Taschen, Klappen und verstecktes Journaling
Zu viele Fotos, eine Geschichte, die nicht für alle gedacht ist, oder eine Karte, die du nicht festkleben willst: Mit Pockets, Klappen und Tags schaffst du mehr Platz auf deiner Seite.

Manchmal passt es einfach nicht. Du hast acht schöne Fotos und Platz für drei. Oder du willst etwas aufschreiben, das nicht für alle gedacht ist, die das Buch durchblättern. Oder da liegt eine Eintrittskarte, ein Kassenbon oder eine Muschel vom Strand, die du nicht einfach festkleben willst. Pockets, Klappen und Tags lösen das. Sie geben deiner Seite eine zweite Ebene, und wer das Buch aufschlägt, hat etwas zu entdecken.
Eine Pocket oder ein Umschlag auf deiner Seite
Eine Pocket ist eine kleine Tasche, die an drei Seiten festgeklebt und an einer Seite offen ist. Du machst sie aus Cardstock (festem, einfarbigem Papier), aus Designpapier mit einem Stück Karton dahinter oder aus einer fertigen Bibliothekstasche. Auch ein ganz normaler Briefumschlag funktioniert gut.
So machst du eine:
- Schneide ein Rechteck zu, das etwas breiter ist als das, was hinein soll.
- Bring an drei Seiten doppelseitiges Klebeband an und lass die Oberkante frei.
- Kleb die Tasche auf die Seite und drück die Ränder gut an.
Soll es stabiler sein, kannst du die Ränder auch mit der Nähmaschine oder von Hand nähen. Das sieht außerdem schön aus.
Einen Briefumschlag klebst du mit der Rückseite auf die Seite. Kleb die Lasche nicht zu, sonst kannst du ihn später nicht mehr öffnen, ohne ihn zu zerreißen. Ein Sticker oder ein Stück Papier auf der Lasche, das über den Umschlag fällt, wenn er zu ist, hält ihn ordentlich geschlossen und zeigt, dass etwas drin ist. Ein paar Worte auf der Vorderseite wie „Schau rein“ helfen auch.
Stimm die Pocket auf deine Seite ab. Auf einer Seite voller Blumen fällt eine Tasche mit Blumenmuster kaum auf, und genau das ist der Sinn, wenn du die Geschichte ein bisschen verstecken willst.
Klappen für zusätzliche Fotos
Eine Klappe ist ein Stück Papier, das an einer Seite befestigt ist und das du anheben kannst. Darunter liegt eine zweite Seite, ohne dass das Buch ein Blatt dicker wird.
Die einfachste Form: Klebe ein Foto auf ein Stück Cardstock, das etwas größer ist als das Foto selbst. Kleb den Text oder ein zweites Foto auf die Seite. Leg das hinterlegte Foto darüber und bring nur an der Oberkante Klebeband an. Hebst du das Foto an, siehst du, was darunter steht.
Du brauchst mehr Platz? Dann kannst du weitergehen:
- Ein Ausklappteil: ein Papierstreifen, doppelt so breit wie die Seite, den du in der Mitte faltest und am Rand festklebst. Aufgeklappt hast du Platz für ein Panoramafoto.
- Ein Einsteckblatt: ein halber Bogen oder ein kleineres Blatt, das du zwischen zwei Seiten mit einklebst oder mit einem Streifen am Rand befestigst.
- Ein Ausziehfoto: ein großes Foto, das in einer Pocket steckt und das du ganz herausziehst, um es dir richtig anzusehen.
Achte bei einer Klappe auf die Richtung. Eine Klappe, die nach oben aufgeht, fällt von selbst zurück. Eine Klappe, die zur Seite aufgeht, kann beim Umblättern hängen bleiben. Eine kleine Schlaufe aus Band oder ein Knopf hilft beim Greifen.
Verstecktes Journaling
Viele Scrapper kennen das: Du willst etwas aufschreiben, aber es passt nicht ins Design. Oder die Geschichte ist zu persönlich, um sie offen auf die Seite zu schreiben. Eine schwere Zeit, ein Brief an dein Kind, etwas, das du lieber nur für dich oder für einen einzigen Menschen aufbewahrst. Dann schreibst du weniger auf, als du eigentlich möchtest.
Verstecktes Journaling nimmt dir diesen Druck. Der Text ist da, aber man sieht ihn nicht sofort. So kannst du alles aufschreiben, ohne dass es dem Design deiner Seite im Weg ist. Ein paar Stellen, an denen du Text unterbringen kannst:
- Auf einer Karte in einer Pocket hinten auf der Seite, mit einem Reiter, der gerade so oben herausschaut.
- Hinter oder unter einem Foto, das du wie eine Klappe anhebst.
- Auf Tags, die hinter einem Foto stecken.
- In einem kleinen Umschlag, der von außen wie Deko aussieht.
- Auf einem Streifen, den du aus einem Label oder einer Pocket ziehst.
Schreib mit einem Stift, der nicht verblasst, am besten mit einem Pigmentliner. Gerade versteckten Text liest du oft erst Jahre später wieder. Findest du deine Handschrift schwierig, kannst du den Text auch ausdrucken.
Denk aber daran: Versteckt heißt nicht geheim. Wer das Buch in die Hand nimmt, kann alles öffnen. Ist etwas wirklich nur für dich, bewahr es in einem zugeklebten Umschlag auf oder lass es weg.
