Scrapbooking mit kleinem Budget
Scrapbooking muss nicht teuer sein. Wo du sparen kannst, wo lieber nicht, und wie du einen Stapel Papier auf viel mehr Seiten verteilst.

Wer zum ersten Mal einen Bastelladen betritt oder durch einen Onlineshop scrollt, erschrickt manchmal. Stanzmaschinen, Stempelsets, Stapel von Designpapier, Sticker in jeder Farbe. Es wirkt, als bräuchtest du das alles. Das stimmt nicht. Deine erste Seite gestaltest du mit einer Schere, gutem Kleber, ein paar Bogen Papier und deinen Fotos.
Was Scrapbooking wirklich kostet
Scrapbooking kann so teuer werden, wie du willst. Die Grundausstattung ist klein: ein Album oder ein stabiles Heft, Papier, Kleber, eine Schere und ein Stift. Das ist ein überschaubarer Betrag. Alles danach ist Erweiterung.
Das Geld geht meist nicht für diese Grundausstattung drauf. Es geht für einzelne Käufe drauf: hier ein hübsches Stickerset, dort eine neue Kollektion, eine Stanze, die du einmal benutzt. Viele erfahrene Scrapper sagen über ihr erstes Jahr dasselbe: Ich habe zu viel gekauft, zu früh. Kauf etwas erst, wenn du merkst, dass es dir fehlt.
Eine praktische Gewohnheit ist ein Einkaufszettel. Schreib auf, was du für die Seiten dieses Monats wirklich brauchst, und kauf nur das. Was nicht auf dem Zettel steht, darf eine Woche warten. Oft willst du es danach gar nicht mehr.
Wo du sparen kannst und wo nicht
Nicht alles eignet sich gleich gut zum Sparen. Manche Dinge berühren deine Fotos und müssen jahrelang halten. Dafür gibst du besser etwas mehr aus.
Hier lieber nicht sparen:
- Kleber und Klebeband, die säurefrei sind. Normaler Schulkleber ist oft nicht säurefrei und kann Papier und Fotos mit der Zeit verfärben.
- Papier, das direkt an deinen Fotos anliegt, wie der Hintergrund und die Matte (der Papierrand hinter einem Foto). Nimm dafür säurefreien Cardstock, festes farbiges Papier.
- Eine scharfe Schere. Mit einer stumpfen Schere wird alles ausgefranst, und das kostet dich am Ende mehr Papier.
Hier kannst du sparen:
- Embellishments, also Verzierungen wie Sticker, Knöpfe und Die Cuts (ausgestanzte Formen). Die kannst du größtenteils selbst machen oder durch das ersetzen, was du zu Hause hast.
- Große Stapel Designpapier. Kauf lieber einzelne Bogen oder ein kleines Set in Farben, die zu deinen Fotos passen.
- Maschinen und Stanzen. Fang mit einer Schere und einem Lineal an. Ein Cutter auf einem dicken Stück Pappe geht auch, und ein Kuli mit eingezogener Mine am Lineal entlang kann ein Falzbein ersetzen.
Du bist dir bei Stempeln oder Motivstanzern unsicher? Die sind teurer als ein Bogen Papier, aber wenn du sie oft benutzt, werden sie pro Seite günstig. Kauf also nur Formen, bei denen du sicher bist, dass du sie in einem Jahr noch schön findest.
Discounter, Reste und Tauschen
Schau zuerst zu Hause. Du hast mehr Scrapmaterial, als du denkst:
- Geschenkpapier und Papiertüten
- Seiten aus alten Zeitschriften, Büchern und Kalendern
- Grußkarten und Briefumschläge
- Bänder, Knöpfe, Spitze und Stoffreste aus dem Nähkästchen
- Verpackungen mit schönem Muster oder aus fester Pappe
- getrocknete Blumen und Blätter
- Eintrittskarten, Stadtpläne und Flyer von Ausflügen
Aus Zeitschriften schneidest du auch Buchstaben und Wörter für Titel aus. Und die Rückseite einer Cornflakes-Packung ist stabil genug als Basis für ein Mini-Album. Beklebe sie mit Cardstock oder Designpapier, und niemand sieht es.
Secondhand-Läden, Flohmärkte und Kleinanzeigenportale sind der nächste Schritt. Dort findest du manchmal ganze Kisten mit Scrapmaterial von jemandem, der aufhört, für wenig Geld oder sogar umsonst. Auch Discounter haben oft eine Bastelecke mit Papier, Stickern und Klebeband. Achte dort aber auf die Qualität und leg billiges Papier lieber nicht direkt an deine Fotos.
Tauschen ist vielleicht die schönste Art. Verabrede dich mit ein paar Scrappern, und alle bringen mit, was sie nicht benutzen. Was für dich ein übrig gebliebener Bogen ist, ist für jemand anderen genau die Farbe, die sie gesucht hat. Und hast du selbst eine Schublade voller Sachen, die du nie benutzt, verkauf sie als Paket. Das Geld kannst du für etwas nutzen, das dir wirklich fehlt.
Kostenlose Printables und digitale Papiere clever nutzen
Im Internet gibt es viele kostenlose Printables: digitale Papiere, Etiketten, Journaling-Kärtchen und Listen zum Selbstausdrucken. Ein paar Dinge solltest du beachten.
