Scrapbooks aufbewahren: Ort, Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Dein Album ist fertig. Wo stellst du es jetzt hin, damit es in dreißig Jahren noch genauso schön ist? Über den richtigen Ort, Feuchtigkeit, Kartons, Ungeziefer und was du tust, wenn etwas schiefgeht.

Ein Scrapbook machst du, um es aufzuheben. Trotzdem landet das fertige Album oft an einem Ort, den wir für ein altes Foto nie wählen würden: auf dem Dachboden, im Schrank an der Außenwand oder flach unter einem Stapel Zeitschriften. Papier, Kleber und Fotos reagieren empfindlich auf Wärme, Feuchtigkeit und Licht, und ein Album ist dafür besonders anfällig, weil so viele verschiedene Materialien darin stecken. Mit ein paar Entscheidungen schenkst du deinen Büchern ein viel längeres Leben.
Der beste Ort in der Wohnung
Die Faustregel ist einfach: Bewahre deine Alben in einem Raum auf, in dem du dich selbst auch wohlfühlst. Ein Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Arbeitszimmer hat meistens eine ziemlich gleichmäßige Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Genau das braucht Papier.
Die schlechtesten Orte sind ausgerechnet die, an denen wir Sachen gern verstauen:
- Der Dachboden wird im Sommer heiß und im Winter kalt. Wärme macht Papier und Kleber spröde.
- Keller und Garage sind oft feucht. Feuchtigkeit lockt Schimmel und Insekten an.
- Ein Schrank an einer Außenwand kann innen kalt und klamm werden.
- Ein Regal über der Heizung oder neben dem Ofen trocknet alles aus und lässt das Material arbeiten.
Achte auch auf Licht. Sonnenlicht lässt Rücken und Einband eines Albums ausbleichen, und auch normales Tageslicht und manche Lampen enthalten UV-Strahlung. Stell dein Bücherregal so, dass keine Sonne darauf fällt, oder lass in den sonnigen Stunden einen Vorhang zu.
Welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit?
Archive und Bibliotheken halten oft eine Temperatur von etwa 18 bis 21 Grad und eine relative Luftfeuchtigkeit um die 45 Prozent. Zu Hause musst du das nicht aufs Grad genau erreichen. Wichtiger ist, dass es stabil bleibt. Papier dehnt sich aus, wenn es Feuchtigkeit aufnimmt, und schrumpft, wenn es trocken wird; dieses ständige Hin und Her schadet mehr als ein paar Grad zu viel.
Als Richtwert für zu Hause:
- Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 55 Prozent ist völlig in Ordnung.
- Über 60 Prozent riskierst du wellige Seiten und Schimmel.
- Unter 30 Prozent wird Papier trocken und kann sich ebenfalls verziehen und wölben.
- Kühler ist besser als wärmer, solange es nicht feucht wird.
Ein einfaches Hygrometer, ein kleines Messgerät für die Luftfeuchtigkeit, zeigt dir in ein paar Tagen, wie es in deinem Zimmer aussieht. Miss auch einmal im Winter, wenn die Heizung läuft, und an einem schwülen Sommertag.
Stehend oder liegend?
Das hängt von Format und Gewicht ab. Kleine und mittelgroße Alben dürfen ganz normal aufrecht im Regal stehen, wie Bücher. Stell sie dann aber zwischen Bücher oder Alben von ungefähr gleicher Höhe, damit sie nicht schief zur Seite sacken. Ein Album, das schräg an der Regalkante lehnt, verzieht sich mit der Zeit.
Große und schwere Alben, etwa ein volles Album im Format 30,5 × 30,5 cm (12 × 12 Zoll), liegen besser flach. Dann muss der Rücken nicht das ganze Gewicht der Seiten tragen, und lose Teile können nicht herausrutschen. Lass sie nie über die Regalkante hinausragen und stapel nicht zu viele übereinander: zwei oder drei reichen, mit dem schwersten Album unten.
In welchem Karton?
