand und scanne es ein, oder setz Bilder in einem Zeichenprogramm zusammen. Nimm ein scharfes Bild in guter Qualität; ein verschwommenes Bild wird auf Papier nicht besser.
  2. Platziere zuerst die großen Motive und füll die Lücken mit kleinen. Kleine Bilder, Pfeile, Daten und kurze Wörter brauchst du in einem Journal am häufigsten.
  3. Lass zwischen den Stickern Platz zum Schneiden und halte rund um den Bogen einen Rand von einem halben bis einem ganzen Zentimeter frei. Viele Drucker drucken nicht bis zum Rand.
  4. Druck zuerst einen Probebogen auf normalem Papier. Leg ihn gegen das Licht auf deinen Stickerbogen und schau, ob alles stimmt.
  5. Druck auf das Stickerpapier und lass die Tinte gut trocknen, bevor du schneidest.

Schneide mit einer kleinen, scharfen Schere und lass einen schmalen weißen Rand um das Motiv stehen. Das sieht ordentlich aus und verhindert, dass du in deine Zeichnung schneidest. Ein Bastelmesser auf einer Schneidematte funktioniert besser für Innenecken und gerade Linien.

Willst du einen Sticker, den du leicht vom Bogen abziehen kannst, wie gekaufte Sticker, dann schneidest du nur durch die obere Schicht und nicht durch das Trägerpapier. Von Hand klappt das mit einem leichten Messer und wenig Druck, aber es braucht Übung. Ein Schneideplotter macht es automatisch.

Helle Farben werden beim Drucken oft blasser als auf deinem Bildschirm oder im Original. Gestalte also mit etwas kräftigeren Farben, als du denkst.

Sticker aus Washi Tape und Ausschnitten

Ohne Drucker ist Washi Tape dein bester Freund. Kleb ein paar Streifen nebeneinander auf Backpapier, ganz gerade und leicht überlappend. Jetzt hast du einen Bogen zum Stempeln, Zeichnen oder Schreiben. Nimm eine Tinte, die auf glattem Untergrund trocknet, etwa ein Stempelkissen für alle Materialien oder einen Permanentmarker, und lass alles gut trocknen. Schneide danach aus, was du möchtest, mit einem kleinen Rand Backpapier, damit sich der Sticker leicht löst.

Weil Washi Tape leicht durchscheinend ist, wirken diese Sticker fast wie auf deine Seite gemalt. Geht ein Stempel daneben, wirfst du nur ein Stück Tape weg und dein Journal bleibt sauber. Stempel ruhig einen ganzen Bogen auf einmal; dann hast du immer einen kleinen Vorrat bereit.

Ausschnitte sind die andere schnelle Quelle. Schneide Blümchen aus einem Stück Designpapier aus, Wörter aus einer Zeitschrift oder ein Bild von einer Verpackung. Kleb sie auf doppelseitige Folie und schneide sie noch einmal aus, dann hast du einen Sticker. Ein ausgestanzter Kreis aus farbigem Papier ist auch schon ein Sticker, sobald er auf Folie sitzt.

Transparente Sticker machen

Transparente Sticker lassen den Hintergrund durchscheinen. Sie sehen schön aus über einem Text, einer Karte oder Designpapier. Es gibt zwei Wege.

Mit transparentem Stickerpapier druckst du dein Motiv ganz normal. Weiß wird dabei nicht gedruckt: Alles, was weiß ist, wird durchsichtig. Helle Farben wirken dadurch auch etwas glasig. Gestalte also mit kräftigen Farben und speichere digitale Motive ohne Hintergrund, zum Beispiel als PNG. Soll ein Teil gerade nicht durchscheinen, kleb zuerst weißes Stickerpapier hinter dieses Stück und schneide es danach aus.

Ohne Spezialpapier klappt es mit breitem, durchsichtigem Paketklebeband:

  1. Nimm einen Ausdruck von einem Laserdrucker oder ein Bild aus einer Zeitschrift. Viele Tintenstrahltinten lösen sich in Wasser auf und funktionieren hier deshalb nicht.
  2. Kleb das Band fest über das Bild und reib es gut an, mit einem Falzbein oder der Rückseite eines Löffels.
  3. Leg das Stück ein paar Minuten in lauwarmes Wasser.
  4. Reib mit dem Finger das Papier von der Rückseite weg, bis nur noch die Tinte auf dem Band übrig ist.
  5. Lass es trocknen.

Die Rückseite klebt danach weniger gut. Befestige sie mit einer dünnen Schicht Kleber oder einem Stück doppelseitigem Klebeband. Bleiben weiße Fasern zurück, reib noch einmal mit einem nassen Finger darüber.

Was kostet ein selbstgemachter Sticker

Selbermachen ist längst nicht immer günstiger als Kaufen, aber du hast genau das, was du willst. Wenn du es wissen möchtest, rechne so:

  • Zähl zusammen, was du pro Bogen verbrauchst: das Stickerpapier, die Tinte und eventuell einen Probebogen.
  • Teile das durch die Zahl der Sticker, die wirklich gelungen sind, nicht durch die Zahl, die auf den Bogen gepasst hat. Ein Fehldruck oder ein verschnittener Sticker zählt nicht mit.

