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Techniken · 6 Min. Lesezeit

Mini-Album basteln: Grundlage, Seiten und Bindung

Ein kleines Album über eine Reise, einen Tag oder einen Menschen. So wählst du eine Grundlage, rechnest aus, wie viel Papier du brauchst, und bekommst mit Klappen und Tags alles hinein.

Handgemachtes Album aus hellblauem Stoff mit weißen Punkten, Ringen und einem Strauß aus Papierblumen und Schmetterlingen auf dem Einband
Foto: Mila · Pexels

Ein Mini-Album ist ein kleines Buch über ein Thema: ein Wochenende am Meer, der erste Geburtstag, eine Freundschaft, der Dezember. Es ist kleiner als ein normales Album, hat weniger Seiten und ist deshalb schneller fertig. Genau das macht es so schön. Nach ein paar Abenden hältst du etwas in den Händen, das du durchblättern, verschenken oder in dein Regal stellen kannst.

Was ist ein Mini-Album und wofür nutzt du es

Ein Mini-Album ist meist 15 x 15 cm groß oder kleiner, aber auch 10 x 15 cm, A6 oder ein schmales Format sind verbreitet. Die Geschichte ist klar umrissen. Du wählst ein Thema und eine Handvoll Fotos und musst keine Jahre nachholen.

Es eignet sich gut für:

  • einen Urlaub oder einen Ausflug;
  • ein Fest, eine Geburt oder eine Hochzeit;
  • ein Geschenk, zum Beispiel für Gastgeber oder Großeltern;
  • eine Jahreszeit oder einen Monat;
  • kleine Momente aus dem Alltag, die sonst nirgends hinpassen.

Für ein erstes Mini-Album reichen fünf bis acht Fotos. Dann bleibt es übersichtlich, und du hast Platz für Text und kleine Erinnerungen wie Eintrittskarten.

Welche Grundlage wählst du

Die Grundlage bestimmt, wie dein Album aussieht und wie viel Arbeit es macht.

  • Chipboard oder feste Pappe: dicke, steife Pappe für den Einband, mit Designpapier bezogen. Du kannst sie selbst aus Pappresten zuschneiden. Nimm Pappe mit mindestens 1,5 mm Stärke und lass Stücke mit Dellen oder Knicken weg. Schneide das Papier rundum gut einen Zentimeter größer als den Einband zu, schneide die Ecken schräg ein und schlage die Ränder um, wie beim Einpacken eines Geschenks.
  • Briefumschläge: Klebe die Lasche des einen Umschlags auf die Innenseite des nächsten, und schon hast du ein Album mit eingebauten Taschen. Bleib bei vier oder fünf Umschlägen, sonst verrutschen sie und das Album wird zu dick.
  • Papiertüten oder flach gedrückte Papprollen: günstig, und die offenen Enden werden ganz von selbst zu Taschen für Tags. Drück sie mit einem Falzbein gut flach, bevor du sie beziehst.
  • Ein Bogen Designpapier: Wenn du einen Bogen von 30,5 x 30,5 cm geschickt faltest und einschneidest, entsteht ein Büchlein mit Einstecktaschen, ganz ohne zusätzliche Pappe.
  • Fertig gekauft: ein fertiges Mini-Album oder ein Kit mit bereits gebundener Grundlage. Du musst es dann nur noch füllen. Ideal, wenn du vor allem kleben und nicht an der Konstruktion basteln möchtest.

Ein Leporello-Album, also ein langer, im Zickzack gefalteter Streifen, ist auch ein guter Einstieg. Es steht aufgeklappt im Regal, du brauchst keine Bindung und es ist schnell gemacht.

Arbeite mit einer Papierkollektion oder mit Papier aus derselben Farbfamilie. Dann passen die Seiten ganz von selbst zueinander, und du musst pro Seite weniger entscheiden.

Wie viele Seiten und wie viele Bogen Papier

Rechne von deinen Fotos aus zurück. Auf eine Seite von 15 x 15 cm passt ein Foto von 10 x 15 cm mit etwas Rand oder zwei kleinere. Zähl deine Fotos, überleg, welche zusammen auf eine Seite dürfen, und rechne Vorder- und Rückseite dazu.

Eine einfache Rechnung: Aus einem Bogen von 30,5 x 30,5 cm (12 x 12 Zoll) bekommst du vier Blätter von etwa 15 x 15 cm. Jedes Blatt hat zwei Seiten. Möchtest du festere Seiten, klebe zwei Blätter Designpapier Rücken an Rücken aufeinander. Cardstock, fester einfarbiger Karton, ist schon als einzelnes Blatt stabil genug. Mit doppelt geklebtem Designpapier hast du pro Bogen zwei feste Blätter, also vier Seiten zum Gestalten. Mit Cardstock hast du pro Bogen vier Blätter, also acht Seiten.

Ein Beispiel: Zehn Fotos, von denen du vier paarweise kombinierst, ergeben acht Seiten mit Fotos. Mit einer Titelseite und einer Schlussseite kommst du auf zehn Seiten, also fünf Blätter. Dafür brauchst du etwa drei Bogen, wenn du Designpapier doppelt klebst, oder zwei Bogen Cardstock. Plane etwas Designpapier extra ein, um die Blätter zu beziehen.

Schneide deine Seiten etwas kleiner als den Einband zu, etwa einen halben Zentimeter, damit sie nicht überstehen. Mach zuerst eine Schablone aus Restpapier, um das Format auszuprobieren.

Ringe, binden oder nähen

Die Bindung wählst du danach, wie oft du etwas ändern möchtest und wie dick das Album wird.

