Stanzmaschine: Stanzen und Prägen mit Embossingfoldern
Eine Stanzmaschine schneidet Formen aus und prägt Muster in Papier. So baust du das Sandwich, bekommst Stanzen sauber durch und deine Schneideplatten halten länger.

Eine Stanzmaschine sieht mit ihrer Kurbel und dem Stapel durchsichtiger Platten etwas sperrig aus. Aber sobald du verstehst, was dabei passiert, ist sie eines der ruhigsten Werkzeuge auf deinem Tisch. Du kurbelst, eine Form kommt heraus, und sie ist jedes Mal genau gleich. Hier liest du, wie eine manuelle Stanzmaschine funktioniert, was du tust, wenn eine Stanze nicht durchschneidet, und wie du Embossingfolder benutzt.
Was eine Stanzmaschine macht
Eine manuelle Stanzmaschine ist im Kern eine Presse mit zwei Walzen. Du legst eine Stanze auf Papier, stapelst Platten darum herum und kurbelst das Ganze zwischen den Walzen hindurch. Der Druck presst die scharfe Kante der Stanze durch das Papier, und übrig bleibt eine ausgeschnittene Form.
Eine Stanze, auf Englisch Die, ist ein dünnes Stück Metall mit einer Schneidkante in Form einer Blume, eines Buchstabens, eines Labels oder einer Bordüre. Mit derselben Maschine kannst du auch prägen: Dann drückst du ein Muster ins Papier, statt es auszuschneiden.
Wozu das Ganze? Formen, die du mit der Schere nicht sauber hinbekommst, wie feine Blätter oder verschnörkelte Buchstaben, kommen exakt heraus. Und wenn du zehn gleiche Labels für ein Album oder einen Stapel Karten brauchst, sparst du dir einen Nachmittag Schneiden.
Das Sandwich
Der Stapel, den du durch die Maschine kurbelst, heißt Sandwich. Meistens besteht er aus:
- einer Grundplatte oder Plattform, die die Höhe regelt
- einer Schneideplatte
- deinem Papier
- der Stanze, mit der Schneidkante zum Papier
- einer zweiten Schneideplatte obendrauf
Die genaue Reihenfolge und die Zahl der Platten sind je nach Maschine verschieden. Auf der Grundplatte oder in der Anleitung steht oft ein Schema, und das ist deine beste Hilfe. Ist dein Sandwich zu dick, bleibt es stecken. Ist es zu dünn, schneidet die Stanze nicht durch.
Ein paar Dinge, die helfen:
- Leg die Platten ein klein wenig versetzt aufeinander, dann greifen die Walzen sie leichter.
- Wende nie Gewalt an. Fühlt es sich schwer an, prüf zuerst, ob die Reihenfolge stimmt.
- Kurbel längliche Stanzen der Länge nach durch die Maschine.
- Lass etwas Abstand zwischen den Stanzen, wenn du mehrere auf einmal machst.
- Fixier eine Stanze mit einem Streifen schwach klebendem Tape, damit sie nicht verrutscht. Tape mit wenig Klebkraft, wie Washi Tape oder spezielles Stanztape, lässt dein Papier heil.
Es knackt und knirscht manchmal ordentlich, und in den Schneideplatten entstehen Kratzer und Rillen. Das ist normal. Der Druck ist hoch, dafür ist die Maschine gemacht.
Wenn eine Stanze nicht ganz durchschneidet
Das ist die häufigste Klage. Das Papier ist eingeschnitten, aber du musst die Form noch herausdrücken oder die feinen Teilchen bleiben hängen. Ein paar Ursachen und Lösungen:
- Zu wenig Druck. Leg ein Blatt Papier oder dünnen Karton unter die untere Schneideplatte, damit das Sandwich etwas dicker wird. Viele Scrapper nutzen auch ein dünnes Metallplättchen, einen Shim. Leg es zwischen zwei Platten, nie direkt an die Stanze.
