Was du für den Einstieg ins Scrapbooking wirklich brauchst
Album, Papier, Kleber, eine Schere und ein Stift. Mehr brauchst du für deine ersten Seiten nicht. Das gehört auf deine Liste, und das kann ruhig warten.

Im Bastelladen oder Onlineshop siehst du Hunderte Sorten Papier, Stempel, Stanzen und Maschinen. Für deine ersten Seiten brauchst du davon nur eine Handvoll. Hier liest du, was wirklich auf deine Liste gehört, was warten kann und was du wahrscheinlich schon irgendwo in einer Schublade liegen hast.
Das Album
Fang mit einem Album an, in dem du Seiten hinzufügen und umsortieren kannst, zum Beispiel einem Ringbuch mit Seitenhüllen. Nimm Hüllen aus Polypropylen, nicht aus PVC. Ist deine erste Seite nicht deine schönste, nimmst du sie heraus oder steckst sie nach hinten. Das nimmt den Druck raus.
Das bekannteste Format ist 30,5 × 30,5 cm (12 × 12 Zoll). Ein kleineres Album, etwa A4 oder 15 × 20 cm (6 × 8 Zoll), macht pro Seite weniger Arbeit, und du bist schneller fertig. Kauf zuerst das Album. Das Format bestimmt, welches Papier du brauchst.
Papier
Du brauchst zwei Sorten Papier. Cardstock ist fester, einfarbiger Karton mit etwa 200 bis 250 Gramm. Er dient als Grundlage deiner Seite, und damit machst du einen Rand hinter einem Foto. Weiß, Kraft und eventuell Schwarz passen zu fast allem. Nimm mehr Weiß, als du glaubst zu brauchen, denn das ist immer zuerst alle.
Designpapier ist bedrucktes Papier mit Mustern. Kauf es als Block aus einer Kollektion und nicht als einzelne Bogen, die dir gerade gefallen. Die Bogen in so einem Block sind in Farbe und Stil aufeinander abgestimmt. Einzelne Bogen aus verschiedenen Kollektionen sind der schnellste Weg zu einer Seite, auf der nichts zusammenzupassen scheint.
Kleber
Für den Anfang ist doppelseitiges Klebeband im Roller am praktischsten. Du kennst es vielleicht als Tape Runner oder Kleberoller. Er ist sauber, klebt sofort und lässt dünnes Papier nicht wellig werden, wie es flüssiger Kleber tut. Nimm einen, der säurefrei und für Fotos geeignet ist.
Ein normaler Klebestift reicht für Papier auf Papier, löst sich mit der Zeit aber oft. Für Fotos nimmst du lieber einen Trockenkleber. Kleber ist außerdem das Material, das du am meisten verbrauchst. Schau deshalb, ob es Nachfüllungen für deinen Roller gibt, dann musst du nicht ständig einen neuen kaufen.
Wenn du irgendwo etwas mehr ausgibst, dann hier. Eine schöne Seite, die sich nach ein paar Wochen löst, ist schade um deine Arbeit.
Schere oder Cutter
Eine kleine, scharfe Schere mit feiner Spitze reicht für den Anfang. Benutz sie nur für Papier. Klebeband und Sticker machen die Klingen klebrig und stumpf, dafür nimmst du also eine alte Schere.
Für lange gerade Linien funktioniert ein Metalllineal mit einem Bastelmesser auf einer Schneidematte gut. Bei einem Plastiklineal schneidet das Messer in die Kante, und deine Linie wird wellig. Wechsle die Klinge früher, als du denkst: Eine stumpfe Klinge reißt das Papier, statt es zu schneiden.
Ein guter Stift
Du willst etwas zu deinen Fotos schreiben können: ein Datum, einen Namen, ein paar Sätze darüber, was passiert ist. Ein schwarzer Fineliner reicht. Nimm einen mit säurefreier Pigmenttinte, die nach dem Trocknen wasserfest ist. Sie verschmiert nicht, wenn später etwas nass wird, und verblasst weniger schnell.
Was du wahrscheinlich schon zu Hause hast
Bevor du etwas kaufst, schau dich kurz zu Hause um. Vieles, was du brauchst, ist schon da.
- Ein Bleistift und ein Radiergummi, um Dinge leicht vorzuzeichnen, bevor du schneidest oder klebst.
- Ein Lineal, am liebsten aus Metall.
- Eine alte Schere für Klebeband und Sticker.
- Eine Pinzette aus dem Bad für kleine Teile, die du sonst mit den Fingern schmutzig machst.
- Karten, Postkarten, Eintrittskarten, ein Band von einem Blumenstrauß, Schleifen von Geschenken, Knöpfe und alte Zeitschriften zum Ausschneiden.
Und natürlich deine Fotos. Die sind das Wichtigste, also such sie aus, bevor du einkaufen gehst. Mehr dazu gleich.
Was du besser noch nicht kaufst
Es gibt viel Schönes, aber das meiste wird erst nützlich, wenn du weißt, was für ein Scrapper du bist. Lass das am Anfang liegen:
- Eine Stanzmaschine oder einen Schneideplotter. Sie kosten viel, und die Grundlagen lernst du damit nicht.