Ein Rechenbeispiel mit ausgedachten Zahlen: Angenommen, ein Bogen Stickerpapier kostet dich einen Euro und die Tinte fünfzig Cent. Auf den Bogen passen dreißig Sticker, aber fünf gehen schief. Dann zahlst du 1,50 Euro geteilt durch 25, also sechs Cent pro Sticker.

Bei Washi Tape und Backpapier rechnest du mit der Länge Tape, die du verbrauchst. Machst du Sticker zum Verkaufen, kommen Zeit, Verpackung und Versand dazu. Dann sieht die Rechnung schnell ganz anders aus.

Darfst du Sticker aus fremden Zeichnungen machen

Eine Zeichnung, ein Foto oder eine Illustration ist urheberrechtlich geschützt und gehört weiterhin der Person, die sie gemacht hat. Das gilt auch für Bilder im Internet, Stempel, Printables und die Motive auf Designpapier.

Etwas für dein eigenes Buch zu machen, das niemand sonst sieht, ist etwas anderes, als es zu teilen, zu verschenken oder zu verkaufen. In den Niederlanden darfst du unter bestimmten Bedingungen eine Kopie für den eigenen Gebrauch machen. Aber sobald du Sticker teilst, tauschst, verkaufst oder einen Bogen zum Herunterladen online stellst, brauchst du in der Regel die Erlaubnis der Urheberin oder des Urhebers.

Ein paar Faustregeln:

  • Schau bei Printables und digitalen Papieren nach, welche Bedingungen dabeistehen. Oft steht dort nur persönliche Nutzung.
  • Viele Stempelhersteller geben an, ob du mit ihren Stempeln gemachte Karten und Sticker verkaufen darfst. Lies das nach, bevor du anfängst.
  • Figuren aus Filmen, Serien und Comics sind fast immer geschützt. Für dein eigenes Journal ist das meist kein Problem, für einen Verkaufsbogen schon.
  • Zeichnest oder fotografierst du selbst, liegen die Rechte bei dir.

Wenn du unsicher bist, frag einfach die Person, die es gemacht hat. Die meisten Illustratorinnen und Illustratoren freuen sich, wenn du fragst. Das ist eine allgemeine Erklärung und keine Rechtsberatung. Wenn du bei etwas, das du verkaufen möchtest, unsicher bist, kannst du auch eine Juristin oder einen Juristen fragen.

Ein paar Dinge, die helfen

Wähl für einen Stickerbogen ein Thema und ein paar Farben. Dann passen die Sticker zueinander und du kannst sie leicht kombinieren. Zwei Farben plus Schwarz und Weiß reichen.

Kleb einen Sticker auf ein ebenes, sauberes und trockenes Stück Papier und streich ihn mit dem Finger oder einem Falzbein glatt. Leg ihn zuerst lose hin, um zu schauen, ob die Stelle passt, denn Sticker auf Papier bekommst du meist nicht mehr ohne Schaden ab. Kleb Sticker auch nicht auf Fotos: Der Kleber ist meist nicht dafür gemacht, jahrelang auf einem Foto zu sitzen.

Und fang mit etwas Kleinem an: einer Reihe Daten, ein paar Wörtern, die du oft benutzt, oder einer einzigen Zeichnung. Ein erster Bogen muss nicht perfekt sein. Gerade die schiefen Ränder machen ihn zu deinem.

Fragen zu diesem Thema

Wie kann man Sticker ohne Drucker selber machen?

Kleb Washi Tape oder Klebeband auf Backpapier, stempel oder zeichne darauf, lass es trocknen und schneide die Formen aus. Oder kleb eine Zeichnung oder einen Ausschnitt auf doppelseitige Klebefolie und schneide das Ganze aus.

Welches Papier braucht man, um Sticker zu drucken?

Nimm Stickerpapier mit Klebeschicht und Trägerpapier. Es gibt mattes, glänzendes und transparentes Papier für Tintenstrahl- und Laserdrucker. Schau auf der Verpackung nach, welches zu deinem Drucker passt, sonst trocknet die Tinte nicht richtig.

Wie macht man transparente Sticker?

Druck auf transparentes Stickerpapier, bei dem Weiß durchsichtig wird, oder kleb breites durchsichtiges Paketklebeband über einen Laserausdruck oder ein Zeitschriftenbild. Weiche das Papier danach ab, sodass nur die Tinte auf dem Band übrig bleibt.

Darf man Sticker aus fremden Zeichnungen machen?

In den Niederlanden darfst du unter bestimmten Bedingungen eine Kopie für den eigenen Gebrauch machen, aber um Sticker zu teilen oder zu verkaufen, brauchst du in der Regel die Erlaubnis der Urheberin oder des Urhebers. Das ist keine Rechtsberatung; wenn du unsicher bist, frag nach oder wende dich an eine Juristin oder einen Juristen.

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