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Techniken · 6 Min. Lesezeit

Serviettentechnik: So klebst du Servietten ohne Falten

Eine schöne Serviette auf einer Karte, einem Journal-Cover oder einem Glas: So trennst du die Lagen, klebst ohne Falten und wählst den richtigen Kleber und Lack.

Pinsel und Roller tragen eine weiße Kleberschicht auf lila Papier auf
Foto: Nataliya Vaitkevich · Pexels

Eine Serviette mit einem schönen Motiv kostet fast nichts und kann eine Karte, ein Journal-Cover oder ein Glas komplett verwandeln. Schwierig ist das Kleben: Serviettenpapier ist so dünn, dass es beim ersten Pinselstrich Falten wirft oder reißt. Mit der richtigen Reihenfolge und etwas Geduld klappt es trotzdem, auch beim ersten Mal.

Was ist Decoupage und was brauchst du

Decoupage kommt vom französischen Wort für Ausschneiden. Du schneidest oder reißt ein Motiv aus dünnem Papier aus, klebst es auf einen Untergrund und versiegelst alles mit einer Schicht Kleber oder Lack. Dadurch wirkt das Motiv wie aufgemalt. Die Technik ist schon Jahrhunderte alt und wurde früher vor allem auf Möbeln verwendet, mit Dutzenden Lackschichten. Heute ist die Papierserviette das beliebteste Material, gerade weil sie so dünn ist.

Du brauchst:

  • Eine Serviette mit einem Motiv, das dir gefällt.
  • Einen Untergrund: festes Papier oder Karton, eine Karte, ein Journal-Cover, Holz oder Glas.
  • Decoupage-Kleber, auch Serviettenkleber genannt, oder einen anderen Kleber auf Wasserbasis.
  • Einen weichen, flachen Pinsel oder einen kleinen Schwamm.
  • Eine kleine Schere.
  • Bei Bedarf helle Acrylfarbe oder Gesso, um den Untergrund vorzubereiten, und Lack zum Versiegeln.

Ein guter Untergrund

Serviettenpapier ist durchscheinend. Alles, was darunter liegt, schimmert durch. Auf einem dunklen Untergrund verschwinden helle Blümchen fast ganz. Wähl deshalb einen weißen oder sehr hellen Untergrund, oder gib deinem Gegenstand zuerst eine Schicht weiße Acrylfarbe oder Gesso.

Der Untergrund sollte außerdem sauber, trocken und glatt sein. Auf einer rauen oder unebenen Fläche bleibt die Serviette hängen und jede Unebenheit zeichnet sich ab. Glas machst du mit etwas Alkohol fettfrei, und eine alte Blechdose schleifst du zuerst an oder streichst sie über, damit der Aufdruck nicht durchschimmert.

Auf Papier arbeitest du am besten mit festem, weißem Cardstock (fester, einfarbiger Karton). Dünnes Papier wellt sich durch den nassen Kleber.

Serviettenlagen trennen

Eine Serviette besteht meist aus zwei oder drei Lagen. Nur die oberste Lage ist bedruckt, und nur die klebst du auf. Die anderen Lagen sind zu dick: Der Kleber zieht schlecht durch und das Ergebnis wird matt und wellig.

Schneide oder reiß zuerst das Motiv aus, solange alle Lagen noch aufeinanderliegen. Das geht leichter als mit einer einzelnen losen Lage. Trenn die Lagen erst danach.

  • Fang an einer Ecke an und schieb vorsichtig deinen Fingernagel dazwischen.
  • Klappt das nicht, kleb ein Stück Klebeband auf den Rand und zieh daran.
  • Ein paar Sekunden warme Luft aus dem Föhn lösen die Lagen manchmal leichter.

Schau dir auch die mittlere Lage an. Bei manchen Servietten ist sie leicht bedruckt und lässt sich für eine zweite, zartere Version verwenden. Die weiße unterste Lage kannst du als Seidenpapier für andere Projekte aufheben.

Reißen statt Schneiden ergibt einen weichen, ausgefransten Rand, der auf einem hellen Untergrund fast unsichtbar verschwindet. Schneiden ergibt eine klare Silhouette. Beides geht, je nachdem, welchen Effekt du möchtest.

Kleben ohne Falten oder Luftblasen

Hier liegt die Kunst. Ein paar Regeln machen den Unterschied.

  1. Trag den Kleber auf den Untergrund auf, nicht auf die Serviette. Eine trockene Serviette lässt sich noch verschieben, eine nasse reißt.
  2. Nimm eine dünne Schicht Kleber, auf einer Fläche, die etwas größer ist als dein Motiv. Lass sie bei Bedarf kurz anziehen.
  3. Leg die Serviette locker darauf. Fang an einer Seite oder in der Mitte an und lass sie langsam absinken.
  4. Drück sie von der Mitte nach außen an, mit einem trockenen Finger, einem weichen Schwämmchen oder der flachen Seite eines trockenen Pinsels. So schiebst du Luft und Falten zum Rand.
  5. Trag danach eine zweite dünne Schicht Kleber über das Motiv auf, ebenfalls von innen nach außen. Kleine Fältchen und Luftbläschen kannst du jetzt noch vorsichtig glatt streichen.
  6. Lass alles vollständig trocknen, bevor du weiterarbeitest oder etwas zuschneidest.

