Prospekthüllen: Welches Plastik ist sicher für deine Fotos?
Polypropylen, Polyester oder PVC? Nicht jede durchsichtige Hülle tut deinen Fotos gut. So erkennst du eine sichere Hülle und weißt, wann du alte Hüllen besser austauschst.

Eine Seite in einer durchsichtigen Hülle sieht fertig aus. Viele erfahrene Scrapper bleiben nach Jahren des Ausprobierens genau dabei: Kaum etwas schützt ein fertiges Layout so einfach. Aber Plastik ist nicht gleich Plastik. Die eine Hülle hält deine Fotos jahrelang sauber, die andere wird klebrig und hinterlässt Spuren auf dem, was darin steckt. Der Unterschied steckt in ein paar Buchstaben auf der Verpackung.
Warum du Seitenschutzhüllen verwendest
Eine Seitenschutzhülle, auch Page Protector oder Prospekthülle genannt, kann mehr als nur ordentlich aussehen.
- Sie hält Fingerabdrücke, Staub und Kaffeespritzer von deinen Fotos fern.
- Gelöste Teile wie ein Kärtchen oder ein Embellishment (eine Verzierung wie ein Knopf oder ein Stück Chipboard) fallen nicht aus dem Album, sondern bleiben an ihrem Platz.
- Zwei gegenüberliegende Seiten berühren sich nicht direkt. So kann Tinte oder Kleber von der einen Seite nicht auf die andere abfärben.
- Du kannst Seiten leicht umsortieren, ergänzen oder in ein anderes Album umziehen lassen, vor allem in einem Ringbuch.
Bei einem Album mit festen Seiten ohne Hüllen kannst du ein Blatt säurefreies Zwischenpapier zwischen die Seiten legen. Das schützt auch, aber weniger gut vor Fingern und Staub.
Polypropylen, Polyester und PVC
Drei Kunststoffe begegnen dir am häufigsten. Zwei davon sind gut, einer nicht.
Polypropylen (PP) ist der meistverwendete Kunststoff für Scrapbook-Hüllen. Es ist stabil, gibt nichts ab, ist geschmeidig und günstig. Allerdings ist es etwas weniger klar als Polyester.
Polyester (PET), oft unter dem Markennamen Mylar verkauft, ist am klarsten und am festesten. Museen und Archive bewahren darin einzelne Dokumente und Fotos auf. Es ist allerdings teurer und kann sich statisch aufladen, sodass Staub und lose Teilchen daran haften bleiben.
Polyethylen (PE) ist weicher und etwas matter. Du findest es vor allem in Fotohüllen, Negativhüllen und Tütchen. Auch das ist sicher.
PVC ist der Übeltäter. Es ist von Natur aus hart und wird mit Weichmachern geschmeidig gemacht. Diese Stoffe können mit der Zeit aus dem Plastik austreten und angreifen, was darin steckt: Fotos verfärben sich, die Hülle wird klebrig und manchmal bleibt das Foto am Plastik hängen. Normen für fotosichere Aufbewahrungsmaterialien schließen PVC deshalb aus. Viele billige Sichtbücher, alte Fotoalben und Dokumentenhüllen von früher sind aus PVC.
Wie erkennst du eine sichere Hülle?
Auf der Verpackung von Hüllen, die für Scrapbooking oder Fotos gemacht sind, steht fast immer, aus welchem Kunststoff sie bestehen. Achte auf diese Punkte:
- Den Namen des Kunststoffs: Polypropylen, Polyester oder Polyethylen, oder die Abkürzungen PP, PET und PE.
- Den Hinweis „PVC-frei“, auf Englisch „PVC-free“.
- Einen Hinweis, dass das Material den PAT bestanden hat. Der Photographic Activity Test (ISO 18916) ist ein internationaler Test, der prüft, ob ein Aufbewahrungsmaterial mit fotografischem Material reagiert. Das ist der stärkste Beleg dafür, dass etwas fotosicher ist.
- Die Recyclingnummer im Dreieck, falls vorhanden: Eine 3 steht für PVC, eine 5 für Polypropylen, eine 1 für PET und eine 2 oder 4 für Polyethylen.
Steht nichts drauf? Dann helfen deine Nase und deine Hände. PVC hat oft diesen typischen Geruch eines neuen Planschbeckens oder Duschvorhangs, fühlt sich etwas fettig oder gummiartig an und ist sehr schlaff. Polypropylen riecht nach nichts und knistert ein wenig, wenn du es biegst. Bist du unsicher, nimm so eine Hülle lieber für etwas anderes als deine Fotos.
Das Wort „Archiv“ auf einer Verpackung sagt wenig aus: Es ist kein geschützter Begriff. Und „säurefrei“ bezieht sich auf Papier und Karton, nicht auf Plastik. Bei einer Hülle zählt, welcher Kunststoff es ist, nicht ob „säurefrei“ draufsteht.
Hüllen für ungewöhnliche Formate
Die gängigen Größen sind Hüllen für 30,5 × 30,5 cm (12 × 12 Zoll) und für 21,6 × 27,9 cm (8,5 × 11 Zoll), außerdem Hüllen in A4 und in den kleineren Albumformaten. Für Pocket Scrapbooking gibt es Hüllen mit Fächern in allen möglichen Aufteilungen, zum Beispiel vier oder sechs Fächer pro Seite.