- Kurbel das Sandwich noch einmal durch, eventuell andersherum oder um eine Vierteldrehung gedreht.
- Abgenutzte Schneideplatten. Eine Platte voller tiefer Rillen oder eine verbogene Platte gibt ungleichmäßigen Druck. Dreh sie um oder nimm eine andere.
- Zu dickes oder zu festes Papier. Feine Stanzen funktionieren am besten mit normalem Cardstock oder dünnerem Papier. Schwerer Karton braucht mehr Druck, als eine kleine Maschine geben kann.
- Die Stanze liegt falsch herum. Prüf, ob die Schneidkante zum Papier zeigt.
Bleiben Papierstückchen in der Stanze hängen, drück sie vorsichtig mit einer Prickelnadel oder einem alten Pinsel heraus. Für Stanzen mit vielen kleinen Öffnungen gibt es spezielle Bürsten und Matten. Soll die Rückseite einer feinen Form schon klebend sein, kleb vor dem Stanzen eine doppelseitige Klebefolie auf das Papier. Das erspart dir das Gefummel mit Kleber an winzigen Teilen.
Embossingfolder für Prägungen
Ein Embossingfolder ist eine Kunststoffhülle mit einem Muster auf der Innenseite: auf der einen Seite erhaben, auf der anderen vertieft. Du legst dein Papier hinein, schließt den Folder und kurbelst ihn durch die Maschine, mit den Platten, die dafür im Schema stehen. Das Papier kommt mit einem Prägemuster aus Karos, Blumen, Holz oder Ziegelsteinen heraus. Das nennt man Kalt- oder Trockenprägen, weil du weder Tinte noch Hitze brauchst.
Es gibt normale Folder und 3D-Folder. Normale Folder geben eine flache, gleichmäßige Prägung. 3D-Folder sind dicker, prägen tiefer und brauchen oft eine andere Plattenkombination. Schau auch hier kurz in die Hinweise zu deiner Maschine.
Tipps für eine schöne Prägung:
- Durchgefärbter Cardstock gibt das gleichmäßigste Ergebnis. Bei Papier mit weißem Kern siehst du diesen manchmal an den höchsten Stellen.
- Soll das Muster gerade hervorstechen, schleif nach dem Prägen ganz leicht mit feinem Schleifpapier über die Oberseite. Dann werden die erhabenen Stellen heller. Auch ein Stempelkissen sanft darüberzuziehen funktioniert.
- Mit manchen Stanzen kannst du statt zu schneiden auch prägen. Dann legst du statt einer Schneideplatte eine Gummi-Prägematte ins Sandwich, damit die Stanze ihre Linien eindrückt, ohne zu schneiden.
Eine gestanzte Form mehrmals auszuschneiden und aufeinanderzukleben gibt übrigens auch Tiefe. Fünf Lagen desselben Buchstabens, mit einer anderen Farbe obendrauf, ergeben einen Titel, der richtig aus der Seite herauskommt.
Passen Stanzen anderer Marken?
Meistens ja. Die dünnen Metallstanzen, die die meisten Marken herstellen, funktionieren in fast jeder manuellen Maschine. Darauf achtest du:
- Die Breite der Öffnung. Kleine, leichte Maschinen nehmen nur schmale Stanzen und Folder auf. Miss deine Stanze, bevor du sie kaufst.
- Dicke Stanzen, auf Englisch Steel-Rule Dies. Sie haben ein Stahlmesser in einem Block aus Holz oder Kunststoff mit Schaumstoff. Sie sind für dicke Materialien wie Filz, Stoff oder Karton gedacht und passen nicht in jede Maschine.
- Die Plattenkombination. Eine Stanze einer anderen Marke braucht manchmal ein etwas anderes Sandwich. Fang mit der Standardkombination an und leg bei Bedarf ein Blatt Papier dazu.