Ein paar zusätzliche Tricks:

  • Arbeite mit kleinen Stücken. Große Motive werfen viel schneller Falten. Schneide ein großes Motiv in ein paar Teile, mach vorher ein Foto, damit du weißt, wie alles zusammengehört, und kleb es wie ein Puzzle wieder zusammen.
  • Auf gewölbten Gegenständen arbeitest du mit kleinen, gerissenen Stückchen, die sich ein wenig überlappen.
  • Manche Scrapper legen die Serviettenlage mit der bedruckten Seite nach unten auf eine Klarsichthülle, befeuchten die Rückseite mit einem Pinsel ganz leicht und drehen das Ganze dann auf den eingekleisterten Untergrund. Danach ziehen sie die Folie vorsichtig ab.
  • Akzeptier ein paar kleine Fältchen. Auf Papier fallen sie oft kaum auf und geben gerade das handgemachte Gefühl.

Welcher Kleber und welcher Lack

Spezieller Decoupage-Kleber ist praktisch, weil er klebt und gleichzeitig eine Schutzschicht bildet. Er trocknet transparent auf und ist in matt, seidenglänzend und glänzend erhältlich. Unbedingt nötig ist er nicht. Wichtig ist vor allem, dass der Kleber auf Wasserbasis ist und zu deinem Untergrund passt.

  • Papier, Karton und Holz: Decoupage-Kleber oder weißer Bastelleim. Nimm Bastelleim unverdünnt; mit viel Wasser wird die Serviette zu weich und reißt.
  • Glas, Porzellan und Metall: Wähl einen Kleber oder ein Medium für glatte, nicht saugende Untergründe. Das ist flüssiger und gibt weniger Falten. Weißer Leim geht auch, aber trag dann ein paar ordentliche Schichten Lack darüber auf, sonst löst es sich später.
  • Kerzen: Dafür gibt es einen eigenen Kleber.

Lack schützt deine Arbeit vor Feuchtigkeit, Kratzern und Schmutz. Auf einer Karte oder in einem Journal reicht oft eine letzte Schicht Decoupage-Kleber. Auf Gegenstände, die du anfasst oder abspülst, trägst du zwei oder drei Schichten Lack auf, jeweils nachdem die vorige getrocknet ist. Achte auf die Verpackung: Manche Lacke sind erst nach ein paar Wochen ganz ausgehärtet, und längst nicht alles ist spülmaschinenfest.

Möchtest du ein Element besonders hervorheben, kannst du einen dicken, glänzenden 3D-Lack darauf auftragen. Lass ihn in Ruhe trocknen und nimm keinen Föhn dazu, sonst entstehen Bläschen und matte Stellen.

Decoupage auf Glas, Holz oder einem Cover

Auf einem Journal-Cover oder einer Karte arbeitest du wie oben beschrieben, auf einem festen, hellen Untergrund. Lass alles gut trocknen und schneide danach überstehende Serviette am Rand ab, mit einer Schere oder einem scharfen Cutter. Du kannst später ganz normal darauf stempeln oder schreiben; nimm dann aber wasserfeste Tinte, denn die Kleberschicht ist glatt.

Holz bekommt zuerst eine Schicht helle, matte Farbe. Nach dem Kleben und Lackieren kannst du die Ränder mit einem fast trockenen Pinsel und etwas grauer oder beiger Farbe leicht bearbeiten, für einen Vintage-Look.

Auf Glas ist das Motiv besonders durchscheinend. Soll es besser zur Geltung kommen, kannst du das Glas rund um das Motiv nach dem Trocknen mit einem Schwämmchen bemalen: zuerst eine Schicht helle Acrylfarbe, danach die Farbe, die du möchtest. Versiegle zum Schluss mit einem Lack, der für Glas geeignet ist.

Ist dir Serviettenpapier zu empfindlich, probier mal Reispapier für Decoupage. Das ist ebenfalls dünn, aber stabiler, lässt sich etwas über gewölbte Formen dehnen und reißt nicht so schnell.

Ist es für Anfänger geeignet

Ja. Decoupage ist eine der freundlichsten Techniken für den Einstieg. Das Material ist günstig, du brauchst keine speziellen Maschinen und eine misslungene Serviette wirfst du ohne Bedauern weg. Fang mit etwas Kleinem und Flachem an, etwa einer Karte oder einem Tag, bevor du dich an ein Glas oder eine Dose wagst.

Der größte Unterschied zwischen dem ersten und dem zehnten Versuch liegt in der Geduld: dünne Schichten Kleber, ruhig von innen nach außen arbeiten und alles trocknen lassen, bevor du weitermachst. Wer das raushat, klebt ganz von selbst glatter und schneller.

Fragen zu diesem Thema

Wie klebe ich eine Serviette ohne Falten?

Trag den Kleber auf den Untergrund auf und nicht auf die Serviette, leg die Serviette locker auf und drück sie von der Mitte nach außen an. Trag danach eine dünne Schicht Kleber über das Motiv auf und lass alles vollständig trocknen.

Welcher Kleber eignet sich für die Serviettentechnik?

Decoupage-Kleber oder ein anderer Kleber auf Wasserbasis, der zu deinem Untergrund passt. Für Papier, Karton und Holz geht auch weißer Bastelleim, unverdünnt, und für Glas wählst du einen Kleber für glatte Untergründe.

Warum muss man die Lagen einer Serviette trennen?

Nur die oberste Lage ist bedruckt, und nur die klebst du auf. Die anderen Lagen sind zu dick: Der Kleber zieht schlecht durch und das Ergebnis wird matt und wellig.

Ist Decoupage für Anfänger geeignet?

Ja. Das Material ist günstig, du brauchst keine speziellen Maschinen und eine misslungene Serviette wirfst du ohne Bedauern weg. Fang mit etwas Kleinem und Flachem an, etwa einer Karte oder einem Tag.

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