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Einstieg · 6 Min. Lesezeit

So gestaltest du deine erste Scrapbook-Seite, Schritt für Schritt

Ein Foto, ein Bogen Karton und ein ruhiger Abend. So gestaltest du deine allererste Scrapbook-Seite, von der ersten Entscheidung bis zum letzten Sticker.

Zwei Hände auf einem aufgeschlagenen Spiralblock mit aufgeklebtem Foto, Washi Tape und rotem Handlettering
Foto: Katya Wolf · Pexels

Du hast einen Stapel Fotos, eine Mappe mit Kärtchen und Lust anzufangen. Nur: Wo fängst du an? Für eine erste Seite musst du zum Glück fast nichts wissen. Ein Foto, ein Bogen Karton und ein ruhiger Abend reichen, und unten gehen wir alles gemeinsam durch.

Fang mit einem Foto an, nicht mit einem Plan

Viele Anfänger denken, sie müssten zuerst ein Thema wählen oder ein ganzes Album durchplanen. Musst du nicht. Am einfachsten beginnst du mit einem Foto, das dich berührt: dein Hund, der im Gras schläft, ein Abendessen mit Freundinnen, der erste warme Tag auf dem Balkon.

So ein Foto bringt die Geschichte von selbst mit. Du weißt noch, wo du warst, wer dabei war und warum du es gemacht hast. Ein Thema entsteht später, wenn du mehr Seiten hast und siehst, was du gern festhältst.

Arbeitest du doch lieber mit einem Thema, dann halte es klein. Nimm einen Tag, einen Geburtstag oder ein Wochenende weg, und nicht „unsere Urlaube“ oder „die Kinder“. Sonst liegen schnell zweihundert Fotos auf dem Tisch.

Ein erstes Projekt, das du wirklich fertig machst

Mach eine Seite, kein Album. Eine einzelne Seite ist überschaubar, und wenn sie fertig ist, hältst du gleich etwas in den Händen. Das macht Lust auf die nächste.

Wähle ein bis drei Fotos vom selben Moment. Ein großes Foto ist am ruhigsten und am einfachsten. Bei mehr als drei wirkt es schnell eher wie eine Collage als wie eine Seite.

Das Format ist nicht so wichtig. Viele Scrapper arbeiten auf 30,5 × 30,5 cm (12 × 12 Inch), dem üblichen Format für Scrapbook-Papier, aber A4 oder kleiner ist für das erste Mal völlig in Ordnung. Eine kleinere Seite ist schneller gefüllt, und du kommst weniger in Versuchung, jede Ecke vollzukleben. Willst du erst mit Papier und Kleber üben, ist eine Karte ein schönes Aufwärmen.

Nimm einen Abzug, nicht das Original. Scanne ein altes Foto oder lass eine Kopie machen und bewahre das echte separat auf. Geht etwas schief, druckst du einfach einen neuen Abzug.

Was du bereitlegst

Du brauchst weniger, als die Regale im Bastelladen vermuten lassen. Für diese erste Seite reicht das hier:

  • ein Bogen fester Karton als Hintergrund (Cardstock: einfarbiges, dickes Papier), in Weiß, Creme, Kraft oder einer ruhigen Farbe
  • ein oder zwei Bögen Designpapier, also Papier mit aufgedrucktem Muster
  • deine Fotos, am liebsten matt gedruckt
  • eine scharfe Schere oder ein Papierschneider und ein Lineal
  • doppelseitiges Klebeband für die Fotos und ein Klebestift für leichtes Papier
  • ein Stift, der nicht durchdrückt, und dazu, was du an Stickern oder Tape schon zu Hause hast

Kleber, Papiersorten und Stifte bekommen jeweils einen eigenen Artikel. Für jetzt ist nur eins wichtig: Nimm Karton, der sich nicht biegt, wenn du ein Foto daraufklebst.

So baust du die Seite auf

Arbeite von hinten nach vorn: zuerst das, was unten liegt, zuletzt das, was obendrauf kommt. Kleb in diesem Schritt noch nichts fest, du legst alles nur lose hin.

  1. Wähle deine Farben. Schau dir dein Foto an und nimm zwei oder drei Farben daraus: eine Hauptfarbe, eine passende Farbe und eine neutrale Farbe wie Weiß, Creme oder Kraft. Danach suchst du dein Papier aus.
  2. Leg den Hintergrund. Der Bogen Karton ist deine Basis. Willst du etwas mehr, leg ein Rechteck oder einen Streifen Designpapier darauf, der etwas kleiner ist als der Bogen, sodass rundherum ein Rand Karton sichtbar bleibt.
  3. Platziere das Foto. Es ist das Herz der Seite, die Stelle, zu der dein Blick zuerst wandert. Leg es ein kleines Stück neben die Mitte, das wirkt natürlicher. Setz es zuerst auf ein Stück Karton in einer Kontrastfarbe, das nennt man Matten. Lass an den Seiten ein paar Millimeter überstehen und unten etwas mehr, dann bekommt dein Foto einen kleinen Rahmen.
  4. Füg einen Titel hinzu. Ein paar Wörter reichen, etwa „Sonntag im Wald“ oder „Endlich Sommer“. Schreib ihn selbst, nimm Buchstabensticker oder schneide Buchstaben aus Papier aus. Leg ihn nah ans Foto, damit beides zusammengehört.
  5. Schreib ein Stück Text. Zwei Sätze reichen schon: wann und wo es war, wer dabei war und warum du das festhalten wolltest. Schreib auf ein loses Kärtchen statt direkt auf die Seite, dann kannst du es noch einmal machen. Probier deinen Stift vorher kurz auf einem Papierrest aus.
  6. Dekoriere zum Schluss. Zum Beispiel mit einem Sticker, einem Stück Washi Tape (dekoratives Papierklebeband), einem Knopf oder einer Karte von diesem Tag. Fang mit drei kleinen Dingen an, gruppiere sie beim Foto oder beim Titel und schau dann, ob es reicht. Meistens tut es das.

