Zum Inhalt
Alle Artikel
Ideen · 7 Min. Lesezeit

Planner gestalten mit Stickern und Washi Tape, ohne Chaos

Eine Handvoll Material, ein paar feste Plätze für deine Sticker und eine Farbregel. So wird dein Tagebuch oder Planner schön und bleibt trotzdem ruhig und übersichtlich.

Hände halten einen Bogen transparenter Sticker mit bunten Steinchen über einem Schreibtisch voller Notizbücher und Washi Tape
Foto: cottonbro studio · Pexels

Einen Planner, der schön aussieht, schlägst du öfter auf. Trotzdem macht ein Tisch voller Sticker deine Seite nicht automatisch schöner. Oft wirkt sie dadurch eher unruhig. Mit ein paar Materialien, ein paar festen Plätzen und einer einzigen Farbregel bleibt dein Tagebuch übersichtlich und trotzdem ganz deins.

Was du für den Anfang brauchst

Viele Planner-Fans raten dasselbe: Kauf erst mal wenig und finde deinen Stil beim Kleben. Mit dieser Liste kommst du schon ziemlich weit:

  • Ein nicht zu großes Heft. Ein kleines Format wie A6 ist schneller gefüllt und leichter zu gestalten. Blanko- oder Karopapier gibt dir Freiheit, ein Planner mit Datum gibt dir Halt.
  • Ein schwarzer Stift, der schnell trocknet. Ein Gelstift mit 0,38 bis 0,5 mm ist eine angenehme Stärke für den Anfang. Eine feinere Spitze kann auf dünnem Papier kratzen, eine dickere lässt kleine Buchstaben schnell unordentlich aussehen.
  • Ein paar Stickerbögen, die dir wirklich gefallen, plus einfache Formen wie Kreise, Herzen und Konfetti. Diese Formen benutzt du fast jeden Tag.
  • Zwei oder drei Rollen Washi Tape, ein dünnes, leicht klebendes Papierklebeband mit Muster. Wähl einfarbige Rollen oder ruhige Muster wie Streifen, Punkte und Karos.
  • Eine Pinzette mit gebogener Spitze. Damit setzt du kleine Sticker genau richtig und hinterlässt keine Fingerabdrücke auf transparenten Stickern.
  • Eine kleine Schere und ein Bastelmesser mit Schneidematte. Washi Tape und Stickerränder schneidest du mit einem Messer sauberer als mit einer Schere.
  • Ein Kleberoller und ein Korrekturroller.

Was du besser erst mal liegen lässt: Stempel mit Stempelkissen, denn Tinte drückt schnell durch und ein Stempel sitzt leicht schief. Auch Sets mit dekorativem Hintergrundpapier und günstige Überraschungsboxen kannst du dir sparen. In so einer Box steckt oft vieles, das du selbst nicht ausgesucht hättest. Zwei Bögen, über die du dich wirklich freust, benutzt du öfter.

Wohin mit deinen Stickern

Eine leere Seite wird einfacher, wenn du sie in drei Bereiche teilst. Oben kommt eine Überschrift hin: das Datum, ein Wort für den Tag und vielleicht ein größerer Sticker. In die Mitte kommt dein Text, mit Platz drumherum. In einer Ecke unten ergänzt du ein paar kleine Sticker.

Such dir vor dem Start einen Hauptsticker und etwa drei kleinere dazu aus. Schneid sie vom Bogen ab, lass aber das Trägerpapier noch dran. So kannst du sie auf der Seite hin und her schieben, bis es passt.

Ein paar Faustregeln, die immer wieder auftauchen:

  • Setz drei auffällige Sticker in ein gedachtes Dreieck. Dein Blick wandert dann ganz von selbst daran entlang und die Seite wirkt ausgewogen.
  • Wenn du mehrere gleiche Sticker benutzt, kleb drei oder fünf davon. Ungerade Zahlen wirken natürlicher.
  • Wenn du viel schreibst, leg das Gewicht der Deko nach unten.
  • Wenn du wenig schreibst, kleb einen größeren Sticker in die Mitte oder etwas tiefer und schreib deine Worte in die Lücken drumherum.
  • Auf einer Doppelseite klappt es oft gut, deine Planung und Listen links zu haben und Sticker, Kärtchen oder ein Foto rechts.
  • Gib einem Geburtstag oder Termin, den du nicht vergessen willst, einen auffälligen Sticker, statt die ganze Woche vollzukleben.