Ein Karton schützt vor Licht und Staub und hält ein Album mit losem Rücken zusammen. Wähl einen Karton, der ungefähr so groß ist wie das Album, damit es darin nicht hin und her rutscht. Archivkartons aus säurefreier und ligninfreier Pappe sind genau dafür gedacht. Das Wort „Archiv“ ist kein geschützter Begriff, also schau, was auf der Verpackung steht: säurefrei und ligninfrei.
Ein paar Dinge, die du besser vermeidest:
- Einen normalen Umzugskarton oder Schuhkarton aus brauner Pappe, denn die wird mit der Zeit sauer.
- Eine verschlossene Plastikbox in einem Raum, der mal warm, mal kalt wird. Darin kann sich Kondenswasser bilden.
- Einen eng sitzenden Schuber um das Album. Der scheuert bei jedem Herausnehmen am Einband.
Schimmel, Flecken und Silberfischchen vorbeugen
Fast alle Probleme beginnen mit Feuchtigkeit. Schimmel, Hausstaubmilben und Insekten gedeihen in einer klammen, stehenden Umgebung. Halte die Luftfeuchtigkeit unter 55 Prozent, sorg dafür, dass die Luft im Zimmer ab und zu ausgetauscht wird, und stell Alben nicht direkt an die Wand, sondern mit ein paar Zentimetern Abstand dahinter.
Silberfischchen (auch Papierfischchen genannt) fressen gern Kleber, Stärke und Papier und lieben feuchte, dunkle Ecken. Siehst du welche, ist das meistens ein Zeichen, dass es zu feucht ist. Ein trockener Raum und regelmäßiges Staubwischen helfen mehr als jedes Mittel.
Auch was du in dein Album steckst, spielt eine Rolle. Echte Blumen, Süßigkeiten und anderes verderbliches Material können Seiten verfärben, zusammenkleben lassen und Insekten oder Schimmel anziehen, die dann auf den Rest übergreifen. Ein Foto vom Blumensträußchen ist sicherer als das Sträußchen selbst. Klebeband verfärbt sich und löst sich mit der Zeit oder hinterlässt Flecken; Fotoecken sind die bessere Wahl.
Findest du doch eine Schimmelstelle, nimm das Album sofort von den anderen Büchern weg. Lass es in einem trockenen, luftigen Raum trocknen und frag bei einem wertvollen Album einen Restaurator um Rat. Braune Pünktchen auf altem Papier, auch Stockflecken oder Foxing genannt, sind nicht unbedingt Schimmel, aber es ist sinnvoll, so ein Blatt getrennt aufzubewahren.
Alben, die zu dick werden
Ein Album, das sich wölbt, nutzt sich schneller ab. Der Rücken hält das Gewicht nicht aus, die Seiten ziehen an den Ringen oder Schrauben, und dicke Embellishments, also Verzierungen wie Knöpfe und Chipboard, drücken Abdrücke in die Nachbarseite. Das ist eines der häufigsten Probleme bei Scrapbooks, auch bei alten Alben in Archiven.
Was hilft:
- Lass bei einem Schraubalbum oder Ringbuch regelmäßig ein paar leere Seiten weg oder nutze Verlängerungsschrauben, damit die Seiten Platz behalten.
- Bei einem Album mit festem Rücken fängst du besser einen zweiten Band an, als den ersten immer weiter vollzustopfen.
- Platziere dicke Elemente nicht genau an derselben Stelle auf zwei gegenüberliegenden Seiten.
- Große Zeitungen, Poster oder Karten, die du mehrmals falten musst, gehören eigentlich nicht ins Album. Jeder Knick reißt mit der Zeit. Bewahre sie flach in einer Mappe oder einem Karton daneben auf.
- Echte Gegenstände wie eine Muschel oder ein kleiner Stein sind in einer eigenen Schachtel besser aufgehoben.
Was tun bei Wasserschaden?
