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Tipps · 6 Min. Lesezeit

Einen Fehler auf deiner Seite ausbessern

Ein Kleberfleck, ein schiefer Sticker, ein fleckiger Stempelabdruck oder ein Riss: Fast jeder Fehler auf deiner Seite lässt sich ausbessern oder geschickt verstecken.

Aufgeschlagenes Heft mit handgeschriebenem Text und einer Karte mit Gemälde als Lesezeichen, neben einem orangen Band
Foto: betül nur akyürek · Pexels

Das passiert allen. Das Foto sitzt schief, neben deinem Titel glänzt ein Kleberfleck, oder der Stempel ist leicht verrutscht. Als Erstes möchtest du die Seite am liebsten wegwerfen. Tu das nicht sofort. Fast alles lässt sich ausbessern, und was sich nicht ausbessern lässt, kannst du verstecken oder in etwas Neues verwandeln.

Erst mal innehalten

Ein Fehler wird oft größer, weil man schnell daran zieht oder reibt. Leg deine Seite hin, schau genau, was schiefgelaufen ist, und überleg, um welches Material es geht: nasser Kleber, trockenes Klebeband, Tinte, ein Sticker oder ein Riss. Jeder Fehler braucht eine andere Lösung.

Probier eine Lösung zuerst an einem Rest desselben Papiers aus. Was bei festem Cardstock (dickem, einfarbigem Bastelpapier) gut klappt, kann dünnes Designpapier beschädigen.

Kleberflecken entfernen

Nasser Kleber ist am einfachsten. Tupf den Fleck sofort vorsichtig mit einem trockenen Stück Küchenpapier oder einem Wattestäbchen ab, ohne zu reiben. Reiben verteilt den Kleber nur und macht das Papier rau.

Ist der Kleber schon trocken, kommt es auf die Sorte an:

  • Reste von Klebeband oder einem Kleberoller sind trocken und etwas klebrig. Die rubbelst du mit einem Kleberadierer weg, einer Art Gummiradierer für Klebereste. Ein Stück Klebefilm funktioniert auch: Drück es auf den Rest und zieh es wieder ab.
  • Getrockneten Weißleim oder Bastelkleber kannst du manchmal vorsichtig mit einem dünnen Messer abkratzen. Klappt das nicht, lässt du ihn, wie er ist, und klebst etwas darüber.
  • Kleber auf einem Foto: Wisch einen frischen Fleck mit einem leicht feuchten Tuch weg. Trockenen Kleber auf der Bildseite eines Fotos lässt du besser, wo er ist, denn Kratzen hinterlässt Kratzer.

Vorbeugen ist schöner als heilen. Nimm wenig Kleber, verstreich ihn dünn und setz kleine, feine Motive mit einem Zahnstocher oder einer Pinzette auf. Leg beim Kleben ein Blatt Schmierpapier unter deine Arbeit, damit überschüssiger Kleber nicht auf deiner Seite landet.

Einen Sticker oder ein Foto ablösen

Je kürzer ein Sticker klebt, desto leichter geht er ab. Sanfte Wärme macht den Kleber geschmeidig. Halte einen Föhn auf niedrigster Stufe ein paar Sekunden mit etwas Abstand über den Sticker und heb dann eine Ecke mit einem dünnen Messer, einem Palettmesser oder der Spitze einer Pinzette an. Zieh langsam und flach am Papier entlang, nicht gerade nach oben.

Bei Fotos, die mit Klebeband befestigt sind, hilft ein Stück fester Faden oder Zahnseide. Schieb ihn unter eine Ecke des Fotos und zieh ihn mit kleinen Sägebewegungen unter dem Foto hindurch. So schneidest du durch das Klebeband, ohne das Foto zu knicken.

Ein paar Dinge, auf die du achten solltest:

  • Ist der Sticker ab, klebt die Rückseite aber noch, kannst du ihn einfach an eine andere Stelle setzen.
  • Möchtest du einen Sticker als etwas wiederverwenden, das nicht direkt auf der Seite klebt, zum Beispiel auf Foam Tape, kannst du die Klebeseite oft mit etwas Speisestärke stumpf machen. Probier es zuerst an einem Rest aus.
  • Geht es nicht, ohne dass etwas reißt, hör auf und kleb lieber etwas darüber.

Wenn du Originalfotos verwendest, die du nicht verlieren willst, kleb lieber einen Abzug oder eine Kopie in dein Buch. Eingeklebte Originale bekommst du nicht immer unbeschadet wieder heraus. Wie du Fotos aus alten Alben löst, erklären wir in einem eigenen Artikel.

Einen misslungenen Stempelabdruck verstecken

Ein Stempel, der leicht verrutscht oder nur halb abdruckt, ist wohl der häufigste Fehler auf einer Seite. Tinte bekommst du nicht mehr aus dem Papier, hier geht es also ums Verstecken. Ein paar Möglichkeiten:

  • Stempel dasselbe Motiv noch einmal auf ein separates Stück Papier, schneid es aus und kleb es genau über den misslungenen Abdruck. Mit Foam Tape darunter wirkt es sogar wie eine gewollte Ebene.
  • Leg ein Tag, ein Etikett oder eine Journaling-Karte über die Stelle.
  • Deck sie mit einem Stück Washi Tape oder einem Streifen Designpapier ab.
  • Stempel ein zweites, größeres Motiv in einer dunkleren Farbe über den ersten Abdruck. Ein Stempel mit Struktur oder Muster eignet sich dafür gut.
  • Ist der Abdruck nur etwas blass, vervollständige ihn mit einem Fineliner oder Buntstift.