Auch Washi Tape hat seine eigene Wirkung. Ein waagerechter Streifen bringt Ruhe und macht sich gut als Kopfleiste oder Trennlinie. Ein senkrechter Streifen am Rand bringt Bewegung in die Seite.

So wird es nicht zu voll

Die meisten überladenen Seiten entstehen durch drei Dinge: Kleben ohne Thema, viele Farben durcheinander und der Wunsch, jede freie Stelle zu füllen. Dagegen kannst du ganz bewusst etwas tun.

Wähl pro Seite eine Hauptfarbe und eine oder zwei Akzentfarben. Bleib bei Stickern in derselben Familie: Pastell zu Pastell, Erdtöne zu Erdtönen. Schwarz, Grau und Creme passen zu allem. Schreib in Schwarz oder in der Hauptfarbe deines Stickers, dann fügt sich alles zusammen.

Auch ein Thema hilft. Das kann pro Tag sein, aber auch pro Monat: Zitronen im Januar, Blumen im Mai, Muscheln im Juli. Dann greifst du nicht einfach zu jedem schönen Bogen, sondern zu dem, was zu diesem Monat passt.

Sieh Weißraum als Teil des Designs. Freie Flächen lassen deine Sticker und deine Handschrift erst richtig wirken. Große Sticker mit einer Figur darauf sind die Hauptdarsteller deiner Seite. Einer reicht meistens, der Rest darf schlicht sein.

Wer lange hin und her schiebt, kann sich selbst ein Zeitlimit setzen. Feste fünf Minuten pro Seite funktionieren überraschend gut. Nach einer Weile klebst du nach Gefühl und brauchst die Uhr nicht mehr.

Gestalten nur mit deinem Stift

Du kannst eine Seite auch ohne Sticker schön machen. Deine Handschrift muss dafür nicht perfekt sein. Eine natürliche, etwas schiefe Schrift macht ein Tagebuch gerade persönlich.

Wenn du dir bei geraden Zeilen unsicher bist, zieh zuerst dünne Linien mit Bleistift. Radier sie weg, wenn die Tinte gut getrocknet ist. Danach kannst du mit wenig Aufwand variieren:

  • Schreib das Datum oder eine Überschrift größer oder setz einen Rahmen, eine gepunktete Linie oder ein einfaches Banner drumherum.
  • Nimm kleine Kreise, Sternchen oder Pfeile als Aufzählungszeichen.
  • Zeichne einfache Dinge an den Rand: ein Blatt, eine kleine Wolke, eine Tasse Kaffee.
  • Mal mit einem Farbstift einen kleinen Hintergrund aus Punkten, Strichen oder Karos hinter eine Überschrift.

Wenn du lieber nicht selbst zeichnest, sind Rubbelsticker (Rub-ons) ein schöner Mittelweg. Schneid das Motiv aus, zieh das Trägerpapier ab, leg es auf die Seite und reib kräftig mit dem Finger oder einem Spatel darüber. Zieh die transparente Folie danach langsam ab. Geht ein Stückchen mit, leg sie wieder hin und reib noch einmal. Weil sie so dünn sind, sieht es aus, als wäre das Motiv auf das Papier gedruckt.

Wenn dir eine Seite misslingt

Zuerst das: Ein schiefer Sticker gehört dazu. In einem Jahr siehst du vor allem den Tag, den du festgehalten hast, nicht die paar Millimeter.

Wenn du dich verschrieben hast, nimm einen Korrekturroller in der Farbe deines Papiers, Weiß oder gebrochenes Weiß. Du kannst sofort darüberschreiben und es bleibt flach. Ist mehr schiefgegangen, kleb einfach etwas darüber: einen Notizzettel, ein Kärtchen, einen Streifen Tape oder einen Sticker. Darauf fängst du einfach neu an.

