Was ist ein Sketch und wie gestaltest du damit eine Seite?
Ein Sketch ist ein Grundriss für deine Seite. So nutzt du ihn, passt ihn an deine eigenen Fotos an und zeichnest selbst einen.

Du hast Fotos ausgesucht, das Papier liegt bereit, und trotzdem starrst du auf die leere Seite. Wohin kommt das Foto, wohin der Titel, und wie verhinderst du, dass alles durcheinander wirkt? Ein Sketch nimmt dir diese erste Entscheidung ab. Du bekommst einen Grundriss und füllst ihn mit deinen eigenen Fotos und deiner eigenen Geschichte.
Was ein Sketch ist
Ein Sketch ist eine einfache Zeichnung einer Seite. Du siehst nur Flächen und Linien: Rechtecke für Fotos, einen Balken für den Titel, ein paar Striche für Papierstreifen und einen Kreis, wo Deko hinkommt. Manchmal ist auch eingezeichnet, wohin das Journaling gehört, also der geschriebene Teil deiner Seite.
Farben, Muster oder Themen gibt es darin nicht. Genau das macht einen Sketch so praktisch: Dieselbe Zeichnung wird zur Strandseite, zum Geburtstag oder zu einem ganz normalen Dienstag, je nachdem, was du darauf legst. Leg zwanzig Umsetzungen desselben Sketches nebeneinander, und sie sehen sich kaum ähnlich.
Ein Sketch hilft vor allem, wenn du wenig Zeit hast, einen Rückstand aufholen willst oder einfach nicht weißt, wo du anfangen sollst. Die Gestaltungsarbeit ist schon erledigt, du darfst auswählen und kleben.
Der Unterschied zur Vorlage
In der Praxis gehen die Begriffe durcheinander, auch in anderen Sprachen. Trotzdem hilft es, den Unterschied zu kennen.
Eine Vorlage oder ein Template steht fest. Beim digitalen Scrapbooking ist das eine fertige Datei mit Ebenen, in die du deine Fotos und dein Papier setzt; Formen und Maße bestimmst du nicht selbst. Auf Papier meinen Scrapper mit einer Vorlage oft eine Schablone, mit der man eine Form nachzeichnet oder ausschneidet.
Ein Sketch ist eine Idee, keine Schablone. Er zeigt, wie die einzelnen Teile zueinander stehen, aber Maße, Material und Umsetzung liegen bei dir. Deshalb kannst du ihn verschieben, dehnen und drehen, bis er zu dem passt, was auf dem Tisch liegt.
Musst du ihn genau befolgen?
Nein, aber du darfst. Einen Sketch eins zu eins zu übernehmen, mit denselben Feldern an derselben Stelle, ergibt oft eine ruhige, ausgewogene Seite. Daran ist nichts falsch, denn deine Fotos und dein Papier machen sie schon zu deiner eigenen.
Du kannst ihn auch als Richtlinie nutzen: Du folgst den groben Linien und lässt unterwegs etwas weg, fügst etwas hinzu oder verschiebst es. Fehlt dir etwas in einer leeren Ecke, dann leg dort eine Blume oder ein Label hin, auch wenn es nicht in der Zeichnung steht.
Und manchmal nimmst du nur eine Sache mit. Das Raster zum Beispiel oder die Stelle, auf die dein Blick zuerst fällt. Von dieser einen Idee aus baust du deine eigene Seite weiter auf.
Ein Sketch soll dir den Einstieg erleichtern, nicht dich unter Druck setzen. Auch bei Challenges auf Scrapblogs sind die Regeln meist großzügig: Du darfst drehen, verschieben und anpassen.
