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Techniken · 6 Min. Lesezeit

Karten selber machen mit deinem Scrapbooking-Material

Mit deinen Designpapier-Resten machst du im Handumdrehen eine Karte. Das ist die Grundlage: der richtige Karton, ein Format, das in den Umschlag passt, ein scharfer Falz und ein ruhiger Aufbau.

Drei weiße Osterkarten mit Hase, Körbchen und Eiern, dazu braune Kraftpapier-Umschläge
Foto: alleksana · Pexels

Wer scrapt, hat schon alles im Haus, um Karten zu machen: Reste von Designpapier, Sticker und ein paar Stanzteile, die von einer Seite übrig geblieben sind. Eine Karte ist auch ein schöner Ort zum Üben, denn auf kleinem Format siehst du schnell, was funktioniert. Ob eine Karte gepflegt aussieht, hängt vor allem von der Grundlage ab: fester Karton, ein Format, das in einen Umschlag passt, und ein scharfer Falz.

Fester Karton für die Grundkarte

Die Grundkarte ist das gefaltete Stück Karton, auf das alles kommt. Sie muss aufrecht stehen bleiben, auch wenn ein paar Lagen daraufgeklebt sind. Dafür nimmst du Cardstock, festen, einfarbigen Bastelkarton.

  • Als Faustregel reichen etwa 220 g/m² für eine einfache, flache Karte.
  • Kommen mehrere Lagen oder schwere Verzierungen darauf, nimm 250 bis 300 g/m². Dünnerer Karton biegt sich durch oder kippt um.
  • Weiß, Creme und Kraft (brauner Karton, der ungebleicht aussieht) sind die praktischsten Farben für den Anfang. Auf glattem weißem Karton wird ein Stempelabdruck am schönsten.

Designpapier, das bedruckte Papier aus deinen Paper Pads, ist zu dünn, um daraus eine eigene Karte zu machen. Kleb es als Lage auf Karton. Dasselbe gilt für zweifarbigen Karton mit weißem Kern. Davon kannst du schön Kanten abreißen, aber für eine Grundkarte ist er meist zu labberig.

Formate und der passende Umschlag

Fang beim Umschlag an. Eine Karte, die knapp nicht passt, ist schade um die ganze Arbeit, also wähl dein Format, bevor du mit dem Verzieren beginnst. Das sind die gängigen Maße:

  • Ein Stück Karton von 14,5 × 21 cm, gerillt bei 10,5 cm. Gefaltet misst die Karte 10,5 × 14,5 cm und passt in einen C6-Umschlag (11,4 × 16,2 cm). Aus einem A4-Bogen bekommst du zwei.
  • Eine A6-Karte: ein halbes A4-Blatt (14,8 × 21 cm), gefaltet auf 10,5 × 14,8 cm. Sie passt auch in einen C6-Umschlag.
  • Eine A5-Karte von 14,8 × 21 cm kommt in einen C5-Umschlag (16,2 × 22,9 cm).
  • Eine Slimline-Karte: 21 × 18 cm, gerillt bei 9 cm, gefaltet 9 × 21 cm. Schmal und elegant. Sie passt in einen DL-Umschlag (11 × 22 cm).
  • Eine quadratische Karte, zum Beispiel 15 × 15 cm, mit einem quadratischen Umschlag, der etwas größer ist.

Eine Hochformatkarte hat den Falz an der Seite, eine Querformatkarte oben, wie ein kleines Zelt. Folgst du einer amerikanischen Anleitung, ist die Grundkarte oft 4¼ × 5½ Inch (10,8 × 14 cm). Auch dieses Maß passt in einen C6-Umschlag, umrechnen musst du also nicht.

Rillen und falzen

Rillen bedeutet, dass du eine flache Rille in den Karton drückst, genau dort, wo der Falz hinkommen soll. Die Fasern werden dort schwächer, sodass der Karton sauber knickt, statt zu brechen. Bei festem Karton ist Rillen eigentlich immer nötig.