Die beste Lehre kommt hier hinterher: Stempel auf ein separates Stück oder auf Stickerpapier und kleb es erst auf die Seite, wenn es gut geworden ist. In einem Journal oder Planer kannst du auch zuerst auf einen Streifen durchsichtigen Klebefilm stempeln. Misslingt es, wirfst du nur dieses Stückchen weg.

Einen Riss reparieren

Bei einem Riss in deiner eigenen, neuen Seite kannst du das meiste von der Rückseite aus lösen. Leg die beiden Seiten des Risses genau aneinander und kleb auf die Rückseite einen Streifen dünnes, festes Papier. Japanpapier ist dafür ideal: Es ist dünn und reißfest, und die Fasern haften gut. Trag eine dünne Schicht Kleber auf, drück es an und lass es unter einem schweren Buch trocknen, mit Backpapier dazwischen.

Ist der Riss an einer sichtbaren Stelle, kannst du ihn auch zeigen. Kleb einen Streifen Washi Tape darüber oder deck ihn mit einem Foto oder einem Stück Papier mit gerissenem Rand ab. Gerissene Ränder sind auf vielen Seiten sogar ein bewusster Stil.

Bei einem alten Album oder einem Erbstück ist es anders. Normaler Klebefilm und Kleber richten dort auf Dauer mehr Schaden an, als sie nützen: Sie verfärben sich, lösen sich und ziehen am alten Papier. Leg lose Stücke zurück an ihren Platz, ohne sie festzukleben, bewahr das Album flach in einer passenden Schachtel auf und lass ein wirklich wertvolles Stück lieber von einer Restauratorin oder einem Restaurator ansehen.

Eine verpatzte Journalseite doch noch schön machen

In einem Journal kannst du eine Seite nicht einfach austauschen. Das musst du auch nicht. Ein paar Möglichkeiten, weiterzumachen:

  • Schneid nur das misslungene Stück heraus und kleb ein leeres Stück Papier dahinter. So entsteht eine Art Patchwork, und der Rest der Seite bleibt erhalten.
  • Kleb zwei Seiten aneinander. Dann hast du eine stabile, neue Fläche, und niemand sieht, was darunter war.
  • Bedeck die ganze Seite mit einem neuen Hintergrund: Designpapier, eine Seite aus einem alten Buch, eine Serviettenlage oder eine Schicht Gesso, eine weiße Grundierung, auf der du danach wieder schreiben und zeichnen kannst.
  • Mach eine Collage daraus: Schnipsel, Tickets und Tape über die Stellen, die dir nicht gefallen.
  • Lass die Seite, wie sie ist, und schreib darunter, was schiefgelaufen ist. Ein Jahr später ist das oft die schönste Stelle zum Nachlesen.

Eine Seite, die dich nicht froh macht, kann dir die Lust am Weitermachen richtig nehmen. Bessere sie deshalb aus, wenn sie dich stört, auch wenn andere nichts davon sehen. Du bist diejenige oder derjenige, die das Buch jedes Mal aufschlägt.

Fehler als Teil deiner Seite

Vieles, was Scrapper heute schön finden, sieht aus wie ein kleines Missgeschick. Gerissene Ränder, Tintenspritzer, eine zerknitterte Papierlage, ein Stempel, der halb über den Rand läuft. Auf einer ruhigen Seite kann ein Fehler gerade dafür sorgen, dass sie lebendiger wirkt.

Ein paar Möglichkeiten, deinen Fehler ins Design einzubauen:

  • Aus einem Tintenfleck werden Spritzer, wenn du bewusst noch ein paar dazumachst.
  • Ein schiefes Foto wirkt gewollt, wenn du noch ein schiefes Element dazusetzt.
  • Aus einem falsch geschnittenen Papierstreifen wird ein gerissener Rand, wenn du ihn an der Linie entlang reißt.
  • Ein Riss im Hintergrund wird zu einer Öffnung, durch die ein Stück der unteren Lage hervorschaut.

Nicht jeder Fehler muss weg. Ein Scrapbook ist kein Druckerzeugnis. Man darf ihm ansehen, dass jemand mit eigenen Händen daran gearbeitet hat. Eine kleine Unsauberkeit, die nur du siehst, darf also ruhig bleiben.

Fragen zu diesem Thema

Wie entferne ich einen Kleberfleck von meiner Scrapbook-Seite?

Tupf nassen Kleber sofort vorsichtig ab, ohne zu reiben. Trockene Reste von Klebeband oder einem Kleberoller rubbelst du mit einem Kleberadierer weg. Trockenen Kleber auf der Bildseite eines Fotos lässt du besser, wo er ist.

Wie löse ich einen Sticker ab, ohne dass er reißt?

Erwärm den Sticker kurz mit einem Föhn auf niedrigster Stufe und heb eine Ecke mit einem dünnen Messer oder einer Pinzette an. Zieh langsam und flach am Papier entlang. Geht es nicht, ohne dass etwas reißt, kleb lieber etwas darüber.

Was tun bei einem misslungenen Stempelabdruck?

Tinte bekommst du nicht aus dem Papier, also versteckst du den Abdruck: mit einem separaten Stück Papier, einem Tag, Washi Tape oder einem größeren Motiv darüber. Stempel beim nächsten Mal zuerst auf ein separates Stück und kleb es erst auf, wenn es gut geworden ist.

Wie repariere ich einen Riss in einer Seite?

Leg die Ränder genau aneinander und kleb auf die Rückseite einen Streifen dünnes, festes Papier, zum Beispiel Japanpapier. Lass es unter einem schweren Buch trocknen. In einem alten Album oder Erbstück verwendest du keinen Klebefilm und keinen normalen Kleber.

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