- Große Sets mit Stempeln und Stempelfarbe. Ein Stempel zum Ausprobieren ist prima, eine ganze Sammlung nicht.
- Einen Papierschneider, auch Trimmer genannt. Praktisch, wenn du viele gerade Stücke schneidest, aber das kann warten. Kaufst du später einen, schau, ob es dafür einzelne Ersatzklingen gibt.
- Berge von Embellishments, also Verzierungen wie Sticker, Blümchen, Knöpfe und Figuren aus Karton. Ein Stickerbogen zu deiner Papierkollektion reicht. Dicke Verzierungen machen es außerdem schwer, ein Album zu schließen.
- Motivstanzer, Embossingpulver und teure Marker. Schön für später, wenn du weißt, welcher Stil zu dir passt.
Willst du doch ein kleines Extra, dann nimm eine Packung Foam Pads. Das sind doppelseitige Schaumstoffklebepunkte, die einen Titel oder ein gemattetes Foto ein paar Millimeter anheben. Kleb sie unter die Matte aus Cardstock und nicht direkt auf ein Foto. Für wenig Geld bekommt deine Seite so sofort Tiefe.
Starterset oder einzelne Sachen
Ein Starterset klingt einfach, denn alles ist drin und passt zusammen. Achte aber gut darauf, was du kaufst. Sehr günstige All-in-one-Sets enthalten oft dünnes Papier, Kleber, der nicht lange hält, und Sachen, die du nie benutzt.
Was in der Praxis am besten funktioniert, ist ein Mittelweg. Kauf Album, Kleber und Schere einzeln, damit du selbst entscheidest, wo du Qualität willst. Kauf das Papier als Block oder Paket aus einer Kollektion, eventuell mit passenden Stickern. Das ist eigentlich dein Starterset, und es ist genau auf das abgestimmt, was du machen willst.
Was ein einfacher Einstieg ungefähr kostet
Einen festen Betrag gibt es nicht, denn die Preise gehen weit auseinander. Mit einem kleinen Budget kommst du für deine ersten Seiten schon ziemlich weit. Album und Kleber sind meist die größten Posten. Papier kaufst du danach blockweise, wenn du merkst, dass es zur Neige geht.
Richtig teuer wird es erst, wenn Maschinen, Stanzen, komplette Kollektionen und viele Verzierungen dazukommen. Deshalb sind das die ersten Dinge, die warten können.
So kommst du nicht mit einer vollen Tasche nach Hause
Wer anfängt, will alles. Das ist normal, aber ein Regal voller unbenutzter Sachen macht dich nicht glücklicher. Mit diesen Gewohnheiten bleibt es überschaubar.
- Such dir ein Projekt aus, zum Beispiel einen Urlaub, einen Geburtstag oder eine Handvoll Seiten über deine eigene Straße, und kauf nur, was du dafür brauchst.
- Such deine Fotos vorher aus und nimm sie mit, oder fotografier sie mit deinem Handy. Dann wählst du Papier, das zu den Farben deiner Fotos passt, und nicht nur Papier, das dir gefällt.
- Bleib bei einer Kollektion und höchstens drei Farben pro Projekt.
- Schreib dir eine Liste und setz dir einen Betrag. Was nicht draufsteht, kommt nicht mit.
- Wenn du zweifelst, lass es liegen. Online kannst du es einen Tag im Warenkorb lassen. Oft hast du es am nächsten Morgen vergessen.
- Benutz zuerst, was du hast, und kauf erst etwas Neues, wenn du merkst, dass es dir wirklich fehlt.
Der letzte Punkt ist vielleicht der wichtigste. Nach ein paar Seiten weißt du von selbst, ob du einen Papierschneider willst, ob dir Stempeln Spaß macht und zu welchen Farben du immer greifst. Was du dann kaufst, kaufst du, weil du weißt, dass du es benutzen wirst. Bis dahin hast du mit fünf Dingen und deinen Fotos alles, was du brauchst.
Fragen zu diesem Thema
Was braucht man, um mit Scrapbooking anzufangen?
Fünf Dinge: ein Album, Papier, Kleber, eine Schere und einen Stift. Außerdem suchst du deine Fotos aus, bevor du einkaufen gehst. Vieles andere, wie Maschinen und große Stempelsets, kann warten.
Welches Album ist für Scrapbooking-Anfänger geeignet?
Fang mit einem Album an, in dem du Seiten hinzufügen und umsortieren kannst, zum Beispiel einem Ringbuch mit Seitenhüllen. Das bekannteste Format ist 30,5 × 30,5 cm, aber ein kleineres Album macht pro Seite weniger Arbeit.
Lohnt sich ein Scrapbooking-Starterset?
Sehr günstige All-in-one-Sets enthalten oft dünnes Papier und Kleber, der nicht lange hält. Besser ist ein Mittelweg: Album, Kleber und Schere einzeln kaufen und das Papier als Block aus einer Kollektion.
Welcher Kleber eignet sich für Scrapbooking-Anfänger?
Doppelseitiges Klebeband im Roller, ein Tape Runner, ist am praktischsten: Er ist sauber, klebt sofort und lässt dünnes Papier nicht wellig werden. Nimm einen, der säurefrei und für Fotos geeignet ist.