Weniger Fotos als Felder
Vier Fotofelder heißen nicht, dass du vier Fotos brauchst. Nimm, was du hast, und gib den übrigen Feldern eine andere Aufgabe:
- einen Block Journaling oder einen Tag mit deiner Geschichte
- einen Untertitel oder einfach Ort und Datum
- etwas, das du aufbewahrt hast, etwa eine Eintrittskarte, einen Flyer oder ein Etikett aus einem Kleidungsstück
- eine Fläche passendes Designpapier oder eine kleine Gruppe Embellishments (Deko wie Sticker, Knöpfe und Papierblumen)
Du kannst auch zwei Felder zu einer großen Fläche zusammenlegen, für ein Foto, das mehr Platz verdient. Ist dein Foto größer als im Sketch, dann dekoriere etwas weniger. Sonst wird die Seite schnell zu voll.
Mehr Fotos als Felder
Teile ein großes Feld in kleinere auf. Wo der Sketch ein Hochformatfoto zeigt, passen zum Beispiel zwei im Querformat. Leg die Fotos oder ihre Matten (den Papierrand darunter) dicht aneinander. Dann nimmt das Auge sie weiterhin als einen Block wahr, und der Aufbau des Sketches bleibt erhalten.
Auch eine Fläche, die für Papier oder einen Titel gedacht war, kann ein Foto werden. Achte dann aber darauf, dass irgendwo noch Platz für den Titel und ein paar Worte bleibt.
Drehen, spiegeln und anpassen
Ein Sketch hat kein festes Oben. Dreh ihn um eine Vierteldrehung, und aus einem Hochformatfoto wird eines im Querformat. So passt du die Zeichnung an deine Fotos an statt umgekehrt.
Spiegeln ist praktisch, wenn jemand auf deinem Foto zum Seitenrand schaut. Dreh den Sketch um, damit der Blick nach innen geht. Auch für eine Doppelseite funktioniert Spiegeln gut: Nutze den Sketch links so, wie er ist, und rechts gespiegelt.
Durch Drehen und Spiegeln kannst du einen Sketch mehrmals im selben Album verwenden, ohne dass es auffällt. Das ist schön, wenn du ein ganzes Buch über einen Urlaub oder ein Jahr gestaltest.
Viele Sketches sind für 30,5 × 30,5 cm (12 × 12 Zoll) gezeichnet, aber es geht um die Proportionen, nicht um die Zentimeter. Arbeitest du auf A4 oder kleiner, dann dehn die Zeichnung oder stauch sie zusammen. Es gibt auch Sketches für Karten, und die funktionieren genauso gut für eine kleine Seite.
Teile ersetzen
Du musst nicht alles zu Hause haben, was im Sketch vorkommt. Ein paar Ersatzlösungen, die Scrapper oft nutzen:
- Aus einem Band wird ein Streifen Designpapier oder eine Reihe Stiche mit Nadel und Faden.
- Aus einer großen Blume wird eine Gruppe kleiner Dinge: Knöpfe, Brads (kleine Musterbeutelklammern), Mini-Labels und Sticker.
- Aus einer Blume, die nicht zu deinem Thema passt, wird ein Stern, ein kleines Auto oder eine andere Form, die passt.
- Zu viele Lagen Papier? Mach die letzte Lage aus Washi Tape, Farbe oder einer Naht.
- Aus einem Titelfeld wird ein Foto, oder aus einem Fotofeld wird ein Textkärtchen.
- Kein Platz für Text? Mach eines der Fotofelder zum Journalingfeld oder schreib auf einen Tag und steck ihn hinter ein Foto.
Hat die Person, die den Sketch gemacht hat, eine Farbkombination dazugeschrieben, kannst du sie übernehmen oder bewusst ignorieren. Manchmal ist eine Kombination, die du selbst nie wählen würdest, genau der kleine Anstoß, den du brauchst.
So baust du die Seite auf
- Such dir einen Sketch aus, der dich anspricht und zur Anzahl der Fotos passt, die du verwenden möchtest.
- Überleg, ob du ihn für deine Fotos drehen oder spiegeln musst.
- Leg zuerst die Basis hin: Hintergrund, Papierflächen und Fotos, mit geraden Kanten. Bei Sketches mit vielen Blöcken ergibt das die ruhigste Seite.
- Leg danach die Deko lose obendrauf und schieb sie herum, bis es stimmt.