Ist Wasser an deine Alben gekommen, warte nicht. Nasses Papier und nasse Fotos fangen innerhalb weniger Tage an zu schimmeln, und je länger du wartest, desto fester klebt alles zusammen.
- Nimm das Album aus dem Karton oder der Plastiktüte. Eingeschlossene Feuchtigkeit macht es nur schlimmer.
- Stell das Album aufgeschlagen hin und sorg dafür, dass sich die Seiten nicht berühren. Ein paar Wäscheklammern oder Blätter Küchenpapier zwischen den Seiten helfen.
- Nimm Fotos heraus, solange sie noch nass sind. Sind sie erst trocken, kleben sie aneinander oder an der Seite fest. Geht es nicht ohne Kraft, lass sie drin.
- Leg lose Fotos mit der Bildseite nach oben auf ein sauberes Handtuch oder häng sie an eine Klammer. Nicht in die pralle Sonne und nicht mit dem Föhn.
- Lass alles in einem kühlen Raum trocknen, mit einem gekippten Fenster oder einem Ventilator, der nicht direkt aufs Papier bläst.
Klappt das Trocknen nicht innerhalb von ein, zwei Tagen, zum Beispiel weil es um viele Alben geht, kannst du ein nasses Album als Notlösung verpackt ins Gefrierfach legen. Das stoppt den Schimmel, bis du Zeit hast, es in Ruhe zu trocknen. Bei Erbstücken ist es sinnvoll, vorher einen Restaurator um Rat zu fragen.
Nicht selbst mit Klebeband reparieren
Ein loser Rücken oder eine eingerissene Seite verleitet dazu, schnell zum Klebeband zu greifen. Lass das bei einem Album, das du weitergeben möchtest. Klebeband und Kleber richten auf Dauer mehr Schaden an als der Riss selbst. Leg gelöste Teile wieder an ihren Platz, ohne sie festzukleben, bewahre das Album in einem Karton auf und geh vorsichtig damit um. Wasch dir die Hände, bevor du blätterst, am besten ohne Handcreme, und halte Kaffee und Essen auf Abstand.
Eine Kopie als Sicherheitsnetz
Wie gut du auch aufpasst, ein Album ist einzigartig und empfindlich. Ein Scan oder Foto jeder Seite ist deshalb ein beruhigendes Sicherheitsnetz: Bei Feuer, Wasser oder einfach Abnutzung durch häufiges Blättern hast du die Seiten noch. Fotografiere oder scanne das Album aufgeschlagen, mit der Seite nach oben, und drück es nie flach auf die Glasplatte eines Scanners. Scannst du das Buch mit Scrappd, liegen die Seiten privat in deinem Regal, und das Original kann in Ruhe liegen bleiben.
Fragen zu diesem Thema
Wo bewahrt man ein Scrapbook am besten auf?
In einem Raum, in dem du dich selbst auch wohlfühlst, etwa im Wohn- oder Schlafzimmer, geschützt vor der Sonne und nicht an einer Außenwand. Dachboden, Keller und Garage sind meistens zu heiß, zu kalt oder zu feucht.
Welche Luftfeuchtigkeit ist gut für Alben und Fotos?
Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 55 Prozent ist völlig in Ordnung, mit etwa 45 Prozent als Ziel. Über 60 Prozent riskierst du wellige Seiten und Schimmel. Vor allem stabil sollte sie bleiben.
Sollte ein Scrapbook stehen oder liegen?
Kleine und mittelgroße Alben dürfen aufrecht stehen, wie Bücher. Große und schwere Alben, etwa ein volles Album im Format 30,5 × 30,5 cm, liegen besser flach.
Was tun, wenn das Scrapbook nass geworden ist?
Nimm das Album aus dem Karton oder der Plastiktüte, stell es aufgeschlagen hin, damit sich die Seiten nicht berühren, und nimm nasse Fotos heraus. Lass alles in Ruhe in einem kühlen Raum trocknen, ohne Föhn und nicht in der prallen Sonne.


