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Material · 7 Min. Lesezeit

Welcher Kleber für Fotos, Papier und Verzierungen?

Tape Runner, Klebepunkte oder doch Flüssigkleber? Was für deine Fotos sicher ist, was du besser liegen lässt und was du für Band, Vellum und schwere Verzierungen nimmst.

Zwei Hände halten einen Klebestift über ein Stück Papier auf einem weißen Tisch, mit grünen Kärtchen und einem Radiergummi
Foto: Ksenia Chernaya · Pexels

Kleber ist das Unspannendste in deinem Vorrat, und trotzdem entscheidet er, ob deine Seite in zwanzig Jahren noch heil ist. Wer schon mal in einem alten Album geblättert hat, kennt die vergilbten Klebestreifen und die Fotos, die sich einfach lösen. Hier liest du für jede Sorte, was sie kann, was du besser liegen lässt und was du für Band, Vellum und schwere Verzierungen nimmst.

Nasser und trockener Kleber

Nasser Kleber ist alles, was flüssig oder streichfähig ist und trocknen muss: flüssiger Bastelkleber, Klebestift, Klebepaste und Sprühkleber. Er hält oft stark und gleicht Unebenheiten aus. Der Nachteil ist die Feuchtigkeit: Papier kann sich wellen, und du musst warten, bis alles trocken ist.

Trockene Klebemittel sind schon fertig auf einer Rolle oder einem Bogen und kleben sofort. Es gibt keine Trockenzeit und keine Feuchtigkeit, deine Seite bleibt also flach. Die bekanntesten Sorten:

  • Tape Runner oder Kleberoller: ein Halter, mit dem du eine dünne Klebeschicht oder kleine Pünktchen über die Rückseite deines Papiers ziehst. Schnell und sauber, für Papier auf Papier und für Fotos. Es gibt nachfüllbare Varianten und Einwegversionen. Drück leicht und gleichmäßig, sonst läuft die Rolle schief oder verklemmt sich.
  • Doppelseitiges Klebeband: oft stärker als ein Kleberoller und lässt sich passend zuschneiden. Nimm dafür eine alte Schere oder eine Antihaft-Schere, denn deine gute Schere wird davon klebrig und stumpf.
  • Fotoklebepads: kleine Quadrate aus doppelseitigem Klebeband, auch Mounting Squares genannt. Eins in jeder Ecke eines Fotos reicht, und unter dem Foto sieht man sie nicht.
  • Klebepunkte (Glue Dots): runde Klebepunkte auf einem Bogen oder einer Rolle. Es gibt sie flach für leichtes Papier, dicker für Knöpfe und andere Embellishments (Verzierungen wie Knöpfe, Blüten und Anhänger) und als schmalen Streifen für Band. Es gibt permanente und ablösbare Sorten.
  • Schaumklebeband und 3D-Pads: dicke Schaumstückchen mit Kleber auf beiden Seiten, um etwas anzuheben und Tiefe zu schaffen.

Was für Fotos sicher ist

Fotos sind chemisch empfindlich. Säurehaltiger Kleber, säurehaltiges Papier oder säurehaltige Hüllen können nach Jahren ins Foto ziehen und es vergilben und verfärben. Achte deshalb auf der Verpackung auf säurefrei (acid-free), pH-neutral und fotosicher (photo safe oder archival). Steht PAT auf der Verpackung, wurde das Produkt auf schädliche Reaktionen mit Fotos getestet. Was säurefreies Papier genau bedeutet, erklären wir in einem eigenen Artikel.

Für Fotos sind trockene Klebemittel die beste Wahl: ein Tape Runner, Fotoklebepads oder doppelseitiges Klebeband, das als fotosicher verkauft wird. Bring das Klebemittel immer auf der Rückseite an, nie auf der Bildseite.

Säurefrei heißt nicht automatisch, dass etwas lange hält. Vor allem billige Klebestifte verlieren mit der Zeit ihre Kraft, sodass sich Fotos nach ein paar Jahren lösen. Für Papier auf Papier ist ein guter Klebestift völlig in Ordnung, für Fotos nimmst du lieber ein trockenes Klebemittel.

Am sichersten sind Fotoecken: kleine Dreiecke, in die du das Foto schiebst. Nur die Ecken werden festgeklebt, das Foto selbst kommt nirgends mit Kleber in Berührung. Hast du ein Original, das du nicht verlieren willst, klebst du einen Abzug oder eine Kopie ein und bewahrst das Original separat auf.