Lies im Zweifel nach, was der Hersteller deiner Maschine über Stanzen von Drittanbietern sagt. Ein zu dickes Sandwich kann deine Maschine beschädigen, und manchmal erlischt dann deine Garantie.
Schneideplatten länger nutzen
Schneideplatten sind Verbrauchsmaterial. Sie bekommen Rillen, verziehen sich und brechen irgendwann. Mit ein paar Gewohnheiten hältst du deutlich länger damit durch:
- Dreh deine Platten regelmäßig um, damit sich beide Seiten gleich abnutzen.
- Tausch auch die Plätze: Die obere Platte bekommt die meisten Rillen. Manche Scrapper nutzen bewusst eine Platte als feste obere Platte und wechseln erst, wenn sie verbraucht ist.
- Hat sich eine Platte gewölbt, leg sie beim nächsten Mal mit der gewölbten Seite andersherum ins Sandwich. Dann zieht sie sich wieder etwas zurück.
- Stanz nicht immer an derselben Stelle, sondern verteil deine Stanzen über die Platte.
- Gib keinen zusätzlichen Druck, wenn es nicht nötig ist.
- Hab ein Ersatzset im Haus. Eine Platte bricht immer im falschen Moment.
Bewahr deine Stanzen flach auf, zum Beispiel auf einer Magnetfolie in einer Mappe. So bleiben sie gerade und du siehst sofort, was du hast.
Brauchst du wirklich eine Stanzmaschine?
Nein. Für den Einstieg ins Scrapbooking reichen eine Schere, ein Cutter, ein Lineal und Kleber. Eine Stanzmaschine lohnt sich erst, wenn du merkst, dass du oft dieselben Formen brauchst, oder wenn du gern Karten machst.
Es gibt auch gute Zwischenlösungen:
- Motivstanzer, etwa ein Eckenrunder oder ein Kreisstanzer, für kleine Formen.
- Fertig gestanzte Formen aus einer Papierkollektion, die oft schon zu deinem Papier passen.
- Ausschneiden aus Designpapier, was überraschend entspannend sein kann.
Schwankst du zwischen einer manuellen Stanzmaschine und einem elektronischen Schneideplotter: Das sind zwei verschiedene Werkzeuge. Eine Stanzmaschine arbeitet mit Stanzen, die du kaufst, ein Plotter schneidet aus, was du am Bildschirm gestaltest. Darum geht es in einem eigenen Artikel.
Kaufst du eine, fang mit ein paar Stanzen an, die du immer wieder benutzt: ein Set Kreise oder Rechtecke für Matten und Labels, ein Alphabet für Titel und eine Bordüre. Davon hast du mehr als von einer Schublade voller einzelner Motive.
Fragen zu diesem Thema
Wie funktioniert eine manuelle Stanzmaschine?
Du legst eine Stanze auf Papier, stapelst Platten darum herum und kurbelst das Ganze zwischen zwei Walzen hindurch. Der Druck presst die scharfe Kante der Stanze durch das Papier, sodass eine ausgeschnittene Form übrig bleibt.
Was tun, wenn die Stanze nicht richtig durchschneidet?
Leg ein Blatt Papier oder dünnen Karton unter die untere Schneideplatte oder kurbel das Sandwich noch einmal durch. Prüf auch, ob die Schneideplatten abgenutzt sind und ob die Stanze nicht falsch herum liegt.
Passen Stanzen anderer Marken in jede Stanzmaschine?
Meistens ja, denn dünne Metallstanzen funktionieren in fast jeder manuellen Maschine. Achte auf die Breite der Öffnung und auf dicke Stanzen, die nicht in jede Maschine passen.
Braucht man eine Stanzmaschine für den Einstieg ins Scrapbooking?
Nein. Schere, Cutter, Lineal und Kleber reichen. Eine Stanzmaschine lohnt sich erst, wenn du oft dieselben Formen brauchst oder gern Karten machst.


