Gemeinsam scrappen: Crops und Scrap-Nachmittage
Was ein Crop ist, was du mitnimmst und wie du selbst einen Scrap-Nachmittag mit Freundinnen organisierst. Außerdem: gemeinsam an einem Album arbeiten und online zusammen scrappen.

Scrappen macht man meistens allein, am Küchentisch oder in einem Zimmer unterm Dach. Aber wer schon einmal mit ein paar anderen einen Nachmittag lang geklebt hat, weiß, wie anders sich das anfühlt. Jede arbeitet an ihrem eigenen Buch, und trotzdem sitzt ihr zusammen. Das nennt man einen Crop oder einfach einen Scrap-Nachmittag.
Was ist ein Crop
Ein Crop ist ein Treffen, bei dem Scrapper gemeinsam an ihren eigenen Projekten arbeiten. Das Wort kommt aus dem Englischen: Mit „croppen“ meinen Scrapper das Zuschneiden von Fotos, und ein Crop ist die Gelegenheit, bei der du das mit anderen machst. Viele sagen auch Scrap-Tag, Scrap-Nachmittag oder Scrap-Abend.
Grob gibt es drei Arten:
- Der freie Crop. Du mietest einen Platz an einem Tisch, zum Beispiel in einem Bastelladen oder Nachbarschaftszentrum, und arbeitest an dem, was du selbst mitbringst. Oft gibt es Kaffee, und du darfst das Werkzeug des Ladens benutzen.
- Der Crop mit Workshop. Jemand gibt Unterricht, und du gestaltest unter Anleitung eine Seite, ein Mini-Album oder eine Leinwand, meistens mit einem Kit, das für dich bereitliegt.
- Das Crop-Wochenende oder das Retreat. Ein oder mehrere Tage am Stück, manchmal mit Übernachtung, mit Zeit für eigene Projekte und Workshops zwischendurch. Dort wird manchmal bis tief in die Nacht weitergearbeitet.
Clubs und Vereine organisieren oft feste Crops, zum Beispiel einmal im Monat. Die Plätze sind meistens begrenzt, wer also mitmachen will, meldet sich rechtzeitig an. Bei vielen Wochenenden kannst du bei der Anmeldung angeben, neben wem du sitzen möchtest.
Was nimmst du mit
Der größte Fehler beim ersten Crop ist, alles mitzunehmen. Du schleppst Taschen voller Papier mit und kommst kaum zum Kleben. Überleg dir vorher, was du an dem Tag machen willst, und pack nur ein, was du dafür brauchst.
Eine praktische Liste:
- Deine Fotos, schon gedruckt und nach Seite oder Projekt sortiert.
- Das Papier und die Embellishments (Verzierungen wie Sticker, Knöpfe und Die Cuts), die du zu diesen Fotos verwenden willst.
- Grundausstattung: Schere, Cutter oder kleiner Papierschneider, Kleber oder Klebeband, ein Bleistift, ein Lineal und ein Stift für deinen Text.
- Eine Schneidematte, damit du den Tisch nicht beschädigst.
- Eine Plastiktüte oder ein Kästchen für Schnipsel und Abfall.
- Etwas für dich selbst: eine Strickjacke, eine Flasche Wasser und etwas zu essen, falls keins dabei ist.
Bei einem Workshop bekommst du oft eine Liste mit Dingen, die du selbst mitbringen sollst. Schau sie dir genau an: Manchmal brauchst du ein Foto in einem bestimmten Format oder ein Stempelkissen oder ein Heat Tool zum Embossing. Und frag im Laden ruhig vorher, ob sie dir etwas zurücklegen können.
Hast du einen Stapel halb fertiger Projekte? Ein Crop ist eine gute Gelegenheit, eins davon fertigzumachen. Viele Scrapper nehmen ganz bewusst ein altes Mini-Album mit, das schon seit Monaten wartet.
Selbst einen Scrap-Nachmittag organisieren
Du musst nicht auf einen offiziellen Crop warten. Ein Nachmittag mit ein paar Freundinnen an deinem eigenen Esstisch ist auch ein Crop. Ein paar Dinge machen es dabei deutlich leichter.
Plan großzügig. Wer sich beim ersten Mal für zwei Stunden verabredet, merkt, dass die Zeit um ist, bevor alle richtig sitzen. Rechne eher mit einem halben Tag oder mindestens zweieinhalb Stunden. Aufbauen, Kaffee und Aufräumen kosten auch Zeit.
Sorg für genug Platz am Tisch. Jede braucht schnell einen Platz von einem halben Meter Breite oder mehr. Ein separater Tisch an der Seite für gemeinsames Werkzeug funktioniert gut: die Schneidemaschine, die Stanzer, eine Stanzmaschine, wenn du eine hast. So muss nicht jede alles mitbringen.
Sprecht vorher ab, wer was mitbringt:
- Bitte alle, ein paar Fotos vom selben Moment mitzubringen, zum Beispiel eins bis fünf. Dann hast du genau genug für eine Seite und verlierst dich nicht in deiner ganzen Fotosammlung.
- Wer keine Fotos hat, kann trotzdem mitmachen. Gestalte eine Seite mit leeren Fotorahmen und kleb die Fotos später zu Hause ein.
- Willst du es einfach halten, wähl ein kleines, günstiges Projekt, das an einem Vormittag oder Nachmittag fertig wird, zum Beispiel Karten, Anhänger oder ein Mini-Album.
