Embellishments auswählen und platzieren, ohne dass es überladen wirkt
Sticker, Knöpfe, Blümchen und Labels: Wie viel legst du auf die Seite, und wohin? So verzierst du deine Seite, und deine Fotos bleiben die Hauptsache.

Du hast ein schönes Foto, ein Blatt Papier, das gut dazu passt, und eine Schachtel voller kleiner Schätze. Dann geht es los: noch ein Sticker, noch ein Knopf, noch ein Blümchen. Ehe du dich versiehst, siehst du das Foto nicht mehr. Verzierungen auswählen und platzieren ist weniger Geschmackssache, als du denkst. Mit ein paar festen Gewohnheiten wird jede Seite ruhiger und stärker.
Was sind Embellishments eigentlich
Embellishments ist der englische Sammelbegriff für alles, was du neben Fotos, Papier und Text auf eine Seite legst, um sie fertigzumachen. Es sind die Akzente. Zum Beispiel:
- Sticker, von flachen Papierstickern bis zu gewölbten Puffy Stickern
- Die Cuts: Formen, die mit einer Stanzmaschine ausgeschnitten wurden, fertig gekauft oder selbst gestanzt
- Chipboard: Figuren und Buchstaben aus festem Karton
- Enamel Dots und Epoxy Sticker: kleine glänzende Pünktchen und Kügelchen
- Brads (Musterklammern), Knöpfe, Perlen, Strasssteine und Pailletten
- Blümchen, Blätter und Zweige aus Papier oder Stoff
- Labels, Tags und Kärtchen
- Band, Schnur, Spitze und Washi Tape
- Ephemera: Papier aus dem echten Leben, etwa Karten, Etiketten und Prospekte, aber auch die Ausstanzteile aus einer Kollektion
Eine praktische Einteilung: Manche Embellishments haben eine klare Bedeutung, etwa ein Flugzeug, ein Törtchen oder ein Wort. Andere sind neutral: Knöpfe, Brads, Pünktchen und Strasssteine passen zu fast jedem Thema. Diese neutralen Teile sind die Arbeitspferde in deiner Schachtel, weil sie Farbe und Struktur bringen, ohne etwas zu erzählen.
Wie viel ist genug
Es gibt keine feste Zahl, aber eine gute Frage: Hilft dieses Teil meinem Foto oder meiner Geschichte? Wenn nicht, lässt du es weg. Leg nichts hin, nur weil es hübsch ist.
Ein paar Faustregeln, die viele erfahrene Scrapper nennen:
- Je mehr Fotos, desto weniger Verzierung. Eine Seite mit fünf Fotos kommt oft mit ein oder zwei kleinen Grüppchen aus. Eine Seite mit nur einem Foto verträgt mehr.
- Wähl eine begrenzte Farbpalette und bleib mit der Verzierung darin. Zwei bis drei Hauptfarben pro Seite halten alles übersichtlich.
- Ein gut gewählter Sticker an der richtigen Stelle reicht manchmal schon.
- Lass Leerraum zu. Dieser Raum lässt dein Foto atmen und ist nichts, was du füllen musst.
Wenn du unsicher bist, leg alles lose auf die Seite und mach ein Foto mit dem Handy. Auf dem kleinen Bildschirm siehst du sofort, ob es zu voll ist. Nimm dann ein Teil weg und schau noch einmal. Kleb erst, wenn du zufrieden bist.
In Clustern gruppieren
Einzelne Sticker, die über die Seite verstreut sind, wirken schnell unruhig. Gruppier sie lieber in einem Cluster: einem kleinen Grüppchen Embellishments, das zusammen eine Einheit bildet. Einen Cluster baust du von groß nach klein auf.
- Beginn mit einem größeren Teil als Basis, etwa einem Label, einem Kärtchen oder einem Stück Papier.
- Leg ein oder zwei mittelgroße Teile darauf oder daneben, zum Beispiel ein Blümchen oder einen Die Cut.
- Schließ mit etwas Kleinem ab: einem Wortsticker, einem Knopf, ein paar Pünktchen.
Ungerade Anzahlen wirken oft natürlicher als gerade. Drei Pünktchen rund um einen Cluster funktionieren besser als zwei oder vier. Variier auch das Material: Ein hartes Metallteil oder ein glänzendes Stück wirkt wärmer, wenn etwas Weiches daneben liegt, etwa eine Papierblume oder ein Stück Band.
Ein Cluster darf auch in deinen Titel oder in ein Stück Text übergehen. Liegen zwei Grüppchen nah beieinander, liest man sie als Einheit. So wird der untere Teil einer Seite zu einem fließenden Band statt zu einer Reihe einzelner Häufchen.
Die Dreiecksregel
Mit dem visuellen Dreieck lenkst du den Blick über die Seite. Du platzierst drei Cluster oder drei Akzente in derselben Farbe so, dass sie zusammen ein Dreieck um dein Foto bilden. Das Auge springt von Punkt zu Punkt und landet immer wieder beim Foto.
Das geht auch ganz klein. Drei rote Knöpfe an verschiedenen Stellen, drei Streifen vom selben karierten Papier oder dreimal dasselbe Blatt. Es muss kein gleichseitiges Dreieck sein, gerade ein schiefes Dreieck wirkt lebendig.
Arbeitest du gern mit der Drittelregel, kannst du beides kombinieren. Teil die Seite in Gedanken in neun gleiche Felder. Setz dein Hauptfoto auf einen der Schnittpunkte und leg die Cluster entlang der Linien. Das gibt Halt, ohne steif zu wirken. Mehr über solche Gestaltungsprinzipien steht in einem eigenen Artikel.
Verzierung rund ums Foto, nicht darauf
Das Foto ist das Wichtigste auf deiner Seite. Kleb deshalb nichts mitten über ein Gesicht oder über den Moment selbst. Verzierung gehört daneben, drumherum oder knapp unter den Rand.