Rillen kannst du mit:

  • einem Papierschneider mit Rillklinge, sodass du Schneiden und Rillen mit einem Gerät erledigst
  • einem Falzbrett mit Falzbein
  • einem Lineal und etwas Stumpfem, etwa einem leeren Kugelschreiber, einer aufgebogenen Büroklammer oder einer kleinen Häkelnadel

Ein paar Dinge, die helfen:

  1. Leg das Lineal genau auf das Maß und drück fest, aber nicht so stark, dass du durch den Karton gehst.
  2. Falte entlang der Rille und streich den Falz mit einem Falzbein glatt. Leg ein Blatt Papier dazwischen, dann bekommst du keine glänzenden Streifen auf dunklem Karton.
  3. Karton hat eine Laufrichtung: Die Fasern liegen größtenteils in eine Richtung. Ein Falz, der mit der Laufrichtung verläuft, wird am glattesten. Bricht ein Falz fransig, schneide die nächste Grundkarte in der anderen Richtung aus dem Bogen.
  4. Probier einen neuen Papierschneider oder eine neue Packung Karton zuerst an einem Rest aus. Wird der Schnitt fransig, ist die Klinge stumpf und du kannst sie austauschen.

Ein einfacher Aufbau in vier Lagen

Eine Karte ist eigentlich eine kleine Seite. Mit diesen vier Lagen kommst du fast immer aus:

  1. Grundkarte. Die gefaltete Karte in Weiß, Creme, Kraft oder einer Farbe.
  2. Matte. Eine Lage Designpapier oder farbiger Karton, die etwas kleiner ist als die Vorderseite, sodass ringsum ein schmaler Rand der Grundkarte sichtbar bleibt. Bei einer Karte von 10,5 × 14,5 cm sind 9,5 × 13,5 cm ein gutes Maß, mit einem halben Zentimeter Rand auf jeder Seite. Du kannst eine zweite, noch etwas kleinere Matte darauflegen.
  3. Motiv. Das eine Element, auf das der Blick fällt: eine gestempelte oder gestanzte Blume, ein Bild aus deinem Paper Pad, ein Etikett oder ein kleines Foto. Setz es nicht automatisch in die Mitte. Etwas höher oder etwas nach links wirkt oft natürlicher.
  4. Text. Ein Gruß, gestempelt, als Sticker oder von Hand auf einen Kartonstreifen geschrieben. Platzier ihn nah am Motiv, damit beides zusammengehört.

Mit Flüssigkleber hast du kurz Zeit, eine Lage gerade zu rücken, doppelseitiges Klebeband geht schneller. Mit 3D-Foam-Tape, dickem Schaumstoffklebeband, hebst du eine Lage an und bekommst Tiefe. Kleb es knapp innerhalb der Ränder, damit man es von der Seite nicht sieht.

Ist die Grundkarte dunkel, kleb innen ein helles Blatt ein, auf das du schreiben kannst. Zwei oder drei ehrlich gemeinte Sätze sagen mehr als ein langer, allgemeiner Text.

Ruhig und klar oder mit vielen Lagen

Clean and Simple, oft CAS abgekürzt, ist ein Stil mit viel Weißraum: eine weiße Grundkarte, ein Motiv, ein kurzer Text und sonst nichts. Das wirkt ruhig und klar, verlangt aber Präzision. Ein schiefer Falz oder ein Kleberfleck fällt sofort auf.

Eine Karte mit Lagen arbeitet mit mehreren Matten, verschiedenen Papieren, Foam-Tape und Embellishments: Verzierungen wie Knöpfe, Perlen, Band oder gestanzte Blätter. Für Scrapper fühlt sich das oft vertraut an, und es ist eine gute Möglichkeit, Reste aufzubrauchen. Streifen in gleicher Breite ergeben einen ruhigen Hintergrund, und Stanzteile, die von einer Seite übrig sind, bekommen so doch noch einen Platz.