Stell auf jeden Tisch einen Mülleimer oder zumindest einen in Reichweite. Schnipsel stapeln sich schneller, als du denkst. Und lass alle etwas zu essen zum Teilen mitbringen. Das spart der Gastgeberin Arbeit und macht den Nachmittag gemütlich.
Sind Anfängerinnen dabei, sorg dafür, dass jemand da ist, der Fragen beantworten kann. Ein paar Beispielseiten auf dem Tisch oder ein einfacher Sketch helfen auch. Ein Sketch ist eine einfache Zeichnung, die zeigt, wo Foto, Titel und Text auf der Seite hinkommen.
Gemeinsam an einem Album arbeiten
Manchmal wollt ihr nicht jede an ihrem eigenen Buch arbeiten, sondern zusammen an einem Album. Für ein Jubiläum, einen Abschied oder als Geschenk für jemanden, der Geburtstag hat. Das ist eine alte Tradition: Schon im 16. Jahrhundert ließen Studenten Freunde und Lehrer etwas in ein Freundschaftsbuch schreiben oder zeichnen, das Album Amicorum. Das Poesiealbum ist eine spätere Form davon.
Bei einem gemeinsamen Album hilft es, Absprachen zu treffen, bevor jemand anfängt zu kleben:
- Wählt ein festes Format und ein paar Farben, damit das Album ein Ganzes bleibt.
- Gebt jeder eine eigene Seite oder Doppelseite (zwei Seiten nebeneinander). Dann hat jede Freiheit, und nichts beißt sich.
- Lasst eine Person das Album am Ende zusammenfügen und das Cover gestalten.
Wollt ihr dagegen in kurzer Zeit viel schaffen, arbeitet wie am Fließband. Eine schneidet, die andere stanzt, eine dritte klebt alles zusammen. So könnt ihr in einer kleinen Gruppe in ein paar Stunden Dutzende Karten oder Lesezeichen machen. Und es wird dabei viel gelacht.
Auch Tauschen ist eine Form des gemeinsamen Scrappens. Du tauschst ein paar Fotos mit einer anderen Scrapperin: Du gestaltest eine Seite mit ihren Fotos und sie mit deinen. So siehst du deine eigenen Bilder einmal mit anderen Augen.
Online gemeinsam scrappen
Wohnst du weit weg von einem Club oder kannst du nicht aus dem Haus, geht es auch online. Es gibt Foren und Gruppen, die Online-Crops veranstalten: einen vereinbarten Tag oder ein Wochenende, an dem alle zu Hause an Aufgaben zu einem Thema arbeiten. Deine Seiten zeigst du danach im selben Thread, damit andere sie sich ansehen und etwas dazu sagen können.
Ein paar Formen, die du ausprobieren kannst:
- Ein Videoanruf mit ein paar Scrap-Freundinnen, bei dem jede an ihrem eigenen Tisch arbeitet und die Kamera an ist.
- Eine Challenge mit einem festen Sketch, einem Titel oder einer Farbpalette und einer Deadline.
- Ein digitales Album, zu dem mehrere Leute Fotos und Seiten beitragen, zum Beispiel von einer Familienreise.
Nach einem Crop vor Ort könnt ihr online weitermachen. Manche Clubs geben eine Aufgabe mit und sammeln die Seiten danach noch ein paar Wochen lang. Das hält den Schwung bis zum nächsten Mal.
Warum gemeinsames Arbeiten motiviert
Allein zu Hause schiebst du eine Seite leicht vor dir her. Bei einem Crop hast du eine Verabredung und einen festen Zeitraum, und das wirkt wie eine kleine Deadline. Du bist extra dafür gekommen, also fängst du auch wirklich an.
Außerdem lernst du viel dabei. Jemand neben dir zeigt, wie man einen Titel gestaltet, eine andere hat ein Werkzeug, das du noch nie benutzt hast. Du siehst, wie andere Farben kombinieren oder Fotos zuschneiden. Solche kleinen Tricks lernst du selten aus einem Buch.
Und vielleicht das Wichtigste: Du bist einen Nachmittag lang nicht mit deinem Handy oder dem Haushalt beschäftigt. Alle sind mit ihren eigenen Seiten beschäftigt, und trotzdem teilt ihr den Nachmittag. Deshalb gehen viele Scrapper jedes Jahr wieder zum selben Crop.
Hast du danach ein paar neue Seiten, scann sie gleich ein. Mit Scrappd stellst du sie in dein Regal und zeigst sie deinen Scrap-Freundinnen.
Fragen zu diesem Thema
Was ist ein Crop beim Scrapbooking?
Ein Crop ist ein Treffen, bei dem Scrapper gemeinsam an ihren eigenen Projekten arbeiten. Viele sagen auch Scrap-Tag, Scrap-Nachmittag oder Scrap-Abend.
Was nimmt man zu einem Crop mit?
Nimm ein klar umrissenes Projekt mit: gedruckte Fotos, das passende Papier und Verzierungen, Grundausstattung, eine Schneidematte und etwas für dich selbst. Nicht deinen ganzen Vorrat.
Wie organisiere ich selbst einen Scrap-Nachmittag?
Plan großzügig, zum Beispiel einen halben Tag, sorg für genug Platz am Tisch und sprecht ab, wer was mitbringt. Ein gemeinsamer Werkzeugtisch erspart das Schleppen.
Kann man auch online zusammen scrappen?
Ja, zum Beispiel per Videoanruf mit Scrap-Freundinnen, mit einer Challenge rund um einen festen Sketch oder eine Farbpalette oder bei einem Online-Crop in einem Forum.