- Erst wenn alles gut liegt, schneidest und klebst du.
Ein häufiger Fehler ist, sofort festzukleben. Ein Foto, das im Kopf gut gepasst hat, ist auf dem Papier oft zu groß. Leg alles erst lose hin und mach notfalls ein Foto davon, damit du zurückkannst, wenn du anfängst zu schieben.
Wo du Sketches findest
Sketches gibt es reichlich. Viele Designerinnen, Designer und Scrapblogs veröffentlichen jede Woche oder jeden Monat einen neuen, oft als Challenge, bei der du deine Umsetzung zeigen darfst. Solche Reihen gibt es in vielen Sprachen, und weil ein Sketch aus Flächen besteht, spielt die Sprache keine Rolle.
Such auf Pinterest oder Instagram nach Begriffen wie scrapbook sketch, layout sketch oder sketch challenge. Auch Scrapbooking-Zeitschriften und Bücher über Layouts (Seitengestaltungen) enthalten regelmäßig ein paar. Schau dir nicht nur die Zeichnung an, sondern auch die Seiten, die andere damit gestaltet haben. Erst dann siehst du, in wie viele Richtungen du gehen kannst.
Selbst einen Sketch erstellen
Siehst du eine Seite, die dir gefällt, kannst du selbst einen Sketch davon zeichnen. Das ist gleichzeitig eine gute Übung, um zu verstehen, warum eine Seite funktioniert.
- Leg ein Blatt Papier neben die Seite oder über einen Ausdruck. Kariertes Papier hilft, die Proportionen einzuhalten.
- Zeichne zuerst die größten Flächen: Hintergrundpapier, Matten und Fotos als Rechtecke.
- Trag den Titel als Balken ein und das Journaling als ein paar Linien.
- Zeichne Deko als Kreise oder Kreuzchen, aber nur dort, wo wirklich eine Gruppe ist.
- Lass Farben, Muster und kleine Details weg.
- Schreib die Maße der Fotos dazu, zum Beispiel 10 × 15 cm.
Achte darauf, wohin dein Blick zuerst geht und wie er danach über die Seite wandert. Bilden die Dekoelemente zum Beispiel ein Dreieck um das Hauptfoto? Setz einen Punkt dorthin, wo dieser Blickfang liegt, dann weißt du später, worum es ging.
Das kannst du auch mit deinen eigenen Seiten machen. So wird ein Layout, das gut gelungen ist, zu einem Sketch, den du später wieder verwendest. Bewahr sie zusammen in einem Heft oder einer Mappe auf, dann hast du immer einen Anfang parat. Was in Ordnung ist und was nicht, wenn du die Seite von jemand anderem nachzeichnest, liest du in unserem Artikel über Scraplift und CASE.
Fragen zu diesem Thema
Was ist ein Scrapbook-Sketch?
Ein Sketch ist eine einfache Zeichnung einer Seite mit Rechtecken für Fotos, einem Balken für den Titel und ein paar Strichen für Papierstreifen. Er zeigt, wie die einzelnen Teile zueinander stehen, aber die Umsetzung liegt bei dir.
Muss man einen Scrapbook-Sketch genau befolgen?
Nein. Du darfst ihn eins zu eins übernehmen, als Richtlinie nutzen oder nur eine Idee daraus mitnehmen. Du kannst ihn auch drehen, spiegeln und anpassen.
Was tun, wenn man weniger Fotos als Felder im Sketch hat?
Gib den übrigen Feldern eine andere Aufgabe, etwa einen Block Journaling, Ort und Datum, eine aufbewahrte Karte oder eine Fläche Designpapier. Du kannst auch zwei Felder zu einem großen Foto zusammenlegen.
Wo findet man Scrapbook-Sketches?
Viele Designerinnen, Designer und Scrapblogs veröffentlichen jede Woche oder jeden Monat einen neuen Sketch, oft als Challenge. Such nach Begriffen wie scrapbook sketch oder layout sketch oder schau in Scrapbooking-Zeitschriften und Bücher über Layouts.


