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Techniken · 6 Min. Lesezeit

Ein Scrapbook-Layout Schritt für Schritt aufbauen

Erst auswählen, dann schieben, dann erst kleben. Mit einer festen Reihenfolge verhinderst du, dass dein Titel oder Text am Ende nirgends mehr hinpasst.

Aufgeschlagenes Journal mit vier eingeklebten Fotos und gerissenem Zeitungsrand, links eine Tasse auf einer Untertasse
Foto: Feyza Tuğba · Pexels

Du hast einen Stapel Fotos, ein Blatt schönes Papier und Lust anzufangen. Du klebst das Foto mitten auf das Blatt, und eine Stunde später ist kein Platz mehr für den Titel. Das passiert fast jedem Scrapper einmal. Mit einer festen Reihenfolge vermeidest du das: erst auswählen, dann schieben, dann erst kleben.

Ein Layout ist eine Seite oder eine Doppelseite mit Fotos, Papier, Text und Verzierungen. Die Schritte unten funktionieren für jedes Format, von 30,5 × 30,5 cm (12 × 12 Zoll) bis A4 oder kleiner.

Fang beim Foto und der Geschichte an

Es gibt drei Einstiege: die Fotos, das Papier oder die Geschichte. Erfahrene Scrapper fangen meistens beim Foto an. Es bestimmt, wie viel Platz du brauchst, wo der Rest hinkann und welche Farben passen. Das Blau einer Jacke oder das Rot von Erdbeeren ist oft genau die Akzentfarbe, die du suchst.

Schreib gleich einen Satz dazu: Was willst du in zehn Jahren noch über diesen Moment wissen? Dieser Satz hält dich auf Kurs, wenn du später zwischen zwei Papieren schwankst. Eine Geschichte mit mehreren Fotos kannst du auch als Reihe legen, in der Reihenfolge, in der sie passiert ist.

Du kannst auch beim Papier anfangen, zum Beispiel wenn du eine Kollektion hast, die du schon lange anschaust. Such dann Fotos, die dazu passen. Passt ein Foto oder Kärtchen wirklich nicht, heb es für eine andere Seite auf oder steck es in ein kleines Kuvert auf der Seite.

Stell ein kleines Set zusammen

Nimm aus deinem Vorrat nur, was zu diesem Foto passt: einen Hintergrund, zwei oder drei Designpapiere (bedrucktes Papier), etwas Cardstock (festes, einfarbiges Papier) für die Matten, eine Handvoll Embellishments (Verzierungen wie Sticker, Knöpfe und Die Cuts), Buchstaben für den Titel und einen Stift. Der Rest kommt erst mal vom Tisch.

So ein Mini-Set erspart dir viel Entscheidungsstress. Du musst dich nicht streng daran halten: Beim Schieben merkst du von selbst, dass etwas nicht funktioniert oder noch etwas fehlt. Mach dir auch keinen Kopf um genau den richtigen Farbton.

Erst alles hinlegen

Leg alles lose auf den Hintergrund, angefangen mit den größten Teilen: Papierlagen und Fotos. Schieb, bis das Foto einen klaren Platz hat und Raum übrig bleibt. Leg die Matten lose darunter, um zu sehen, wie groß sie werden müssen.

Leg auch schon den Titel und den Text dazu, und sei es nur als Streifen Schmierpapier. Gerade diese beiden werden oft vergessen, bis alles festklebt. Schneide deine Fotos erst zu, wenn du sicher weißt, wo sie hinkommen.

Mach dann ein Foto mit deinem Handy. Auf einem kleinen Bildschirm siehst du viel schneller, ob die Seite schief wirkt, zu voll ist oder eine leere Stelle hat, die nicht stimmt. Heb das Foto auf: Wenn du gleich alles zum Kleben hochnimmst, legst du es damit wieder genau zurück.

Die größte Falle steckt hier: schon zu verzieren, bevor die Aufteilung feststeht. Lass die kleinen Dinge noch liegen, bis Foto, Titel und Text ihren Platz haben.

Die Reihenfolge beim Kleben

Kleb von hinten nach vorn. Was unten liegt, wird zuerst festgeklebt.

  1. Hintergrund. Willst du das Blatt zuschneiden, mit Stempelfarbe bearbeiten, bemalen oder besprühen, mach das jetzt. Mit Fotos darauf geht das nicht mehr, und Farbe oder Spray muss erst gut trocknen.
  2. Papierlagen und Matten. Eine Matte ist eine Lage Papier hinter einem Foto, meist etwa einen halben Zentimeter größer. Kleb das Foto auf die Matte und dann die Matte auf die Seite.
  3. Fotos. Kleb sie fest an die Stelle aus deinem Testfoto.
  4. Titel. Er ist groß und braucht den meisten Platz, deshalb kommt er vor den Text.
  5. Journaling, der Text, den du dazuschreibst. Schreib, bevor Verzierungen draufliegen: Mit Knöpfen und Foam Tape im Weg schreibt es sich nicht angenehm.
  6. Verzierungen, von groß nach klein. Die kleinsten Details und alles, was in die Höhe ragt, etwa Teile auf Foam Tape, kommen zuletzt.

Es gibt eine wichtige Ausnahme. Was unter einem Foto oder einer Lage hervorschauen soll, etwa ein Label, ein Blatt oder das Ende eines Bandes, klebst du vor dieser Lage. Leg also schon beim losen Hinlegen fest, was unter was liegt. Wer das vergisst, muss später ein Foto wieder ablösen oder das Band lose drauflegen, und das sieht man.