Was du besser nicht benutzt

Manche Klebemittel liegen in jeder Schublade, gehören aber nicht in ein Album, das lange halten soll.

  • Normaler Klebefilm: vergilbt, wird spröde und löst sich nach Jahren, mit einem braunen Fleck als Andenken.
  • Gummilösung (Rubber Cement): klebt stark und bleibt elastisch, aber die klassischen Sorten verfärben sich und geben mit der Zeit auf. Restauratoren stoßen auf alte Alben, in denen die Gummilösung versagt hat und alles lose im Buch liegt. Es gibt säurefreie Varianten, aber die sind schmierig und scheinen durch dünnes Papier durch.
  • Nasser Schulkleber oder weißer Bastelkleber ohne Hinweis auf säurefrei: viel Wasser, also Wellen und Flecken. Nicht dafür gemacht, jahrzehntelang gut zu bleiben.
  • Heißkleber: Die Hitze kann Fotos beschädigen, und die Kleckse machen deine Seite dick und uneben.
  • Schaumstoff direkt auf einem Foto: Nicht jeder Schaum ist säurefrei. Willst du ein Foto anheben, setz es zuerst auf eine Matte aus Cardstock (fester, einfarbiger Karton) und kleb den Schaum unter diese Matte.

Band, Vellum, Stoff und schwere Verzierungen

Band klebst du am saubersten mit einem schmalen Streifen doppelseitigem Klebeband oder einem Klebestreifen auf der Rückseite. Du kannst die Enden auch umschlagen und auf der Rückseite der Seite festkleben, dann sieht man nichts. Arbeitest du mit Flüssigkleber, fixier das Band mit einer Klammer oder Nadel, bis der Kleber trocken ist.

Vellum ist knifflig, weil fast jeder Kleber durchscheint. Kleb nur an Stellen, die später verdeckt werden, etwa von einem Titel, einem Foto oder einer Verzierung. Oder befestige es mechanisch mit Brads (Musterbeutelklammern), Heftklammern oder ein paar Stichen mit Nadel und Faden. Eine dünne, gleichmäßige Schicht Sprühkleber sorgt ebenfalls für ein gleichmäßiges Ergebnis, ohne Streifen oder Punkte.

Dünnen Stoff klebst du mit einer dünnen Schicht Sprühkleber oder mit flüssigem Bastelkleber, den du mit einem Pinsel verstreichst. Nimm wenig, damit der Kleber nicht durch das Gewebe zieht.

Für schwere Verzierungen aus Metall, Kunststoff oder Chipboard (dicker, fester Karton) ist flüssiger Bastelkleber am stärksten. Nimm wenig davon: Kleber, der unter einem Anhänger hervorquillt, kann das Papier drumherum verfärben. Knöpfe und kleine Emaille-Punkte halten mit dicken Klebepunkten.

Durchsichtige Acrylformen klebst du mit einem klaren Kleber, der transparent trocknet, damit du keine weißen Flecken durch den Kunststoff siehst. Solcher Kleber trocknet langsam. Ein praktischer Trick: Setz zusätzlich einen Klebepunkt, der alles an seinem Platz hält, bis der Kleber hart ist, denn ein Klebepunkt allein kann auf einer aufrecht stehenden Seite verrutschen.

Für Pailletten, Strasssteine und feine Stanzteile eignet sich ein Klebestift mit feiner Spitze, also ein Glue Pen. Bei vielen Glue Pens gilt: Drückst du etwas an, solange der Kleber noch nass ist, hält es fest. Lässt du den Kleber erst antrocknen, bis er klebrig ist, kannst du es später wieder verschieben. Lies die Verpackung, denn das ist je nach Marke unterschiedlich.

So vermeidest du Falten und Wellen

Nasser Kleber und Papier passen gut zusammen, wenn du dich an ein paar Dinge hältst.

  1. Nimm weniger, als du denkst. Streich den Kleber dünn mit einem Pinsel oder einem Kunststoffspatel aus oder setz kleine Pünktchen statt einer ganzen Fläche.
  2. Trag den Kleber auf das Teil auf, das du aufklebst, nicht auf den Hintergrund. So weißt du genau, wo der Kleber ist.
  3. Arbeite auf festem Papier. Dünnes Druckerpapier wellt sich viel schneller als Cardstock.
  4. Streich nach dem Kleben mit einem Falzbein von der Mitte nach außen glatt, mit einem Blatt Schmierpapier dazwischen gegen Flecken.
  5. Lass alles flach unter Gewicht trocknen, zum Beispiel unter ein paar schweren Büchern, mit Backpapier dazwischen, damit nichts aneinanderklebt.
  6. Muss eine große Fläche festgeklebt werden? Dann nimm einen Tape Runner oder Sprühkleber statt Flüssigkleber.
  7. Mach zuerst einen Test an einem Rest, vor allem bei zu Hause gedruckten Fotos. Nasser Kleber kann Tinte verlaufen lassen.