Ein paar Stellen, die fast immer funktionieren:
- Auf einer Ecke des Fotos. Ein Cluster, der halb über die Ecke ragt, verbindet das Foto mit der Seite.
- Am Rand, wo Foto und Papier sich berühren. Ein Blümchen oder Label dort mildert die harte Linie der Fotokante.
- Unter das Foto geschoben. Kleb nur die Mitte deines Fotos oder deiner Papierlage fest, dann kannst du ein Blatt, einen Tag oder ein Stück Ephemera darunterstecken. Es sieht dann aus, als käme es dahinter hervor.
- An den Berührungspunkten zwischen mehreren Fotos. Bei drei Fotos kannst du an den äußeren Ecken drei kleine Cluster setzen, dann wird alles zu einer Gruppe.
Wähl am besten Verzierungen, die etwas von dem aufgreifen, was auf dem Foto zu sehen ist, und nimm die Farben aus dem Foto selbst. Ein Vögelchen zu einem Foto im Park, eine kleine Gabel zu einem Abendessen. Trau dich auch, etwas über den Seitenrand hinausragen zu lassen, und schneid den Überstand danach ab. Das wirkt luftiger, als alles brav innerhalb der Linien zu halten.
Dicke Verzierungen ohne zu dickes Album
Tiefe macht eine Seite lebendig, aber ein Album, das nicht mehr zugeht, macht keinen Spaß. Und dicke Teile können sich auf die Fotos der Nachbarseite durchdrücken.
So hältst du es in Grenzen:
- Nimm dünnes Schaumklebeband oder Klebepads von 1 bis 2 mm. Das gibt schon sichtbaren Schatten und Tiefe.
- Ersetz die letzte Papierlage durch eine Naht, einen Farbstrich oder einen Streifen Tape. Tape gibt eine zusätzliche Schicht ohne Dicke.
- Nimm einen Papierstreifen oder eine Naht, wo du sonst ein dickes Band hinlegen würdest.
- Heb dir Knöpfe, große Blumen und dreidimensionale Teile für eine Stelle pro Doppelseite auf, und setz sie nicht immer an dieselbe Stelle. Wenn alle dicken Teile rechts unten sitzen, schließt das Album schief.
- Drück Papierblümchen etwas flacher oder wähl flache Varianten wie Vellum oder gestanzte Blümchen.
Bewahr Alben mit viel Relief aufrecht auf und leg nichts Schweres darauf. Ein Schraubalbum mit Verlängerungsschrauben oder ein Ringbuch mit größeren Ringen bietet mehr Platz für dicke Seiten.
Was du schon hast, besser nutzen
Die meisten Scrapper haben mehr Verzierungen, als sie je aufbrauchen. Du musst nicht ständig neue Kollektionen kaufen, damit deine Seiten spannend bleiben.
- Schneid Motive aus Designpapier aus. Eine Wolke, eine Blume oder ein Heißluftballon aus einem Bogen ist kostenlose Verzierung, die genau zu deinem Papier passt. Das nennt man Fussy Cutting.
- Verwende Reste. Streifen, Kreise, Labels und Fähnchen machst du schnell aus Schnipseln früherer Seiten. Kleine Unregelmäßigkeiten machen sie gerade lebendig.
- Mach aus Ephemera einen Cluster. Ein Kärtchen, ein Etikett oder ein Stück Stadtplan ist eine prima Basis für ein Grüppchen.
- Wiederhol ein Element. Drei- oder fünfmal derselbe kleine Stempel oder dieselbe Briefmarke, in einer Reihe oder locker verteilt, wirkt bewusst, und du brauchst nur eine Sorte.
- Ersetz ein großes Teil durch eine Gruppe kleiner. Hast du keine große Blume, erzielen drei Knöpfe, ein Mini-Tag und ein Sticker zusammen dieselbe Wirkung.
- Gib Stickern Form. Bieg einen Sticker oder einen Zweig vorsichtig über deinen Finger, bevor du ihn aufklebst, dann liegt er weniger flach und wirkt lebendiger.
- Sortier deine Schachtel einmal anders. Ordne deine Verzierungen nach Farbe statt nach Art. Dann siehst du plötzlich Kombinationen, die dir sonst entgehen.
Und vor allem: Kleb nicht alles sofort fest. Schieb, schau, nimm weg. Die schönste Seite ist meistens die, von der du am Ende noch ein Teil weggenommen hast.
Fragen zu diesem Thema
Wie viel Verzierung gehört auf eine Scrapbook-Seite?
Es gibt keine feste Zahl. Frag dich bei jedem Teil, ob es deinem Foto oder deiner Geschichte hilft, und lass es sonst weg. Je mehr Fotos auf der Seite sind, desto weniger Verzierung brauchst du.
Was sind Embellishments beim Scrapbooking?
Alles, was du neben Fotos, Papier und Text auf eine Seite legst, um sie fertigzumachen: Sticker, Die Cuts, Chipboard, Knöpfe, Blümchen, Labels, Band, Washi Tape und Ephemera.
Wie gestaltet man einen Cluster aus Verzierungen?
Beginn mit einem größeren Teil als Basis, etwa einem Label oder Kärtchen, leg ein oder zwei mittelgroße Teile darauf und schließ mit etwas Kleinem ab. Ungerade Anzahlen wie drei oder fünf wirken oft natürlicher.
Wie verhindert man, dass ein Album durch Verzierungen zu dick wird?
Nimm dünnes Schaumklebeband, ersetz die letzte Papierlage durch Nähte oder Tape und verteil dicke Teile über das ganze Album. Setz sie nicht immer an dieselbe Stelle, sonst schließt das Album schief.