So testest du den Platz für Titel und Text

Titel und Text lassen sich am schwersten verschieben, denn was geschrieben oder geklebt ist, sitzt fest. Teste sie deshalb immer zuerst.

  • Mach den Titel lose auf einem Papierstreifen, oder leg Buchstabensticker erst auf die Seite, solange sie noch auf ihrem Bogen sind. Drei bis fünf Wörter reichen meistens.
  • Schneide ein Stück Schmierpapier in der Größe deines Textfelds zu und schreib deinen echten Text darauf, in deiner eigenen Handschrift. Dann siehst du sofort, ob er passt oder ob du kürzen musst.
  • Schau, ob dein Auge einem logischen Weg folgt: vom Titel zum Foto zum Text. Ein Titel weit weg vom Foto wirkt schnell verloren.
  • Probier deinen Stift erst auf einem Rest desselben Papiers aus. Manche Papiere lassen Tinte verlaufen oder schmieren.
  • Zieh dünne Bleistiftlinien, um gerade zu schreiben oder zu kleben, und radier sie weg, wenn die Tinte gut trocken ist.
  • Traust du dich nicht, direkt auf die Seite zu schreiben, schreib deinen Text auf ein loses Kärtchen oder Label. Geht es schief, kostet dich das ein Kärtchen und nicht die ganze Seite.

Steh kurz auf und schau dir die Seite aus etwas Abstand an, oder stell sie aufrecht an die Wand. Von nah siehst du Details, aus einem Meter Abstand siehst du die Proportionen.

Wann ist eine Seite fertig?

Eine Seite ist nicht fertig, wenn jede Stelle voll ist, sondern wenn sie stimmt. Geh diese Fragen durch:

  • Ist auf einen Blick klar, welches Foto die Hauptrolle spielt?
  • Versteht jemand in ein paar Jahren, was passiert ist, wer dabei war und wann? Schreib das Datum dazu, auch wenn es dir jetzt selbstverständlich vorkommt.
  • Weiß dein Auge, wo es hinschauen soll, oder springt es hin und her?
  • Hilft jede Verzierung der Geschichte, oder liegt sie nur da, weil sie hübsch ist?
  • Gibt es noch ruhige Stellen? Leerer Raum um Foto oder Titel lässt die Seite atmen.

Bist du unsicher, ob noch etwas dazu muss, lass es weg. Oft wird eine Seite durch ein Ding weniger besser als durch eins mehr. Lass sie eine Nacht liegen und schau morgen noch mal drauf; dann siehst du meistens sofort, ob etwas fehlt.

Schau zum Schluss noch praktisch drauf. Passt die Seite in eine Hülle oder in dein Album, schließt das Buch noch gut, und hält alles fest? Dicke Verzierungen liegen am besten an den Rändern, nicht dort, wo du die Seite beim Umblättern anfasst.

Die Schritt-für-Schritt-Liste zum Danebenlegen

  1. Wähl dein Hauptfoto und schreib in einem Satz auf, was du behalten willst.
  2. Leg ein kleines Set bereit: Hintergrund, zwei oder drei Papiere, Cardstock, etwas Verzierung, Buchstaben und einen Stift.
  3. Leg die größten Teile lose hin: Papierlagen und Fotos.
  4. Leg Streifen für Titel und Text hin.
  5. Leg fest, was unter was liegen soll.
  6. Mach ein Foto vom losen Entwurf und schau es dir auf dem Bildschirm an.
  7. Schneide Fotos und Matten erst zu, wenn der Platz feststeht.
  8. Bearbeite den Hintergrund, falls nötig, und lass ihn trocknen.
  9. Kleb von hinten nach vorn: Hintergrund, Matten, Fotos.
  10. Teste Titel und Text auf Schmierpapier und kleb oder schreib sie dann.
  11. Füg die Verzierungen hinzu, von groß nach klein, und hör auf, bevor es voll wirkt.
  12. Schreib das Datum dazu, schau dir die Seite aus Abstand an und lass sie eine Nacht liegen.

Fragen zu diesem Thema

In welcher Reihenfolge klebt man eine Scrapbookseite?

Kleb von hinten nach vorn: Hintergrund, Matten, Fotos, Titel, Journaling und zuletzt die Verzierungen. Was unter einem Foto oder einer Lage hervorschauen soll, klebst du vor dieser Lage.

Wohin kommen Titel und Text auf einem Scrapbook-Layout?

Teste sie erst lose: Mach den Titel auf einem Papierstreifen und schreib deinen Text auf Schmierpapier in der Größe des Textfelds. So siehst du, ob alles passt, bevor du etwas festklebst.

Wann ist eine Scrapbookseite fertig?

Eine Seite ist fertig, wenn sie stimmt, nicht wenn jede Stelle voll ist. Es hilft, wenn auf einen Blick klar ist, welches Foto die Hauptrolle spielt, und wenn das Datum dabeisteht.

Warum sollte man den losen Entwurf vor dem Kleben fotografieren?

Auf einem kleinen Bildschirm siehst du schneller, ob die Seite schief wirkt oder zu voll ist. Mit dem Foto legst du nach dem Hochnehmen auch alles genau zurück.

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