Beide Stile funktionieren, solange es einen klaren Mittelpunkt gibt. Karten misslingen vor allem durch zu viele Farben, zu viel Verzierung oder Papiere, die nicht zusammenpassen. Ein paar Anhaltspunkte:

  • Wähl zwei oder drei Farben und bleib dabei.
  • Arbeite mit einer Papierkollektion, gern derselben wie bei deiner letzten Seite. Dann passen Karte und Album zusammen.
  • Lass irgendwo Platz frei, auch auf einer Karte mit Lagen.
  • Füg keine Verzierung hinzu, nur weil du sie gerade herumliegen hast.

Halte die Innenseite und die Teile, die aufeinander falten, so flach wie möglich. Sonst schließt die Karte nicht richtig, und bei besonderen Faltformen bleibt sie dann hängen.

Eine dicke Karte sicher verschicken

Foam-Tape, Knöpfe und Shaker Cards, Karten mit einem kleinen Fenster voller Pailletten, die hin und her rutschen, machen eine Karte dick. Das ist schön, wenn du sie in der Hand hältst, aber unterwegs kann eine Sortiermaschine abstehende Teile platt drücken oder abreißen.

  • Kleb alles gut fest. Halte die Karte kopfüber und schüttle sie kurz: Was sich löst, klebst du neu an.
  • Halte Verzierungen etwas von den Rändern fern, dort muss eine Karte am meisten aushalten.
  • Prüf bei einer Shaker Card, ob das Fenster ringsum dicht ist, damit keine Pailletten herausrieseln.
  • Steck die Karte in eine Cellophantüte oder schlag ein Blatt Papier darum, damit Glitzer und Kleberreste nicht am Umschlag kleben bleiben.
  • Leg auf beide Seiten ein Stück festen Karton, oder nimm einen Luftpolsterumschlag oder eine flache Schachtel.
  • Nimm einen Umschlag, der groß genug ist, damit die Karte nicht eingeklemmt ist.

Ein dicker Umschlag passt manchmal nicht durch den Briefkastenschlitz oder kostet mehr Porto. Schau im Zweifel in die aktuellen Bestimmungen der Post oder lass ihn in einer Postfiliale wiegen und messen, bevor du ihn einwirfst. Ist eine Karte sehr empfindlich, gibst du sie am besten persönlich ab.

Ein kleiner Vorrat

Hast du die Grundlagen einmal raus, schneide und rille ein paar Karten auf einmal und kleb schon eine Matte darauf. Steht ein Geburtstag im Kalender, musst du nur noch ein Motiv und einen Gruß ergänzen. So machst du in einer Viertelstunde eine Karte, die mit Liebe gemacht aussieht.

Fragen zu diesem Thema

Welcher Karton eignet sich für selbstgemachte Karten?

Nimm Cardstock für die Grundkarte. Als Faustregel reichen etwa 220 g/m² für eine einfache Karte; für mehrere Lagen oder schwere Verzierungen nimmst du 250 bis 300 g/m². Designpapier ist zu dünn für eine Grundkarte, kleb es als Lage auf Karton.

Welches Kartenformat passt in einen C6-Umschlag?

Eine Karte von 10,5 × 14,5 cm oder eine A6-Karte von 10,5 × 14,8 cm passt in einen C6-Umschlag von 11,4 × 16,2 cm. Eine A5-Karte von 14,8 × 21 cm passt in einen C5-Umschlag.

Warum muss man Karton vor dem Falten rillen?

Beim Rillen drückst du eine flache Rille in den Karton. Dadurch werden die Fasern schwächer und der Karton knickt sauber, statt zu brechen. Bei festem Karton ist Rillen eigentlich immer nötig.

Wie verschickt man eine dicke Karte mit Foam-Tape oder Pailletten?

Kleb alles gut fest, halte Verzierungen etwas von den Rändern fern und steck die Karte in eine Cellophantüte. Nimm einen großzügigen, stabilen Umschlag und schau im Zweifel in die aktuellen Bestimmungen der Post.

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