Zieh einen aufgeklebten Sticker lieber nicht ab, denn dabei reißt das Papier oft mit. Washi Tape lässt sich oft vorsichtig versetzen, kann auf dünnem Planerpapier aber die oberste Schicht mitnehmen. Probier es zuerst auf einer hinteren Seite aus und zieh es langsam und flach am Papier entlang zurück. Hast du einen Ringplaner, nimmst du einfach ein Blatt heraus und ersetzt es. Eine misslungene Seite ist übrigens auch ein prima Ort zum Üben, bevor du sie überklebst.

Spaß dabei behalten, ohne jede Woche Neues zu kaufen

Die größte Falle ist, dass Gestalten zum Einkaufen wird. Wer alles auf einmal kauft, sieht das meiste unbenutzt in einer Schublade landen. Diese Gewohnheiten helfen:

  • Bewahr deine Reste in einer einzigen Dose auf: halbe Stickerbögen, kleine Tape-Stücke, einzelne Formen. Wenn du sie so vor dir siehst, kommst du auf neue Ideen und kannst schnell etwas kleben.
  • Mach aus Washi Tape deine eigenen Sticker. Kleb Tape auf das leere Trägerpapier eines Stickerbogens, schneid die Motive aus und leg dir einen kleinen Vorrat an.
  • Nutz, was du schon hast: eine schöne Verpackung, den Kassenbon von einem schönen Mittagessen, ein Kärtchen, ein Stück von einer Papiertüte oder Bilder aus einem alten Kalender.
  • Kleb Sticker, die nirgends passen, in ein eigenes kleines Heft. Daraus wird ganz von selbst ein schönes Buch, und dein Planner bleibt ruhig.
  • Schau ab und zu, was du nie benutzt, und verschenk es oder tausch es mit anderen Scrapbookern.
  • Halt deine Tagesseiten schlicht, nur mit Stift, und steck deine Energie in die Wochen- oder Monatsseite. Oder nimm zwei Hefte: einen praktischen Planner und eins, in das du nach Herzenslust kleben kannst.
  • Such dir einen festen Zeitpunkt aus, zum Beispiel Sonntagnachmittag, statt es jeden Tag tun zu müssen.
  • An einem müden Tag reicht ein einziger Sticker. Auch das ist ein festgehaltener Tag.

Vergleich deine Seiten nicht zu sehr mit den proppenvollen Beispielen, die du online siehst. Dein Planner ist kein Schaufenster, sondern ein Bericht über deine Tage. Wenn die Deko dir hilft, dranzubleiben und weiterzuschreiben, tut sie genau das, was sie soll.

Fragen zu diesem Thema

Wie gestalte ich einen Planner, ohne dass er zu voll wirkt?

Wähl pro Seite eine Hauptfarbe und eine oder zwei Akzentfarben, bleib bei Stickern in derselben Familie und lass bewusst Platz frei. Ein Thema pro Monat hilft, nicht zu jedem schönen Bogen zu greifen.

Wohin klebt man Sticker im Tagebuch oder Planner?

Teil die Seite in Überschrift, Mittelteil und Ecke. Setz drei auffällige Sticker in ein gedachtes Dreieck und kleb mehrere gleiche Sticker in ungerader Zahl, zum Beispiel drei oder fünf.

Was brauche ich, um einen Planner zu gestalten?

Ein nicht zu großes Heft, einen schnell trocknenden schwarzen Stift, ein paar Stickerbögen, zwei oder drei Rollen Washi Tape und eine Pinzette. Eine kleine Schere und ein Korrekturroller sind auch praktisch.

Was tun, wenn eine Seite im Planner misslungen ist?

Nimm einen Korrekturroller in der Farbe deines Papiers oder kleb etwas darüber, etwa einen Notizzettel, ein Kärtchen, einen Streifen Tape oder einen Sticker. Zieh einen aufgeklebten Sticker lieber nicht ab, denn dabei reißt das Papier oft mit.

Weiterlesen