Tags zum Herausziehen
Ein Tag ist ein Kärtchen in Form eines Anhängers, oft mit einem Loch und einem Band oben. In einer Pocket ist er die praktischste Form von verstecktem Platz: Das Band schaut heraus, du ziehst daran, und die Geschichte kommt zum Vorschein.
Ein Tag hat zwei Seiten: vorne ein Foto, hinten der Text. Mach ihn etwas kürzer, als die Pocket tief ist, sonst schaut er zu weit heraus und die Oberkante knickt. Schneide außerdem lieber ein Stück vom Tag ab, als ihn hineinzuquetschen.
Ein paar Ideen:
- Zwei oder drei Tags hintereinander in einer Pocket, jeder mit einem eigenen Teil der Geschichte.
- Ein Tag mit einem Foto, das zu den Fotos auf der Seite passt, und das Journaling auf der Rückseite.
- Eine Pocket mit einem Fenster aus durchsichtigem Kunststoff, sodass man ein Bild sieht. Ziehst du den Tag heraus, erscheint das Bild dahinter.
Papierreste sind perfekt für Tags. Wer für andere Seiten viele Lagen gemacht hat, kann aus den übrig gebliebenen Stücken ganz schnell ein paar Tags schneiden.
Kleine Andenken aufbewahren, ohne zu kleben
Eine Eintrittskarte, eine Münze aus dem Ausland, eine Haarlocke, Konfetti von einer Hochzeit oder eine getrocknete Blume: Solche Dinge sollen mit ins Buch, aber nicht mit Kleber fest. Dafür sind kleine Umschläge ideal.
- Selbstklebende Tütchen aus Polypropylen (kein PVC) und kleine Tütchen aus dünnem, durchsichtigem Papier sind praktisch für alles, was man sehen soll.
- Ein Papierumschlag mit einem Label darauf eignet sich für Empfindliches, zum Beispiel eine Locke oder etwas, das durch Licht verblassen kann.
- Für lose Dinge, die herausfallen können, wie Konfetti, ist ein geschlossenes Tütchen besser als eine offene Pocket.
Setz schwere oder dicke Andenken an den Rand der Seite, nicht in die Mitte. Dort drücken sie weniger auf andere Seiten und gehen nicht so schnell kaputt. Kassenbons aus Thermopapier verblassen mit der Zeit; mach sicherheitshalber eine Kopie oder ein Foto davon. Dazu gibt es auch einen eigenen Artikel: Eintrittskarten, Kassenbons und Ausschnitte aufbewahren.
So wird deine Seite nicht zu dick
Jede Pocket, jede Klappe und jeder Umschlag macht dein Buch etwas dicker. Einmal fällt das nicht auf. Aber wenn jede Seite drei davon hat, geht ein Album nicht mehr zu und fächert sich auf.
Ein paar Dinge, die helfen:
- Wähle pro Seite ein Element, das im Mittelpunkt steht. Eine Seite mit einer guten Pocket wirkt besser als eine Seite mit fünf.
- Wechsle volle Seiten mit ruhigen ab, ganz ohne zusätzliche Ebenen.
- Nimm dünnes Papier für Klappen und Tags, die übereinanderliegen. Heb dir dicken Cardstock für die Pocket selbst auf.
- Leg Andenken so flach wie möglich und verteil sie über das ganze Buch.
- Bei einem Mini-Album aus Umschlägen: Bleib bei vier oder fünf Umschlägen. Mehr verrutscht und wird dick.
- Arbeitest du mit einer Bindemaschine oder Ringen, plan vorher, wo die Löcher hinkommen, damit du nicht durch eine Pocket oder einen Tag stanzt.
Bei einem Album mit Schrauben oder Ringen kannst du manchmal ein paar zusätzliche Schrauben oder größere Ringe verwenden. Bei einem gebundenen Buch geht das nicht, da gilt also: weniger ist mehr.
Fang mit einem an
Nimm dir für deine nächste Seite eine Sache vor: einen Tag in einer Pocket oder ein Foto zum Anheben. Das reicht, um zu merken, wie schön es ist, Platz für die Geschichte zu haben, die du sonst weggelassen hättest.
Fragen zu diesem Thema
Wie bastle ich eine Pocket für mein Scrapbook?
Schneide ein Rechteck aus Cardstock oder Designpapier zu, das etwas breiter ist als das, was hinein soll, bring an drei Seiten doppelseitiges Klebeband an und kleb es auf die Seite. Die Oberkante bleibt offen. Soll es stabiler sein, kannst du die Ränder nähen.
Was ist verstecktes Journaling?
Das ist Text, den du zwar aufschreibst, der aber nicht sofort sichtbar ist, zum Beispiel auf einer Karte in einer Pocket oder hinter einem Foto, das du anhebst. So kannst du Persönliches unterbringen, ohne dass es der Seite im Weg ist. Geheim ist es nicht: Wer das Buch in die Hand nimmt, kann alles öffnen.
Wie verhindere ich, dass mein Scrapbook durch Pockets und Klappen zu dick wird?
Wähle pro Seite ein Element, wechsle volle Seiten mit ruhigen ab und nimm dünnes Papier für Klappen und Tags, die übereinanderliegen. Leg Andenken so flach wie möglich und verteil sie über das ganze Buch.
Wie bewahre ich eine Eintrittskarte oder ein Andenken auf, ohne es festzukleben?
Steck es in einen kleinen Umschlag oder ein Tütchen, das du auf die Seite klebst. Ein Papierumschlag eignet sich für Empfindliches, ein geschlossenes Tütchen für lose Dinge wie Konfetti.