Sprühkleber benutzt du in einem gut belüfteten Raum, mit einem großen Karton oder alten Zeitungen, um deinen Arbeitsplatz zu schützen. Sprühkleber ist meist nicht für Fotos gemacht: Nimm ihn für Papier und Verzierungen und für Fotos nur, wenn fotosicher draufsteht. Leg außerdem zuerst alles lose auf die Seite, bevor du etwas festklebst. Was noch nicht festklebt, musst du auch nicht wieder ablösen.

Wenn du Fotos später wieder ablösen willst

Glaubst du, dass du ein Foto irgendwann austauschen oder herausnehmen willst, zum Beispiel weil etwas auf der Rückseite steht? Dann wähl eine dieser Möglichkeiten.

  • Fotoecken. Schieb das Foto in die Ecken und kleb zuerst die beiden oberen fest. Bei dicken Fotos wie Polaroids klebst du zuerst zwei Ecken fest, die sich schräg gegenüberliegen.
  • Ablösbare Fotoklebepads. Kleb sie zuerst an zwei Seiten an, richte das Foto gerade aus und setz dann die anderen beiden. So verhinderst du, dass sich das Foto wölbt.
  • Ablösbare Klebepunkte. Sie halten gut, lassen sich später aber vorsichtig wieder abziehen.
  • Washi Tape. Klebt leicht und geht meistens wieder ab, ohne zu reißen. Schön als dekorativer Rand, aber zu schwach, um ein wichtiges Foto allein zu halten.

Repositionierbarer Sprühkleber lässt dich eine Weile verschieben, hält danach aber ganz normal fest. Damit kannst du also korrigieren, später aber nichts mehr ablösen.

Hast du gerade ein Foto an die falsche Stelle geklebt? Schieb ein Stück Zahnseide hinter das Foto und bewege es vorsichtig mit einer Sägebewegung hin und her. Für Fotos, die schon seit Jahren festkleben, braucht es mehr als das.

Ein kleines Grundset

Du brauchst keine zehn Sorten Kleber. Mit zwei oder drei kommst du schon sehr weit: ein Tape Runner für Papier und Fotos, ein Flüssigkleber mit feiner Spitze für Details und schwere Verzierungen und Klebepunkte oder Schaumklebeband für Knöpfe und Höhe. Leg noch ein Tütchen Fotoecken dazu für die Fotos, die du wieder ablösen können willst.

Mach nach dem Benutzen die Kappe auf Klebestift und Glue Pen, sonst trocknen sie aus. Und schreib auf die Verpackung, wann du sie gekauft hast. Ein Klebemittel, das schon seit Jahren in der Schublade liegt, klebt oft schlechter, als du denkst.

Fragen zu diesem Thema

Welcher Kleber ist sicher für Fotos?

Nimm ein trockenes Klebemittel, das säurefrei und fotosicher ist, etwa einen Tape Runner oder Fotoklebepads, oder benutze Fotoecken. Bring das Klebemittel immer auf der Rückseite des Fotos an, nie auf der Bildseite.

Welchen Kleber sollte man im Fotoalbum besser nicht verwenden?

Normaler Klebefilm, Gummilösung, Heißkleber und nasser Schulkleber sind nicht für ein Album gedacht, das lange halten soll. Sie vergilben, verlieren ihre Kraft oder beschädigen das Foto.

Wie verhindert man, dass sich Papier beim Kleben mit Flüssigkleber wellt?

Nimm wenig Kleber, streich ihn dünn aus und arbeite auf festem Papier. Lass das beklebte Blatt danach flach unter Gewicht trocknen, zum Beispiel unter ein paar schweren Büchern.

Wie kann man Fotos später wieder aus dem Scrapbook lösen?

Nimm Fotoecken, ablösbare Fotoklebepads oder ablösbare Klebepunkte. Klebt ein Foto aus Versehen an der falschen Stelle, schieb vorsichtig Zahnseide hinter das Foto und arbeite mit einer Sägebewegung.

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