Liegt alles gut, mach mit deinem Handy ein Foto vom Aufbau. So weißt du genau, wie es lag, falls beim Kleben etwas verrutscht.

Kleb danach Schicht für Schicht fest, in derselben Reihenfolge: zuerst das Designpapier, dann das gemattete Foto, danach Titel, Text und Deko. Drück jede Schicht kurz gut an, bevor du weitermachst.

Schlicht und trotzdem schön

Eine ruhige Seite sieht fast immer schöner aus als eine volle. Ein paar Faustregeln helfen:

  • Bleib bei zwei oder drei Farben. Papier aus einer Kollektion ist am einfachsten, weil die Bögen aufeinander abgestimmt sind.
  • Ein Muster reicht. Lass den Rest einfarbig.
  • Lass Platz frei. Das ist nicht unfertig, das gibt deinem Foto Luft.
  • Wiederhole etwas. Nimmst du einen runden Sticker beim Titel, leg an einer anderen Stelle noch einen kleinen Kreis hin. So wirkt alles wie aus einem Guss.
  • Füg nur etwas hinzu, wenn es zum Moment passt, nicht, weil es gerade herumliegt.

Fehler, die fast alle machen

Fast jeder Scrapper hat eine erste Seite, über die er später schmunzeln muss. Das sind die Klassiker:

  • zu viele Fotos auf einer Seite, sodass nichts mehr auffällt
  • jede Ecke füllen, aus Angst, dass freier Platz langweilig ist
  • fünf verschiedene Muster, weil sie alle so schön waren
  • den Text weglassen und in zehn Jahren nicht mehr wissen, wo es war
  • Fotos mit einem Klebestift befestigen, der sich nach einer Weile lösen kann
  • das Original eines alten Fotos aufkleben
  • erst alles kaufen und sich dann mit einer Tasche voller Material nicht trauen anzufangen
  • einen Titel, der etwas schief sitzt, dreimal neu machen

Nichts davon ist schlimm. Eine erste Seite ist eine Übungsseite, und am meisten lernst du, wenn du es einfach machst. Ein Titel, der ein bisschen schief sitzt, oder eine Handschrift, die nicht perfekt ist, macht eine Seite gerade persönlich. In ein paar Jahren schaust du auf diesen Moment, nicht auf die paar Millimeter.

Geht wirklich etwas schief, lässt es sich fast immer retten. Ein neues Kärtchen darüber, ein Sticker auf den Fleck oder ein neuer Abzug deines Fotos löst vieles.

Wie lange dauert eine erste Seite

Rechne für eine einfache erste Seite mit einem Abend oder einem Nachmittag, und wundere dich nicht, wenn es etwas länger dauert. Die meiste Zeit geht nicht ins Kleben, sondern ins Auswählen: welches Foto, welches Papier, und dann alles noch mal anders hinlegen.

Du musst es nicht auf einmal schaffen. Such an einem Abend dein Foto und deine Farben aus, und leg ein anderes Mal die Seite an und kleb sie fest. Kurze Sessions von einer halben Stunde halten es leicht. Deine zweite Seite geht schon viel schneller, weil du dann weißt, wie du gern arbeitest.

Ist sie fertig, schieb sie in eine Hülle und leg sie irgendwohin, wo du sie siehst. Diese eine Seite ist der Anfang eines Buchs.

Fragen zu diesem Thema

Wie fange ich mit Scrapbooking an?

Such dir ein Foto aus, das dich berührt, und mach daraus eine Seite, kein ganzes Album. Ein Bogen Karton, etwas Designpapier, eine Schere und Kleber reichen für den Anfang.

Was brauche ich für meine erste Scrapbook-Seite?

Festen Karton als Hintergrund, ein oder zwei Bögen Designpapier, deine Fotos, eine scharfe Schere und ein Lineal. Dazu kommen doppelseitiges Klebeband, ein Klebestift und ein Stift, der nicht durchdrückt.

In welcher Reihenfolge gestaltet man eine Scrapbook-Seite?

Arbeite von hinten nach vorn: zuerst der Hintergrund, dann das Foto, ein Titel und ein Stück Text, zuletzt die Deko. Leg alles erst lose hin und kleb erst, wenn es gut liegt.

Welche Fehler machen Scrapbooking-Anfänger oft?

Zu viele Fotos auf einer Seite, jede Ecke füllen und zu viele verschiedene Muster verwenden. Auch das Original eines alten Fotos aufzukleben, vermeidest du besser.

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