  • Ringe: die einfachste Variante. Stanze zwei oder drei Löcher in Einband und Seiten und zieh Buchringe hindurch. Du kannst später Seiten hinzufügen oder verschieben. Zeichne die Löcher mit einer Schablone aus Pappresten an, damit sie in Einband und Seiten an derselben Stelle sitzen. Ein Band oder eine Schnur durch die Löcher geht auch.
  • Leporello-Rücken: ein Streifen Cardstock, den du im Zickzack faltest; vorher zu rillen sorgt für saubere Falze. Die Seiten klebst du in die Täler. Dieser Rücken ergibt ein stabiles Büchlein, das sich ganz aufschlagen lässt.
  • Nähen: Falte deine Blätter in der Mitte, leg sie ineinander und näh sie mit festem Garn durch den Falz, mit drei oder fünf Löchern. So wirkt es am meisten wie ein echtes Buch. Wie du mehrere gefaltete Blätter (Lagen) miteinander vernähst, liest du in unserem Artikel übers Selberbinden.
  • Ein Drahtbindegerät ergibt eine Spiralbindung wie bei einem Heft, und das Album liegt dann oft flach auf.

Achte bei jeder Bindung darauf, dass der Rücken breit genug ist für das, was später dazwischenkommt. Ein Album mit Fotos, Tags und Verzierungen wird viel dicker als die leeren Seiten. Probier die Bindung zuerst mit Restpapier aus, bevor du deine schönsten Bogen nimmst.

Alles unterbringen mit Klappen, Tags und Ausklappseiten

Das kleine Format ist auch eine Herausforderung. Du möchtest mehr unterbringen, als auf eine Seite passt. Dafür gibt es Tricks, die Platz schaffen, ohne dass dein Album gleich doppelt so dick wird.

  • Klappen: ein Streifen Papier, den du an einer Seite festklebst und zur Seite oder nach oben klappst. Darunter kommt noch ein Foto oder Text.
  • Taschen mit Tags: Klebe ein Stück Papier an drei Seiten fest, und schon hast du ein Fach. Ein Tag, das ein kleines Stück herausschaut, ziehst du leicht heraus. Auf die Rückseite schreibst du die Geschichte.
  • Tip-ins: ein loses Blatt, das du mit einem schmalen Streifen am Rand einer Seite festklebst, sodass du es wie eine halbe Seite umblättern kannst.
  • Bänder: ein Streifen Papier oder Band quer über die Seite, hinter den du eine Karte oder ein Foto schiebst.
  • Ausklappseiten: eine Seite, die breiter ist als das Album und zweimal gefaltet wird. Klappst du sie auf, hast du drei Seiten nebeneinander für ein Panoramafoto oder eine Reihe kleiner Fotos.

Ein paar Dinge, auf die du achten solltest. Setz schwere oder dicke Verzierungen an die Ränder oder auf den Einband, nicht in die Mitte einer Seite, wo das Büchlein zuklappt. Wechsle volle Seiten mit ruhigen ab. Und prüf nach jeweils ein paar Seiten, ob das Album noch zugeht. Ein Band an der Rückseite, unter dem Bezugspapier festgeklebt, hält ein dickes Album zusammen.

Wie lange dauert ein Mini-Album

Das hängt stark von der Grundlage ab und davon, wie viel du verzierst. Ein Album aus Briefumschlägen oder eine fertige Grundlage mit ein paar Fotos ist an einem Nachmittag oder Abend fertig. Ein Album, das du komplett selbst baust, mit bezogenem Einband, Leporello-Rücken und vielen Klappen, braucht eher ein paar Abende oder ein Wochenende. Ausklappseiten und Taschen erfordern mehr Messen und Rillen, deshalb dauern sie auch länger.

Du kannst die Arbeit gut aufteilen:

  1. Fotos auswählen und ausdrucken.
  2. Grundlage und Bindung machen.
  3. Hintergründe und Fotos aufkleben.
  4. Text schreiben.
  5. Verzieren und fertigstellen.

So kannst du pro Sitzung einen Schritt machen. Klebe zuerst die Hintergründe auf, dann die Fotos, dann die Lagen und zum Schluss die kleinen Details. Leg alles erst lose hin, bevor du etwas festklebst. Blättere das Album am Ende von vorn nach hinten durch, um zu sehen, ob es ein stimmiges Ganzes ergibt.

Ein Mini-Album muss nicht perfekt sein. Ein etwas schiefer Rücken oder eine Klappe, die nicht ganz gerade sitzt, fällt beim Durchblättern neben der Geschichte darin kaum ins Gewicht.

Fragen zu diesem Thema

Wie viele Seiten braucht ein Mini-Album?

Rechne von deinen Fotos aus zurück: Auf eine Seite von 15 x 15 cm passt ein Foto von 10 x 15 cm oder zwei kleinere. Für ein erstes Album reichen fünf bis acht Fotos.

Welche Grundlage eignet sich für ein Mini-Album?

Du kannst ein Mini-Album aus Chipboard, Briefumschlägen, Papiertüten, einem gefalteten Bogen Designpapier oder einer fertigen Grundlage machen. Ein fertiges Album ist am einfachsten, denn dann musst du es nur noch füllen.

Wie bindet man ein Mini-Album?

Ringe sind am einfachsten: Stanze Löcher in Einband und Seiten und zieh Buchringe hindurch. Für ein echtes Büchlein kannst du einen Leporello-Rücken machen oder die Blätter nähen.

Wie bekomme ich mehr Fotos in ein kleines Album?

Nutze Klappen, Taschen mit Tags, Tip-ins, Bänder oder Ausklappseiten. So bekommst du zusätzlichen Platz, ohne dass das Album viel dicker wird.

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