Lies zuerst die Nutzungsbedingungen. Meistens darfst du eine kostenlose Datei nur für dich selbst verwenden, nicht weiterverkaufen oder weiterverbreiten.
Druck auf etwas festerem Papier. Normales Druckerpapier ist dünn und wellt sich unter Kleber schnell. Papier ab etwa 120 g/m² gibt mehr Stabilität, wenn dein Drucker es schafft; schau in die Anleitung. Mach zuerst einen Probedruck auf normalem Papier, denn Farben vom Bildschirm sehen gedruckt oft etwas anders aus.
Denk daran, dass Druckerpapier und Tinte nicht immer säurefrei oder lichtecht sind. Nutze gedruckte Elemente deshalb vor allem als Verzierung auf der Seite, nicht als Lage direkt unter deinen Fotos. Tintenstrahltinte kann außerdem verlaufen, wenn sie nass wird.
Du musst keinen ganzen Bogen drucken. Ein digitales Papier kannst du verkleinern und als Streifen, Rand oder Matte verwenden. So holst du aus einer Datei Material für Dutzende Seiten, ohne dass es immer gleich aussieht. Auch selbst gezeichnete Formen kannst du einscannen und erneut drucken.
Ein Materialset auf mehrere Seiten verteilen
Eine Designpapier-Kollektion im Format 30,5 × 30,5 cm (12 × 12 Zoll) scheint für eine Seite gedacht. Aber wenn du clever schneidest, machst du mehrere daraus.
- Leg alle Seiten zu einem Thema nebeneinander, bevor du anfängst, und teil das Papier vorher auf. Welcher Bogen wird Hintergrund, welcher wird Streifen?
- Nimm einen einfarbigen Cardstock als Hintergrund und das Designpapier nur für Matten, Streifen und kleine Flächen. Dann reicht ein Bogen viel weiter.
- Schneide Verzierungen aus deinem Designpapier aus: eine Blume, ein Etikett, ein Wimpel. So brauchst du keine einzelnen Sticker.
- Beidseitig bedrucktes Papier gibt dir zwei Muster zum Preis von einem.
- Wähle pro Seite zwei oder drei Farben. Das wirkt ruhiger, und du brauchst weniger verschiedene Materialien.
Und wirf nichts weg. Bewahre deine Reste in einer Kiste oder Dose auf, nach Farben sortiert. Aus kleinen Stücken machst du Etiketten, Journaling-Kärtchen und Matten für kleine Fotos. Eine Collage aus Resten, in Quadrate geschnitten, wird sogar zu einem ganz neuen Hintergrund. Auch ein Stapel Briefumschläge kann ein Album werden: aneinanderkleben, Klappen und Taschen ergänzen, und schon hast du ein Mini-Album aus dem, was sonst im Altpapier gelandet wäre.
Kits: Ersparnis oder eher nicht
Ein Kit ist ein Paket mit Papier, Stickern und Verzierungen, die zusammenpassen. Es gibt einzelne Kits und Abos, bei denen du jeden Monat ein neues Paket bekommst. Ob sich das lohnt, hängt ganz davon ab, wie du arbeitest.
Ein Kit ist ein guter Kauf, wenn:
- du gerade anfängst und dir das Kombinieren von Farben und Mustern noch schwerfällt. In einem Kit ist das schon für dich erledigt.
- du es komplett aufbrauchst, auch die letzten Reste.
- du sonst immer wieder einzelne Sachen kaufen würdest, die dann doch nicht zusammenpassen.
Ein Kit kostet dich eher Geld, wenn:
- viel drin ist, was nicht dein Stil ist und in der Schublade liegen bleibt.
- dein Abo schneller kommt, als du scrappen kannst. Dann wird dein Vorrat nur immer größer.
- du ein neues Kit kaufst, obwohl das letzte noch halb voll ist.
Eine einfache Regel hilft: erst aufbrauchen, dann etwas Neues. Heb die letzten Stücke eines Kits für ein Mini-Album oder ein paar Karten auf. So holst du wirklich alles heraus.
Das Schönste am Scrapbooking mit wenig Geld ist vielleicht, dass deine Seiten dadurch persönlicher werden. Eine Eintrittskarte von diesem Museum, das Papier von jener Bäckerei, ein Band von einem Geschenk. So etwas kann man nirgends kaufen.
Fragen zu diesem Thema
Wie kann man günstig scrapbooken?
Fang mit einer Schere, gutem Kleber, etwas Papier und deinen Fotos an und spar bei Verzierungen und großen Stapeln Designpapier. Such Material zuerst zu Hause, im Secondhand-Laden und bei anderen Scrappern.
Woran sollte man beim Scrapbooking nicht sparen?
An Kleber, Klebeband und Papier, die direkt an deinen Fotos anliegen, denn die müssen jahrelang halten. Nimm dafür säurefreie Produkte und benutze eine scharfe Schere.
Kann man kostenlose Printables fürs Scrapbook verwenden?
Ja, aber lies zuerst die Nutzungsbedingungen: Meistens darfst du eine kostenlose Datei nur für dich selbst verwenden. Druck lieber auf festerem Papier und leg gedrucktes Material nicht direkt unter deine Fotos.
Ist ein Scrapbooking-Kit günstiger als einzelnes Material?
Nur wenn du das Kit auch komplett aufbrauchst. Ist viel drin, was nicht dein Stil ist, oder kommt ein Abo schneller, als du scrappen kannst, kostet ein Kit eher Geld.