Passt etwas nicht, gibt es ein paar praktische Lösungen:
- Schneide eine große Hülle in der Mitte durch und nutze die Hälfte als halbe Seite zwischen zwei ganzen Seiten. Die offene Kante schließt du mit einem Streifen Washi Tape entlang des Randes ab. Verwende keine Heftklammern in der Nähe von Fotos, denn die können rosten.
- Steck einen langen Streifen in eine Hülle und näh mit der Nähmaschine eine Naht an der Seite entlang. So hast du ein schmales Fach nach Maß; den Überstand schneidest du ab.
- Denk bei der Wahl eines Albums an die Hüllen: Jede Marke hat ihr eigenes Lochmuster. Viele 30,5 × 30,5-Hüllen passen in Alben verschiedener Marken, aber nicht immer.
- Für einzelne Dinge, die zu groß sind, etwa ein Poster oder eine ganze Zeitung, ist eine Hülle in einem größeren Format oder eine flache Mappe daneben besser als Falten.
- Kleine, dicke Dinge wie eine Münze oder ein Anstecker passen in ein kleines Polypropylen-Tütchen, das du auf der Seite befestigst.
Achte bei einer eigenen Lösung darauf, dass du denselben sicheren Kunststoff verwendest. Ein Streifen PVC-Klebeband oder ein altes Sichtbuch macht deine ganze übrige Sorgfalt zunichte.
Schließen sie Fotos nicht zu luftdicht ein?
Diese Sorge hört man oft, und sie ist verständlich. Trotzdem ist eine Seitenschutzhülle kein verschlossener Beutel: Die Oberseite oder Seite ist offen, und Luft kommt einfach durch. Für trockene Seiten in einem normalen Zimmer ist das kein Problem. Stabile Kunststoffe wie Polypropylen und Polyester geben selbst nichts ab, also sammelt sich auch nichts an.
Zum Risiko wird es erst, wenn Feuchtigkeit in die Hülle gelangt. Eine Seite, die von Kleber, Farbe oder Tinte noch feucht ist, oder ein Album in einem feuchten Keller oder auf einem feuchten Dachboden kann in Plastik länger nass bleiben als an der Luft. Davon kann Schimmel kommen. Lass Seiten also ganz trocknen, bevor du sie in eine Hülle schiebst, und bewahre deine Alben an einem trockenen Ort mit gleichmäßiger Temperatur auf.
Bei normalen Fotos gilt noch etwas: Drück sie nicht zu fest in eine Hülle, die etwas zu klein ist. Eine Hülle, die genau passt oder ein bisschen Luft lässt, ist besser als eine, die spannt.
Alte Hüllen austauschen
Früher war PVC in Fotoalben ganz üblich, und auch die Selbstklebealben mit Klebeseiten unter einer Folie sind berüchtigt. Hast du alte Alben oder Mappen, sieh sie dir mal kritisch an. Zeit zum Austauschen ist es, wenn:
- sich die Hülle klebrig, fettig oder trüb anfühlt;
- das Plastik gelb geworden ist oder riecht;
- du siehst, dass Fotos am Plastik kleben oder ein Abdruck im Plastik zurückbleibt;
- die Hülle an den Löchern einreißt, sodass die Seite durchhängt.
Nimm Seiten und Fotos vorsichtig heraus. Klebt ein Foto fest, zieh nicht daran: Das ist eine Aufgabe für einen ruhigen Nachmittag und braucht ein eigenes Vorgehen. Schieb, was sich löst, in neue Hüllen aus Polypropylen oder Polyester. Wirf die alten Hüllen weg oder nutze sie höchstens noch für Stempel oder Material, das kein Foto ist.
Wenn du ohnehin alles neu ordnest, ist das auch ein guter Moment, deine Seiten zu scannen. Dann hast du sie noch, falls eine Hülle dich irgendwann enttäuscht.
Fragen zu diesem Thema
Welches Plastik ist sicher für Fotos und Scrapbook-Seiten?
Polypropylen, Polyester und Polyethylen sind sicher. PVC lässt du besser liegen, weil Weichmacher aus dem Plastik austreten und Fotos angreifen können.
Woran erkenne ich PVC-freie Prospekthüllen?
Schau, ob „PVC-frei“ oder PP, PET oder PE auf der Verpackung steht oder ob die Recyclingnummer eine 5, 1, 2 oder 4 ist. Eine 3 steht für PVC. PVC riecht oft nach Planschbecken oder Duschvorhang und fühlt sich fettig oder gummiartig an.
Wann sollte man alte Fotohüllen austauschen?
Wenn die Hülle klebrig, fettig, trüb oder gelb ist, nach Plastik riecht oder Fotos am Plastik kleben. Klebt ein Foto fest, zieh nicht daran.
Sind Prospekthüllen zu luftdicht für Fotos?
Meistens nicht: Die Oberseite oder Seite ist offen, und stabile Kunststoffe geben selbst nichts ab. Zum Risiko wird es erst, wenn Feuchtigkeit in die Hülle gelangt. Lass Seiten also ganz trocknen, bevor du sie in eine Hülle schiebst.


